Vorgeschichte zu "Sex and the City" Was sind noch mal diese Manolo Blahniks?

"Das ist nicht Carrie!" sagen einige Fans über AnnaSophia Robb, die eine junge Carrie Bradshaw in der neuen TV-Serie "The Carrie Diaries" spielt.

(Foto: imago stock&people)

Sie ist naiv und hat von Männern und New York keine Ahnung - so spielt AnnaSophia Robb in "The Carrie Diaries" die junge Carrie Bradshaw. In der US-Serie sollen die Teenagerjahre der "Sex and the City"-Hauptfigur nachgezeichnet werden. Das Ergebnis ist ein Seifenoper-Abklatsch.

Von Julia Wilde

Prada, Gucci, Dior - damit hat die 16-jährige Carrie Bradshaw aus Connecticut noch nicht viel im Sinn. Statt Fendi-Tasche und Manolo Blahniks trägt sie Blümchen-Bluse und eine mit Nagellack bemalte Tasche. Keine 20 Jahre später sitzt sie als Stil-Ikone (gespielt von Sarah Jessica Parker) in "Sex and the City" zusammen mit ihren Freundinnen Samantha, Miranda und Charlotte in der ersten Reihe der New Yorker Fashion Week - was war passiert?

Das soll die neue Serie "The Carrie Diaries" klären. Im US-Fernsehen laufen gerade die ersten Folgen der "Sex and the City"-Vorgeschichte an - und stoßen auf sehr geteiltes Echo.

Kein Wunder: Statt derber Details von Eroberungen der letzten Nacht oder Einblicken in die Welt eines Fashion-Victims gibt es vor allem den typischen Teenie-Plot zu sehen. AnnaSophia Robb alias Carrie Bradshaw besucht die High School und hat von Männern und New York ungefähr so viel Ahnung wie von It-Bags oder dem Titelthema der aktuellen Vogue. Stattdessen gibt die Serie Einblicke in Carries Familienleben: Die Mutter ist gerade gestorben, die Schwester Dorrit experimentiert mit Marihuana und ihr Vater probiert wieder etwas Disziplin in die Familie zurückzubringen.

So kennt man sie - Carrie Bradshaw in ihrem Kleiderschrank

(Foto: imago stock&people)

Zahlreiche Ungereimtheiten

Da fangen die Ungereimtheiten im Vergleich zur Vorlage schon an. So klärt die original Carrie Bradshaw aus "Sex and the City" ihre Zuschauer nie wirklich über ihre Familienverhältnisse auf. In einer Folge erzählt die Kolumnistin zwar, dass ihr Vater sie und ihre Mutter verließ, als sie fünf war - darüber, dass ihre Mutter tot ist oder sie noch eine Schwester hat, wird nie ein Wort verloren.

Hingegen erzählt Carrie im ersten "Sex and the City-"Film (damals um die 40 Jahre alt) sehr wohl, wann sie das erste Mal in den Big Apple abtauchte: "Jahr für Jahr strömen Frauen um die 20 nach New York, um die beiden Ls zu suchen: Labels und Liebe. Vor zwanzig Jahren war ich eine von ihnen". In der neuen Show kommt sie hingegen schon mit 16 Jahren als Praktikantin nach Manhattan. Den "Carrie Diaries" zufolge besorgt ihr der Vater dort ein Praktikum, damit sie den Tod ihrer Mutter besser verkraften kann. Einmal die Woche soll sie in einer Kanzlei aushelfen. Sie trifft aber bereits am ersten Tag auf Larissa (Freema Agyeman), die bei der Zeitschrift Interview Magazine arbeitet und sie in die bunte Mode- und Partywelt New York Citys einführt.

Die neue Miranda, Charlotte, Samantha und der neue Standford

Wie in Carries zukünftigem Leben dürfen auch in der neuen Serie ihre besten Freunde nicht fehlen. Da gibt es ihre Freundin Maggie (Katie Findlay), die von der New York Times als rechthaberisch und sexuell frühreif beschrieben wird, also offenbar eine Mischung aus Samantha und Miranda. Walt (Brendan Dooling) könnte ein späterer Standford Blatch (Carries schwuler bester Freund) werden und Mouse (Ellen Wong), eine leicht streberhafte Asiatin, soll Ähnlichkeiten mit Charlotte haben. Ein High-School-Schönling, in den sich Carrie verliebt, darf natürlich auch nicht fehlen; Austin Butler übernimmt die Rolle des Sebastians, der neu an der Schule ist. Ein typisches Teenie-Serien-Szenario also.