Talkshows im Ersten Achtung, Kontrolle

Sandra Maischberger darf auch weiterhin TV-Diskussionen leiten - doch sie muss Kritik für die Themenwahl in ihrer Sendung einstecken.

(Foto: Britta Pedersen/dpa)

Der Rundfunkrat des WDR rügt die Themenwahl und Titelsetzung mehrerer Polittalksendungen der ARD. Neu ist die Kritik nicht, geändert hat sich bislang dennoch nichts.

Von Hans Hoff

Frank Plasberg und Sandra Maischberger können beruhigt sein. Ihre Talkshows werden nach Ablauf der aktuellen Vertragslaufzeiten im Programm bleiben. Dem stimmte der WDR-Rundfunkrat am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung zu. Allerdings können sich die Talker nicht ganz zurücklehnen, denn neben dem positiven Votum gab es im öffentlichen Teil der Sitzung eine ziemliche Klatsche, was den Inhalt der Shows angeht. Den hatte eine Gruppe von Rundfunkräten analysiert und sich zu diesem Zwecke 39 Ausgaben der Talkshows angeschaut. Überprüft wurde das Geschaute nach den Kriterien Titel, Gäste, Moderation, Diskussionsniveau, Einspieler, Struktur und Informationsgehalt.

Das bislang nur in einem Zwischenbericht geäußerte Urteil klingt mittelschwer vernichtend. Im Prinzip müsse man das, was der Rundfunkrat schon 2012 und 2015 bemängelt habe, eins zu eins wiederholen, hieß es aus der Arbeitsgruppe, die hervorhob, . dass es es gebe eine Zuspitzung auf reißerische Themen auch und gerade im politischen Bereich gebe. Dabei nahm die Arbeitsgruppe ausdrücklich Bezug auf eine Monitor-Ausgabe, die im Januar gefragt hatte, ob die Talksendungen mit ihrer Art der Themenwahl und Titelsetzung nicht möglicherweise genau die Angst schüren, über die sie zu berichten vorgeben.

Erneut wurde nun im Rundfunkrat die einseitige Gästeauswahl bemängelt. Manche Politiker hätten sich darauf eingestellt, immer wieder eingeladen zu werden und gäben nur noch Schlagworte bekannt, ohne auf andere Gäste einzugehen. Würden Gäste dagegen sachbezogen ausgewählt, steige sofort das Diskussionsniveau.

Ob die harsche Kritik Folgen hat, wird sich zeigen, wenn der Rundfunkrat im September oder Oktober die endgültige Form des Berichts verabschiedet. Angesichts der bislang offenbar fast wirkungslosen Kritik des Rundfunkrats scheint es aber unwahrscheinlich, dass bei Maischberger und Hart aber fair große Änderungen stattfinden. Effektive Aufsicht stellt man sich irgendwie anders vor.