Erding überarbeitet Förderrichtlinien Mehr Geld für den Jugendsport

Bei der JFG Sempt Erding (gelbe Trikots) bündeln fünf Erdinger Fußballvereine Training und Wettkampfbetrieb für Mädchen und Jungen. Nur die SpVgg Altenerding bleibt unabhängig - und erfolgreich.

(Foto: Privat)

Stadt erhöht Zuschuss für Jugendliche auf 15 Euro. Diskussionen gibt es um die JFG Sempt Erding, denn auch die Stammvereine kassieren die Unterstützung

Von Antonia Steiger, Erding

Die Stadt Erding ist und bleibt eine Sportstadt: Am Dienstag hat der Verwaltungs- und Finanzausschuss die durch die Verwaltung auf Anregung der Grünen überarbeiteten Sportförderrichtlinien gebilligt. Außer einer Erhöhung von Hallennutzungsgebühren für den Wettkampfbetrieb, von der der komplette Jugendsport ausgenommen bleibt, müssen die Sportler keine Härten ertragen. Im Gegenteil: Die Verwaltung arbeitete einige Vergünstigungen in die Richtlinien hinein. Jegliche Bemühungen, an der einen oder anderen Stelle etwas zu ändern, schmetterte der ehemalige Gewichtheber im Chefsessel, OB Max Gotz (CSU), ab.

Einiges ist in Erding anders als anderswo - und so wird es auch bleiben. So müssen die Vereine weiterhin keine Gebühren für die Trainingszeiten bezahlen - eines der markantesten Merkmale der Sportförderung, an dem sich Hubert Niestroy (SPD) stieß: Der frühere Besitzer des Tanzstudios Niestroys Tanzwelt sah darin eine Ungleichbehandlung zu anderen Anbietern, fand für seinen Antrag aber keinen einzigen Unterstützer. Helga Stieglmeier (Grüne) hatte zuvor gesagt, dass die Vereine im Vergleich zu Fitnessstudios und anderen Anbietern kein kommerzielles Interesse hätten; auch sie ist eine Frau vom Fach, sie besaß ein Gymnastikstudio.

Eine weitere Besonderheit ist der Jugendförderbetrag, den alle Vereine, nicht nur die Sportler, für jedes Mitglied unter 18 Jahren bekommen. Bislang gab es 13 Euro, jetzt sind es 15 Euro. Hans Balbach (Erding Jetzt) wies allerdings auf eine Ungleichbehandlung hin. Es ging ihm um das Konstrukt der Jugendfördergemeinschaft Sempt Erding (JFG), in der sechs Erdinger Fußballvereine ihrer Jugendarbeit bündeln. Nur nicht die SpVgg Altenerding, deren Vorsitzender Balbach ist. Die SpVgg Altenerding bleibt eigenständig und ist erfolgreich: Sie habe die meisten Jugendmannschaften im Landkreis im Spielbetrieb, sagte Balbach und monierte, dass die Stadt den Betrag nicht nur den Stammvereinen, sondern auch der JFG zahle. Das sei ungerecht gegenüber der SpVgg Altenerding. Für diese Worte musste er sich zunächst schief anschauen lassen, schließlich aber sagte Gotz zu, diese Doppelförderung überprüfen zu lassen. Nach der "reinen Lehre" habe Balbach ja recht.

Und so ist es auch: Die JFG Sempt Erding verantwortet den Jugendfußball von FC Erding, RW Klettham, FC Langengeisling, SpVgg Eichenkofen und Türk Gücü Erding für die A-, B-, C- und D-Teams bei Jungen und Mädchen. Die Stammvereine stellen Plätze, Trainingszeiten und Umkleiden, sie bezahlen auch die Nebenkosten, wie Balbach sagte. Die JFG bekommt dennoch den Förderbeitrag wie auch die Stammvereine. Und es handelt sich dabei auch nicht nur um einige wenige Jugendliche, wie Gotz anfangs einwandte. Gotz betonte mehrfach die segensreiche Wirkung der JFG, ohne die viele Jugendliche gar nicht Fußball spielen könnten, weil die Stammvereine alleine den Spielbetrieb nicht schultern könnten. Abgesehen von diesen Debatten freuten sich alle Stadträte über die neuen Förderrichtlinien, auch die Sportreferentin Janine Krzizok (CSU), die an ihnen ablas, dass Erding die Förderung des Jugendsports am Herzen liege.

Mit den neuen Richtlinien entledigt sich die Stadtpolitik auch einer starren Vorgabe, an die sie sich selbst nicht mehr gebunden fühlt: dass Baumaßnahmen von Vereinen nur bis zu 25 Prozent oder maximal mit 60 000 Euro gefördert werden können. Dieses Statut hatte die Stadt mehrfach unterlaufen. Und so steht es nun auch es in den Richtlinien: dass die Gremien im Einzelfall entscheiden.

Der Trainingsbetrieb bleibt kostenlos in den städtischen Hallen, für den Wettkampfbetrieb will die Stadt Erding künftig aber etwas Geld: 10 Euro für ein Ligaspiel bis zu vier Stunden und 50 Euro für mehr als vier Stunden. 55 statt 50 Euro müssen Vereine künftig beispielsweise bezahlen, wenn sie für die Umkleiden in der Semptsporthalle nützen wollen. Auch die Gebühren für auswärtige Vereine sind angehoben worden.