Marienstift Dorfen Der Betriebsfrieden kehrt zurück

Marion Prey tritt im Dorfener Pflegeheim die Nachfolge des umstrittenen Leiters Rudolf Staas an. Mit dem Stift ist sie vertraut.

Von Thomas Daller

Marion Prey ist die neue Leiterin des Marienstifts in Dorfen. Nach den Querelen mit ihrem Vorgänger Rudolf Staas hat die Stadt einer internen Bewerbung zugestimmt: Die gelernte Krankenschwester mit betriebswirtschaftlichem Studium ist seit zehn Jahren mit dem Stift vertraut. "Sie ist ein Eigengewächs, sie kennt die Strukturen und Anforderungen", sagte Bürgermeister Heinz Grundner bei einem Pressegespräch mit der neuen Heimleiterin.

Nachdem der Führungsstil ihres Vorgängers zu einem offenen Streit mit den Mitarbeitern geführt hatte, ist es der Stadt Dorfen mit dieser personellen Entscheidung gelungen, den Betriebsfrieden wieder herzustellen. "Ich kenne alle, die im Haus arbeiten und verstehe mich mit allen sehr gut", sagte Prey. "Ich weiß, dass hier gute Arbeit geleistet wird und werde dies auch immer vermitteln."

Aber sie werde auch Rücksicht nehmen auf die Belange der Mitarbeiter, die Kinder hätten oder mit anderen Anliegen zu ihr kämen, betonte die neue Heimleiterin. Offenbar war dies bei der Gestaltung der Dienstpläne in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Personalrat Thomas Köstner bestätigte, "es geht stimmungsmäßig aufwärts".

In der Interimszeit seit Januar dieses Jahres, als Staas sich für längere Zeit krank gemeldet hatte, lief der Betrieb für die Bewohner reibungslos weiter. Pflegedienstleiterin Freya Brönnle kümmerte sich um die fachliche Organisation, Stadtkämmerin Maria Bauer stellte den Wirtschaftsplan für das Stift auf.

Bürgermeister Grundner lobte insbesondere das Verhalten der Mitarbeiter: "Die Leute sind sehr verantwortungsvoll mit der Sache umgegangen. Sie wussten, was zu tun ist. Wir haben sehr gute Mitarbeiter im Haus und man muss so mit ihnen umgehen, dass die Motivation erhalten bleibt."

Marion Prey hatte sich in dieser Interimszeit für die Stelle beworben, nachdem klar war, dass Staas nach seiner Erkrankung nicht wiederkommen werde. Sie hat seit 20 Jahren Erfahrung in der Pflege, hatte bereits vor zehn Jahren als Krankenschwester im Marienstift auf der Station gearbeitet und war im Oktober des vergangenen Jahres nach ihrem Studium wieder als Krankenschwester zurückgekehrt.

Der Heimausschuss hatte ihre Bewerbung als Heimleiterin einstimmig befürwortet. Auch der Dorfener Stadtrat stimmte im Mai zu, dass ihr mit Wirkung zum 1. Juni die Leitung des Stifts übertragen werde. "Sie kennt das Haus und hat die Qualifikation. Das war ein glücklicher Zufall", sagte Kämmerin Bauer.

Das Stift hat sich nach Darstellung von Bürgermeister Grundner in den vergangenen 20 Jahren von einem Alten- in ein Pflegeheim verwandelt. Es ist zu 90Prozent ausgelastet, aber nur drei der 83 Bewohner gelten als "Pensionsbewohner", die nicht in eine Pflegestufe eingestuft sind. Darüber hinaus gibt es 15 Plätze in der Tagespflege und 63 Kunden werden vom ambulanten Dienst versorgt. Außerdem liefert das Stift auf Anfrage auch Essen auf Rädern.

Das Stift hat knapp 100 Mitarbeiter, davon sehr viele Teilzeitkräfte. Hinzu kommen 20 Ehrenamtliche, die beispielsweise die Bewohner in die Kirche fahren oder für sie Bücher aus der Stadtbücherei holen. Derzeit arbeitet die Einrichtung ohne Verlust. Das soll als Ziel beibehalten werden. Aber "temporäre Defizite" seien tragbar, sagte der Bürgermeister: "Das müssen uns unsere pflegebedürftigen Mitbürger wert sein."