Beerdigung von Harry Valérien Ein Reporter in der Himmelsliga
Anzeige
Franz Beckenbauer fehlen die Worte, Markus Wasmeier kann gar nicht genug Gutes sagen: Zur Beerdigung von Harry Valérien sind viele Weggefährten gekommen. Sie erinnern an einen großen Sportmoderator und einen großartigen Menschen.
Der Sarg mit dem verstorbenen Sportjournalisten Harry Valérien ist in der Basilika des Klosters in Benediktbeuern aufgebahrt.
(Foto: dapd)Franz Beckenbauer schüttelt den Kopf, er steht am Donnerstagmittag vor der Basilika des Klosters Benediktbeuern und möchte nichts zu Harry Valérien sagen. Auch ein paar Tage zuvor war es schon so, das erzählt Randi Valérien, die Witwe des am Freitag vor zwei Wochen verstorbenen Sportmoderators, "da habe ich ihn angerufen und gefragt, ob er heute bei der Trauerfeier ein paar Worte sprechen möchte. Der Franz hat nur gesagt: Die Trauerrede müsste eigentlich der Harry halten." Harry Valérien konnte das wunderbar, sagt seine Frau, "er hat das aber auch schon früh lernen müssen, als er im Krieg oft Eltern die Nachricht überbringen musste, dass ihre Söhne gefallen sind."
An diesem nebligen Mittag in Benediktbeuern halten andere nun die Reden auf den 88-jährigen Münchner, der am 12. Oktober auf der Rückfahrt von einem Ausflug im Auto auf dem Beifahrersitz eingeschlafen und an Herzversagen gestorben ist. Einige der 150 Geladenen der Trauerfeier versuchen zu erklären, warum Valérien so ein besonderer Mensch war.
Fußballprominenz bei der Beerdigung: Franz Beckenbauer (l) und Karl-Heinz Rummenigge.
(Foto: dpa)Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, ist zusammen mit den ehemaligen Spielern Paul Breitner und Karl-Heinz Rummenigge gekommen, er sagt: "Valérien war einer der alten Schule und hat alle Themen immer aus dem Blickwinkel des Menschlichen gesehen, da bin ich immer gerne hingegangen. Und er hat die Gesprächspartner leben lassen, sein Ziel war es nicht, sich in Szene zu setzen." Und Moderatorenkollege Gerd Rubenbauer sagt: "Ich kann mich genau an unsere erste Begegnung erinnern, da hat er mit seinem klassischen 'Bursch!' angefangen und mir geraten: 'Du darfst dich nie verstellen!' So wie er sich selbst nie verstellt hat."
Anzeige
"Alles ungerade war ihm fremd"
Und wie seine Familie, Freunde und Weggefährten diesen Menschen wahrgenommen und geschätzt haben, unverstellt, das wird in den Reden deutlich. Arthur Cohn spricht nach der Predigt von Pfarrer Stefan Donderer zuerst. Cohn hat nichts mit Sport zu tun, er hat Valérien bei der Sendung "Sonntagsgespräch" kennengelernt, und sagt, dass wohl nie jemand so ein gutes Gespräch mit ihm geführt hat. Mit Cohn, dem Schweizer Filmproduzenten und dreifachen Oscarpreisträger aus Basel. Dieser "liebenswerte, kluge, sensible und bescheidene" Mensch, dem "alles ungerade fremd war".