B15 Doppelt gemoppelt

Neben der Uralttrasse ist auch der Ausbau der B 15 gemeldet.

(Foto: Renate Schmidt)

Neben der Uralttrasse ist auch der Ausbau der B 15 gemeldet

Am Nikolaus-Tag 2014 packte Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) in Hinterberg bei Dorfen ein vergiftetes Geschenk aus: Er präsentierte Pläne für eine Bundesstraße B 15 neu, die die Bürger und Politiker im Landkreis Erding vor Wut aufheulen ließ. Jahrzehntelang war man davon ausgegangen, dass irgendwann die B 15 deutlich weiter nach Osten verlegt werden würde. Und dann das: Die neue Bundesstraße sollte auf einmal als vierspurige, autobahnähnliche Strecke voll durch den östlichen Landkreis Erding gehen. Das und nichts anderes wollte Herrmann für den Bundesverkehrswegeplan 2015 nach Berlin melden. Er glaubte allen Ernstes, das wäre eine gute Idee, da Dorfen, Sankt Wolfgang und Taufkirchen auf diese Weise gewissermaßen die Ortsumfahrungen bekämen, die sie doch brauchten.

Die Empörung war maximal und einhellig: Diese Pläne sind eine Frechheit und eine Zumutung für einen mit Verkehrsgroßprojekten eh schon über Gebühr bedachten Landkreis. Auf der Trasse wurden Mahnfeuer entzündet und die Kommunalpolitik protestierte auf allen Kanälen. Nur wenige Wochen später musste die bayerische Staatsregierung einlenken. Sie tat es allerdings nur mit einem halbherzigen Kompromiss.

Eine vierspurige Bundesstraße durch den östlichen Landkreis soll es nicht geben. Sie ist vom Tisch. Dafür wurden die Uralttrassen weiter drüben durch die Landkreise Landshut und Mühldorf reaktiviert und nach Berlin gemeldet. Gleichzeitig wurde jedoch ein zweite, gleichberechtigte Idee zur Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan vorgelegt: Ein Ausbau der bestehenden B 15 zwischen den Orten, mit Ortsumfahrungen. Eine solche Doppelmeldung ist einzigartig. Wie das Trassen-Verschiebe-Spiel ausgeht, weiß niemand.