In der Schwabenau Protest gegen "Freisinger Flaucher"

Geplante Badelandschaft stößt bei den Anwohnern auf Kritik: Sie fürchten Lärm, Müll und Parkplatznot

Von Kerstin Vogel

In Freising formiert sich neuer Bürgerprotest: Etwas überraschend haben am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Freien Wähler mehrere Anwohner der Schwabenau heftige Kritik an den Plänen für den "Freisinger Flaucher" geübt. Einige kündigten massiven Widerstand an. Sie fürchten Lärm, Dreck und zunehmenden Parksuchverkehr in ihrer Siedlung.

Wie berichtet, plant die Stadt eine neue Badelandschaft an der Isar. Sie soll durch eine Aufweitung des Flusses zwischen der Schwabenau und dem Bereich nordöstlich der Hochtrasse entstehen, inklusive Liegewiese, Bolzplatz und Strömungskanal. Ein Steg über die Isar soll das Gelände von den gegenüberliegenden Parkplätzen in der Luitpoldanlage aus erschließen. Mitfinanziert aus Mitteln des EU-Leader-Programms, versprechen sich die Stadträte davon einen attraktiven Naherholungsbereich für die Freisinger Bürger. Die Freien Wähler hatten für Donnerstag eine Besichtigung des Areals angekündigt - doch nun werden sie den Stadtratskollegen berichten müssen, dass es Schwierigkeiten gibt.

Denn die Anlieger in der Schwabenau sind nicht erfreut: "Wir fragen uns, ob das die richtige Fläche für so ein Projekt ist", formulierte es Nadja Rouchal. Das vorgesehene Areal für die neue "Partyzone" liege viel zu nah an den Häusern: "Das ist die engste Stelle zwischen Fluss, Damm und Wohnbebauung." Die Anwohner seien einfach in Sorge, dass es mit dem Flaucher noch lauter werde, denn schon jetzt würden Jugendliche auf den Kiesbänken unterhalb der neuen Isarbrücke nachts lautstark feiern. Zurück blieben Scherben und Müllberge - und Spaziergängern zufolge zunehmend auch Fäkalien, so Rouchal.

Sorgen macht den Schwabenauern jedoch auch die Anreise der künftigen Flaucher-Besucher. "Die kommen doch nicht mit dem Fahrrad", ist Rouchal überzeugt, und wer von Lerchenfeld her zu der neuen Badelandschaft wolle, der fahre mit seinem Auto auch nicht erst auf die andere Seite in die Luitpoldanlage: "Also parken die bei uns."

FW-Stadtrat Benno Zierer versuchte die zwischenzeitlich sehr aufgebrachten Gemüter ein wenig zu beruhigen: Diese Probleme könnten über Parklizenzen oder Quartiersparkzonen gelöst werden Den Müll müsse eben die Stadt entsorgen und auch Toiletten könnten aufgestellt werden. Außerdem heiße es doch immer, dass für den Stadtteil Lerchenfeld etwas getan werden solle: "Jetzt wollen wir etwas machen, dann ist es auch wieder verkehrt." Grundsätzlich verkehrt allerdings fanden die meisten der Protestierenden die Idee vom Flaucher gar nicht. Mehr als einer regte an, die Badelandschaft doch einfach weiter flussauf- oder -abwärts anzulegen. Diesem Vorschlag aber erteilte Martin Maierhofer vom Bauamt der Stadt umgehend eine Absage. Man könne nur im Bereich der Schwabenau aktiv werden, weil hier lediglich eine Weidenplantage abgeholzt werden müsste, die derzeit die Firma Freitag vom Forstamt gepachtet hat. Oberhalb und unterhalb davon müsste man in den Auwald eingreifen - und das sei Naturschutzgebiet, also unmöglich, stellte Maierhofer klar.

Im übrigen müsse für das Flaucherprojekt eine Planfeststellung durchgeführt werden, versuchte auch er die verärgerten Anwohner zu beruhigen. In diesem Verfahren würden die Bürger ausführlich beteiligt. Dass die Schwabenauer allerdings so lange warten werden, ist nicht anzunehmen. Zwar gebe es noch keine Bürgerinitiative, sagte einer der Protestierenden, "aber das kommt schon noch. Und dann wird sich Freising vielleicht noch wundern." Die Erkenntnisse aus diesem Informationsrundgang wollen die Freien Wähler laut Zierer nun in die laufenden Planungen einfließen lassen. "Wir wollen vor allem darauf drängen, dass die Aufenthaltsflächen isarabwärts angelegt werden, also möglichst weit von der Wohnbebauung entfernt."