Open Airding Unverdrossen gut gelaunt

Die Veranstalter des Open Airdings haben sich bemüht, doch die Zuschauerzahlen blieben hinter den Erwartungen zurück

Von Viktoria Walter

Trotz guter Stimmung und eines vielseitigen Programms hat es dem sechsten Open-Airding vor allem an Einem gemangelt: an einem großen Publikum. Weniger als 200 Besucher verzeichnete Istref Berisha, einer der Organisatoren, bis zum frühen Abend. Dennoch zeigte sich Ulrich Hofstaller, Koordinator der Veranstaltung und Leiter des Jugendtreffs in Altenerding, zufrieden: "Ich bin froh, dass es allen gut geht und dass die Jugendlichen Spaß haben."

Hofstaller konnte sich auch an kleineren Erfolgen erfreuen: Die Aufbauarbeiten seien "reibungslos und ohne Zwischenfälle" verlaufen, sagte er. Bereits seit Mittwoch hatte sich das etwa fünfzig Helfer umfassende und größtenteils ehrenamtlich arbeitende Team um den Aufbau der Bühne und der Stände am Sepp-Brenninger-Stadion gekümmert. Unter den Helfern waren zahlreiche Jugendliche, die seit Jahren mit vollem Engagement dabei sind: So der für die Tontechnik zuständige 26-jährige Markus Jobst, der "mit 18 oder 19 Jahren angefangen" hat, das Jugendzentrum und seine Angebote zu unterstützen, wie er selber sagt.

"Früher haben wir einmal im Monat Konzerte organisiert, das Rock'n'Roll in Flaschen." Daraus sei irgendwann die Idee zum Open-Airding entstanden. Das Musikfestival habe Furore gemacht und konnte immer wieder bekannte Live-Bands verpflichten, die viele Jugendlichen angezogen hätten. Einen Rekord verzeichneten die Organisatoren im Jahr 2007: Damals kamen mehr als 1200 Besucher nach Altenerding. Warum die Zuschauer in diesem Jahr schleppend den Weg zum Sepp-Brenninger-Stadion fanden, vermochte Jobst nicht zu beurteilen.

"Zu viele Konkurrenzveranstaltungen", mutmaßte Susi, 23, ebenfalls eine langjährige Mithelferin. An diesem Samstag habe außer einiger Grillfeste auch das Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr Altenerding stattgefunden, bedauert sie. Zudem könne man davon ausgehen, dass das Tollwood und Linkin Park viele Jugendliche nach München gezogen hätten. "Obwohl heuer bei uns auch so tolle Bands mit von der Partie sind", sagte sie.

Recht hatte sie: Es starteten die Nachwuchsbands Triumvirat, Stick Around und Fat Cat, letztere mit "Wake up", der die Anfangsmüdigkeit vertreiben sollte. Danach erbebte die Wiese unter dem Bass der Metal-anmutenden Gruppe From Constant Visions und den Beats der Hip-Hopper Funkverteidiger, die mit neun Bandmitgliedern für Stimmung sorgten. Schließlich die Haupt-Acts: Dada Jugend - Polyform, die Vorlagen für nationale Electro-Punk-Größen wie Frittenbude lieferte.

Um 22 Uhr folgten Capones, eine über die Grenzen hinweg bekannte Neon-Funk-Boyband und zu guter Letzt Rainer von Vielen, die dem Publikum zu später Stunde Hits aus dem neuen Album "Milch und Honig" zum Besten gaben. Sogar eine Feuershow wurde geboten, die das Spektakel zum Leuchten bringen sollte. Tatsächlich aber sorgte das Wetter nur für wenig Begeisterung mit knapp 18Grad Celsius und ein paar Regentropfen.

Die Festival-Besucher störte das kaum: Gelassen tanzten Punks zu Hip-Hop-Musik, es wurde das ein oder andere Bier getrunken, und es wurde friedlich gefeiert.