Eröffnung des neuen A-94-Teilstücks verursacht bei Pastetten und zahlreichen Zubringerstraßen ein Verkehrschaos
Lange Rückstaus am Autobahnende, verirrte Autofahrer, die von ihrem Navi Richtung Mühldorf oder Passau durch Isen geleitet werden - das derzeitige Ende der A 94 an der Staatsstraße 2331 bei Pastetten hat dort und auf den kleinen Zubringerstraßen ein Chaos verursacht.
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Verantwortlich ist die Autobahndirektion Südbayern, die zwar vorschriftsmäßig, aber offenbar nicht hinreichend ausgeschildert hat, dass der Fernverkehr Richtung Passau und ins Chemiedreieck die Ausfahrt auf die B 12 bei Hohenlinden nutzen soll. Seit Freitag stehen nun zwei mobile LED-Tafeln, die den Autofahrern den Weg weisen sollen.
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hatte bei der Eröffnung noch gesagt, er wisse, dass die abschnittsweise Freigabe der Autobahnteilstücke für die jeweiligen Gemeinden mehr Verkehr mit sich bringe. Er werde die Entwicklung im Auge behalten und "verantwortlich handeln".
Doch bereits am nächsten Tag, als der Abschnitt von Forstinning bis Pastetten für den Verkehr freigegeben wurde, ging der Stau los: Viele Autofahrer mit Fahrziel Passau oder Chemiedreieck blieben bis zum Schluss auf der Autobahn und kamen dann kaum weiter, weil die Ausfahrt in Harthofen auf die bevorrechtigte Staatsstraße 2331 mündete. Erst wenn auf der Staatsstraße eine Lücke im Verkehr war, konnte man von der Autobahnausfahrt abbiegen. Unterdessen kam mehr Verkehr aus Forstinning nach.
Der Rückstau erreichte teilweise eine Länge von einem Kilometer, die Autofahrer mussten bis zu 20 Minuten warten, bis es für sie weiter ging. Für den irregeleiteten Fernverkehr ging der Stress dann weiter. Viele Autofahrer, darunter auch ein hoher Anteil von Schwerlastverkehr, versuchten auf Schleichwegen wieder zur B 12 zu kommen. Ein Teil fuhr über Harthofen und Forstern wieder nach Hohenlinden zurück, der andere versuchte Richtung Isen sein Glück, wo sich dann der nächste Rückstau in der Ortsmitte bildete.
Bürger aus Harthofen hätten sich bereits beschwert, sagte Max Faltlhauser, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Pastetten: Harthofen "ersaufe" im Verkehr, zitierte er die Klagen. Faltlhauser vertrat jedoch die Auffassung, die Autofahrer würden sich nach diesen schlechten ersten Erfahrungen einen anderen Weg suchen; die Staus würden bald zurückgehen. Spätestens zum Schulbeginn werde sich die Situation verbessern, vermutete Faltlhauser, weil dann auch diejenigen, die sich noch im Urlaub befänden, Erfahrungen mit dem neuen Teilstück machen würden und dann die Konsequenzen daraus zögen.
Zum Wochenende hat sich offenbar auch in Isen die Verkehrslage etwas entschärft und auch am Montag traten die Staus der ersten beiden Eröffnungstage nicht mehr in dieser Form. Laut Eva Pfennig, stellvertretende Bürgermeisterin in Isen, hat es keine Beschwerden im Rathaus gegeben und ihr sei am Montagmorgen an der Kreuzung "Am Gries" auch nicht mehr Verkehr aufgefallen als sonst. Sie sei aber das neue Teilstück auch gefahren und finde, dass an der Beschilderung etwas geändert werden müsse: "Das Konzept ist nicht ganz gut durchdacht. Für Leute, die nach Passau fahren, ist das chaotisch."
Nadine Lewandowski, Pressesprecherin der Autobahndirektion Südbayern, sagte, die Situation habe sich mit dem Aufstellen der LED-Tafeln 700 und 300 Meter vor der Ausfahrt Hohenlinden bereits gebessert. Das sei ihr auch von der Polizei bestätigt worden. Darüber hinaus werde man auch noch Blechschilder mit Pfeil zur B 12 anbringen.
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(SZ vom 06.09.2011)
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Es ist wirklich eine Lachnummer. Da kommt der Ramsauer und eröffnet drei Kilometer Autobahn mit viel Getöse und am nächsten Tag schon Chaos mit Staus. Weil eben zur Verkehrsplanung nun auch mal das Denken und nicht nur das Schilder-Aufstellen gehört. Wenn man aus diesem kleinen Zwischenfall, der mit gesundem Menschenverstand hätte vermieden werden können, auf die Qualität der gesamten A94-Planung schließt, dann darf man auf die großen Überraschungen für die nächsten Jahre gespannt sein. Es ist auch völlig unverständlich, warum für die Pastetten-Ausfahrt von der A94 zur Staatsstraße 2331 nicht gleich eine linke und eine rechte Spur zum Einordnen gebaut wurden. Auf der St 2331 geht´s eh schon zu wie in München am Stachus. Da sieht ein Blinder mit Krückstock, dass das nicht funtionieren kann. Aber Hauptsach, der Hr. Verkehrsminister konnte seinen Senf da lassen! Prost Mahlzeit!