Bauarbeiten in Erding In großem Bogen um die Innenstadt

Autofahren in Erding wird in den kommenden Monaten zur Geduldsprobe. An der Münchner Straße wird gebaut

Von Antonia Steiger

Wer mit dem Auto in die Erdinger Innenstadt fahren will, der sollte sich das in den kommenden Monaten zweimal überlegen: An der Münchner Straße haben bereits die Bauarbeiten am Fernwärmenetz begonnen, die die Autofahrer zum Umdenken zwingen. Ist dieses Projekt abgeschlossen, beginnen ein Stück weiter in Richtung Innenstadt die nächsten Arbeiten.

Dann greifen die Kanalarbeiter des Abwasserzweckverbandes Erdinger Moos zur Schaufel, um den maroden Kanal auf Höhe des Gasthauses zur Post zu erneuern. Bis zum Jahresende, so lauten die kühnen Erwartungen, könnte die Maßnahme abgeschlossen sein. Zu Weihnachten soll der Kirchgänger wieder problemlos durch die Kirchgasse zum Gottesdienst gehen können.

Einer höheren Versorgungssicherheit und einer erhöhten Flexibilität dienen die Arbeiten am Fernwärmenetz, die derzeit im Auftrag des Geowärmezweckverbandes in der Münchner Straße - der wichtigsten Verkehrsader in das Herz der Stadt - vonstatten gehen. Christian Wanninger, Pressesprecher der Stadt Erding, erläutert die Hintergründe: Die Fernwärme versorgt demnach über zwei Netze ihre Abnehmer, und nun werden diese beiden Netze mit einer zweiten Leitung verbunden.

So sei die Versorgung gewährleistet, auch wenn einmal ein Netz ausfallen sollte. Zuerst fand man die Arbeiter in der Dall'Armi-Straße, jetzt arbeiten sie sich auf der Münchner Straße von der Einmündung Dall'Armi-Straße bis zur Riverastraße vor, dann schwenkt der Tross in die Riverastraße ein, um die Verbindung zwischen dem Heizwerk an der Therme und dem am Kletthamer Feld zu vollenden.

Währenddessen scharrt man beim Abwasserzweckverband Erdinger Moos bereits mit den Füßen: Schon lange ist bekannt, dass der Kanal in der Münchner Straße erneuert werden muss. Für April war der Beginn der Arbeiten zunächst terminiert. Doch weil die Innenstadt nicht komplett vom Verkehr abgeschnitten werden sollte, musste der AZV warten. Nun ist es aber bald soweit: In der Sitzung des AZV im Juli werden die Arbeiten vergeben, und einige Wochen später sollen die Bagger anrollen.

Wie ein Sprecher des Verbandes sagte, liegt der Kanal neben dem Gasthaus zur Post in sechs Metern Tiefe, was Reparaturarbeiten nicht gerade erleichtere. Nun werde der Kanal erneuert. Schrittweise werden die Arbeiten ablaufen, sie beginnen in der Kirchgassen und werden fortgesetzt in der Münchner Straße. Aber auch die Stadt Erding betätigt sich dort als Bauherr: Nicht nur wird die Vorfahrt an der Einmündung der Krankenhausstraße in die Münchner Straße wieder geändert: Künftig haben diejenigen Vorfahrt, die geradeaus in die Innenstadt wollen.

Wer aber aus der Krankenhausstraße kommt, muss rechts abbiegen: Linksabbiegen in die Innenstadt wird verboten sein. Weitere Pläne der Stadt beschäftigen sich mit der Gestaltung dieses Tors zur Innenstadt, das platzartigen Charakter bekommen und mit Kunst aufgewertet werden soll. Auch die Kirchgasse wird umgestaltet: Auf der der Kirche gegenüberliegenden Straßenseite wird ein Gehweg angelegt, der den Kirchgängern den Weg zur Kirchentür erleichtern soll. Hierfür gibt es bereits Beschlüsse des Bauausschusses.

Ob das Gesamtpaket bis zum Jahresende abgeschlossen sein wird, ist jedoch noch ungewiss. Nicht nur das Wetter muss dabei mitspielen. Vor allem wird der Fortschritt davon abhängen, wie es im Untergrund aussieht: Nicht zum ersten Mal würden in Erding Arbeiten ins Stocken geraten, weil die Arbeiter das Gewirr an Kabeln und Leitungen zunächst einmal entwirren müssen.