Erding Neue Kantorin, neue Räume

Am Sonntag wird das neue evangelische Gemeindezentrum in Altenerding eingeweiht, und Carmen Jauch hat vor wenigen Tagen ihre Arbeit aufgenommen

Von Inga Siedentopp

Noch vor einigen Wochen wurde gearbeitet am neuen evangelischen Gemeindezentrum, jetzt ist alles fertig für die Einweihung am Sonntag

(Foto: Bauersachs)

- Gerade rechtzeitig zur Einweihung des neuen Gemeindezentrums in Altenerding an diesem Sonntag, 11. November, freut sich die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Erding über ihre neue Kantorin: Die studierte Kirchenmusikerin Carmen Jauch hat vor wenigen Tagen nach einem Gottesdienst in der Erlöserkirche ihre Arbeit aufgenommen. Sie tritt damit die Nachfolge von Traudl Kögelsperger an, die als Kantorin 21 Jahre lang die Kirchenmusik im Landkreis mit gestaltete.

Carmen Jauch entdeckte schon im Grundschulalter Klavier und Orgel für sich, später auch das Cembalo. In Erding wird sie unter anderem Gottesdienste musikalisch begleiten, den Einsatz der Laienmusiker koordinieren und Konzerte organisieren. "Ich freue mich, dass ich mich als hauptamtliche Kantorin in Erding als Organistin, Cembalistin und Chorleiterin einbringen kann", erzählt Jauch.

Dabei profitiert die Musikerin von ihrer langjährigen Ausbildung. Um hauptberuflich für Kirchen arbeiten zu können, studierte Jauch Kirchenmusik an der renommierten Hochschule für Musik und Theater in München. Neben der Orgel entschied sie sich für das Cembalo als zweites Konzertfach. Ausschlaggebend hierfür war ihre damalige Gemeinde, die ein "wunderschönes Exemplar" besaß. So begann Jauch schon während ihrer Musikstudien Instrumentalsolisten am Cembalo zu begleiten.

Als Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) absolvierte Jauch ein Aufbaustudium im Fach Orgel bei Hans-Ola Ericsson im nordschwedischen Piteå. Ein Zufall verhalf ihr dazu, ab 2007 vertretungsweise die Kantorenstelle an der deutschen Kirche St. Gertrud in der Altstadt von Stockholm zu übernehmen: Ihr Orgellehrer Ericsson stellte einen Kontakt zum Kantor von St. Gertrud her, der sich selbst eine Zeit lang im Ausland musikalisch weiterbilden wollte. Noch immer klingt Begeisterung in Jauchs Erzählungen über Schwedens Hauptstadt, über die internationalen Sommerkonzerte, die barocke Düben-Orgel der Kirche.

Seit 2009 ist die gebürtige Schwarzwälderin zurück in ihrer Heimat, Deutschland sei für sie einfach so viel schöner als Skandinavien mit seinen langen Wintern. Als Orgel- und Cembalosolistin bestritt sie zahlreiche Aufführungen in Kirchen und Konzertsälen, sammelte Erfahrungen in den unterschiedlichsten Ensemblebesetzungen - und absolvierte auch mit dem Cembalo erfolgreich ein Aufbaustudium, dieses Mal in der Mozartstadt Salzburg.

Nun freut sich die Erdinger Kirchengemeinde, die am Sonntag ihre neuen Räume und die Auferstehungskirche in Altenerding einweiht, auf die etablierte Musikerin. In Altenerding finden künftig neben dem Jugendcafé und dem Konfirmandenunterricht auch Mutter-Kind-Gruppen und Zwergerl-Gottesdienste ein Zuhause. "Gerade für Veranstaltungen mit Kindern ist das neue Gemeindezentrum und der Sakralraum ohne feste Bestuhlung ein großer Zugewinn", meint Pfarrer Martin Schwenk, der für den Pfarrsprengel Altenerding zuständig ist. Gemeinde- und stadtteilbezogen sollen sich hier alle Menschen unabhängig von ihrer Konfessionszugehörigkeit wohl fühlen, sagt er. Denn "ohne Ökumene kann man heute nicht mehr denken", betont Pfarrer Schwenk. Zum Festgottesdienst am 11. November, 15 Uhr, mit Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler und zum Fest lädt die Gemeinde die Bevölkerung herzlich ein.

Dass Altenerding nicht die letzte Baustelle der Kirche ist, dafür möchte auch Kantorin Jauch sorgen. Eines ihrer langfristigen Ziele ist es, den Orgelbauverein der Gemeinde wieder zu beleben. Jauch ist sich sicher: "Eine neue Orgel wäre nicht nur für die Gottesdienste, sondern auch für die Erdinger Konzertlandschaft ein großer Segen."