Feststimmung in Freising Viele profitieren, wenige zahlen

Stadt entlastet Efi und übernimmt Großteil der Kosten für Weihnachtsbeleuchtung

Von Kerstin Vogel

- In Freising wird es auch 2012 eine Weihnachtsbeleuchtung geben - und sie wird sich kaum von der bisherigen unterscheiden: Das ist die gute Nachricht. Für das Einkaufszentrum Freisinger Innenstadt (Efi) ist außerdem eine gute Nachricht, dass sie künftig nur noch Fixkosten von 10 000 Euro für die Feststimmung in der Altstadt wird zahlen müssen, den Rest übernimmt die Stadt. Einer entsprechenden Vereinbarung stimmte der Hauptausschuss am Montag endgültig zu.

Gegen diese Lösung votierte lediglich Christoph Bauer (Grüne) - und das hatte damit zu tun, dass das langjährige Haupt-Problem trotz allem bestehen bleibt: Zwar profitieren sämtliche Einzelhändler in der Innenstadt von der festlichen Atmosphäre, mit der die Kundschaft in Kauflaune versetzt wird, mitzahlen aber wollen längst nicht alle. In den vergangenen Jahren hatte sich die Efi den Schmuck alljährlich fast 30 000 Euro kosten lassen. Damit zahlten die rund 50 Mitglieder der Einkaufsgemeinschaft zunächst komplett für die rund 180 Geschäfte in der Innenstadt. Anschließend wurden die Nichtmitglieder nach der Länge ihrer Ladenfront veranschlagt und die Efi stellte einen entsprechenden Betrag in Rechnung. Eine rechtliche Grundlage dafür gab es nie, ob die Empfänger der Rechnungen diese auch beglichen, blieb im Prinzip ihnen überlassen.

An dieser "Freiwilligkeit" wird sich auch mit der Übernahme der Weihnachtsbeleuchtung durch die Stadt Freising nichts ändern. Da sich die Efi in diesem Jahr nicht mehr in der Lage gesehen hatte, den Schmuck zu finanzieren, hatte sie im September um einen Zuschuss von 10 000 Euro gebeten. Überraschend einigte sich der Hauptausschuss des Stadtrats jedoch auf die umgekehrte Variante: Die Stadt wird die Beleuchtung übernehmen und mit der Umsetzung die Stadtwerke betrauen; die Efi aber wird den Zuschuss von 10 000 Euro zahlen. Damit war zumindest eine 8:5-Mehrheit einverstanden.

Trotzdem wurde am Montag, als es im Hauptausschuss um den Vertrag zwischen Stadt und Einkaufsgemeinschaft gehen sollte, erneut über das "unglückliche System" diskutiert, wie Kämmerin Mathilde Hagl die bisherige Regelung nennt. Denn auch die Stadt könne die Geschäftsleute, die nicht zahlen wollen, nicht für die Weihnachtsbeleuchtung zur Kasse bitten, stellte sie klar: Man könne weder eine Rechnung stellen noch einen Spendenaufruf starten, weil man keine Spendenquittungen ausstellen könne. Die Vereinbarung mit der Efi sei zunächst nur für ein Jahr abgeschlossen worden, so Hagl: "Langfristig suchen wir noch eine Lösung."

Für CSU-Fraktionssprecher Erich Irlstorfer könnte das auch bedeuten, dass die Stadt irgendwann die komplette Beleuchtung zahlt, schließlich sei der Weihnachtsschmuck in der Innenstadt "von der Bevölkerung und den politisch Verantwortlichen gewollt", sagte er am Donnerstag. Gleichwohl halte er eine Beteiligung der Einkaufsgemeinschaft in der jetzt gewählten Form für angemessen. Auf diese Art könne sich der Verein einbringen, außerdem profitierten ja auch die Mitglieder davon. Künftig aber gebe die Stadt in Fragen der Beteiligung anderer Geschäftsleute die Linie vor, so Irlstorfer: "Diese ewige Diskussion darum will ich nicht mehr haben."

Bereits in der Hauptausschuss-Sitzung hatte der CSU-Chef auch Kritik an der Einkaufsgemeinschaft anklingen lassen - unter anderem hatte er deren sinkende Mitgliederzahlen beklagt. "Das ist sicher nicht positiv", bekräftigte er am Donnerstag - zur Verwunderung allerdings von Efi-Chef Markus Kleindienst: "Keine Ahnung, wo er das herhat, die Efi wächst im Gegenteil wieder", kommentierte er Irlstorfers Äußerungen. Mit dem Beschluss des Hauptausschusses zeigte sich Kleindienst darüber hinaus äußerst zufrieden.

Damit müsse der Verein seine Aktivitäten künftig nicht mehr auf die Weihnachtsbeleuchtung beschränken, freute er sich. Die Einkaufsgemeinschaft stehe auch finanziell im Moment so gut da wie seit Jahren nicht mehr.

Alle Jahre wieder wird in der Freisinger Innenstadt die Weihnachtsbeleuchtung montiert. Neu ist in diesem Jahr: Den Löwenanteil dafür zahlt die Stadt.  

(Foto: Marco Einfeldt)