Erding Das grüne Wohnzimmer der Senioren

Bei der Bürgerversammlung im Heilig-Geist-Stift dreht sich die Diskussion auch um den Stadtpark. Für Radler wird er nicht freigegen, verspricht Bürgermeister Gotz

Von Antonia Steiger

Zum ersten Mal hat in Erding eine Bürgerversammlung am Nachmittag statttgefunden. Sie sollte ein Angebot für Senioren sein, sagt Bürgermeister Max Gotz. Das Interesse war groß 

(Foto: Renate Schmidt)

- Bürgermeister Max Gotz (CSU) hat einen Volltreffer gelandet mit der ersten Senioren-Bürgerversammlung am Donnerstag im Heilig Geist-Stift: Der Speisesaal des Stifts war gut gefüllt, die Frauen und Männer hörten Gotz genau zu, und sie nutzten die Gelegenheit, ihre Wünsche loszuwerden. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Erdinger Stadtpark, den die Bewohner beider Seniorenzentren - des Heilig Geist-Stifts und des Fischers Seniorenzentrums - direkt vor der Haustür haben.

Wie den Wortmeldungen zu entnehmen war, sorgen sich die Senioren jedoch manchmal um ihre Sicherheit, weil Radfahrer auch auf den engen Wegen unterwegs sind. Sie sorgen sich aber auch um die Sicherheit der Kinder, wie eine Wortmeldung zeigte: So lange der Zugang zum Park beim Fischers Seniorenzentrum wegen der Bauarbeiten gesperrt ist, radeln Kinder über einen Weg am Fischers Seniorenzentrum, den aber auch die Baustellenfahrzeuge nutzen. Generell wird sich an der Situation im Park nichts ändern, das machte Gotz seinen Zuhörern klar: Er werde nicht den Park für Radfahrer freigeben, wie schon oft gefordert worden ist, denn er stehe "an der Seite der Schwächeren", sagte er.

Weiterhin wird aber wohl toleriert werden, dass Schüler zur Schule und zurück durch den Park radeln dürfen - dies gilt als allgemeiner Konsens in Politik und Bürgerschaft, weil keine Sicherheit gewonnen wäre, wenn alle Schüler alternativ die schmalen Radwege entlang der Münchner Straße nutzen würden.

Gotz ließ die Zuhörer im Heilig-Geist-Stift aber auch in den Genuss seines dieses Mal etwas kürzer gehaltenen Referats zur Stadtentwicklung kommen. Er präsentierte stolz die Ausgaben für Hoch- und Tiefbau, die 2012 wohl über 16 Millionen Euro liegen werden, ein Wert, den andere Städte vergleichbarer Größe Gotz zufolge nicht so leicht erreichen. Er wies auf die Erhebung zur Großen Kreisstadt hin und schilderte die Situation an Kindergärten und Schulen, wobei er sich über die "völlig inkompetente Familienministerin" Kristina Schröder (CDU) beschwerte, bei der sich der Verdacht aufdränge, "dass die Sorgen der Familien bei ihr nicht gut aufgehoben sind".

Auch in dieser Bürgerversammlung wurde wie schon in Klettham die Forderung laut nach einer Verlängerung der Öffnungszeiten des Erdinger Hallenbades. Mittlerweile scheinen das Rathaus und die Stadtwerke diese Möglichkeit überprüft zu haben: Gotz sagte, eine längere Öffnungszeit rechne sich nicht, denn den wenigen Besuchern, die davon profitierten, stünden "unverhältnismäßig hohen Personalkosten" gegenüber.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht lohnten sich die längeren Öffnungszeiten nicht. Gotz wiederholte, dass schon jetzt die Stadt Erding jeden Besuch des Bades mit elf Euro subventioniere. Diese Summe würde sich weiter erhöhen. Das neue Lehrschwimmbecken, das in Kürze fertiggestellt sein soll, gilt Gotz jedoch weiterhin als Beweis für die Prosperität der Stadt Erding. Denn viele andere Kommunen müssten heutzutage ihre Bäder schließen. Erding nicht.