Krimi Ohne Gernot

Im neuen Schwarzwald-"Tatort" sollte Harald Schmidt einen Dezernatsleiter spielen. Nun hat er seine Teilnahme abgesagt und verlässt den "Tatort" noch vor dem ersten Drehtag. Anzeichen für künstlerische Differenzen gibt es allerdings nicht.

Von David Denk

"Na ja ...", schrieb der Schauspieler Hans-Jochen Wagner bei Facebook als erste Reaktion auf jene Meldung , die der SWR am Montag verbreitete: Harald Schmidt wird nun doch nicht sein Chef im neuen Schwarzwald-Tatort aus Freiburg. Gut zwei Wochen vor dem Drehstart der ersten Episode am 7. März hat Schmidt SWR-Filmchefin Martina Zöllner einer Sendersprecherin zufolge am Wochenende abgesagt - aus persönlichen Gründen und offenbar für alle Beteiligten unerwartet. "Wir sind äußerst betroffen und bedauern das sehr", so Zöllner, "respektieren aber Harald Schmidts Entscheidung". Wagner zeigte sich auf SZ-Nachfrage "überrascht" über den so kurzfristigen Rückzieher. Über die Gründe kann er nur spekulieren - zumal die Vorbereitungen "perfekt" laufen: "Streit gab es keinen." Schmidt habe er allerdings seit der Pressekonferenz vor gut einem Jahr nicht mehr gesehen.

Fragt man beim SWR nach den Motiven hinter den "persönlichen Gründen", verweist die Pressestelle an Schmidts Sprecherin und die wiederum - "kein Kommentar, definitiv nicht!" - recht schroff zurück an den Sender. Dort heißt es: "Seinen Aussagen zufolge war er mit Figur, Buch und Regisseur sehr einverstanden." Bis zur Absage sei die Zusammenarbeit gut verlaufen, Signale für einen Ausstieg habe es keine gegeben. Unüberbrückbare inhaltliche Differenzen sind also eher unwahrscheinlich. Dass er sich nicht weiter erklärt, passt zu Schmidt, der stets um die Abschirmung seines Privatlebens bemüht ist.

Im Freiburger Tatort sollte Harald Schmidt, der seit dem Ende seiner Late-Night-Show bei Sky 2014 nur noch sporadisch auf dem Bildschirm zu sehen war, den "taktisch-politischen Dezernatsleiter Gernot Schöllhammer" (SWR) und damit Vorgesetzten der Kommissare Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Wagner) spielen. Die Dreharbeiten sollen wie geplant stattfinden, Schmidts Figur gestrichen werden. Die Ausstrahlung in der ARD ist für diesen Herbst geplant.