Hörfunk-Tipps Pest und Pop

Auf sein Leben pfeift natürlich niemand. Jeder hechelt sich durch, so gut er kann. Und manche singen sogar davon. Das ist mal tragisch, mal komisch. Und mal auch beides.

Von Stefan Fischer

Das Ende ist nah

Gesine Schmidt hat Aussagen realer Menschen verdichtet zu einem von Schauspielern frei von Fremdscham interpretierten offenherzigen Hörspiel über sexuelles Begehren (Kulturradio RBB, Freitag, 22.04 Uhr). Solches verspürt auch Max Frischs Romanheld Homo Faber auf ihn verstörende Weise. Leonhard Koppelmann hat den kanonisierten Bestseller neu inszeniert als üppigen Sechsteiler fürs Radio (HR 2, Samstag, Sonntag und Montag, jeweils 14.04 und 18.04 Uhr). Ein irrlichternder Held ist auch Tyll von Daniel Kehlmann (WDR 3, 21.-24. und 28.-30.5., 19.04 Uhr). Er gaukelt durchs pestumwehte 17. Jahrhundert; dort handeln auch Das bunte Leben und der schwarze Tod von Walddorf (Bayern 2, Sonntag und Montag, 21.05 Uhr) sowie Bericht über die Pest in London, erstattet von Bürgern der Stadt, die im Jahre 1665, zwischen Mai und November, daran zugrunde ging (DKultur, Montag, 18.30 Uhr).

Perfide Intelligenz

Im Nachtstudio diskutieren Konrad Lischka (Bertelsmann Stiftung) und Christoph Lütge (Technischen Universität München), ob es einer Ethik für die künstliche Intelligenz bedarf (Bayern 2, Dienstag, 20.05 Uhr). Das ARD-Radiofeature berichtet über die Spekulation mit Bauland (Sendedaten unter radiofeature.ard.de). Eine Nachlese vom Berliner Hörspielfestival gibt es bei SWR 2 (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, 19.05 Uhr). 1978 hat George Taboris Hörspiel Weissmann und Rotgesicht beim Festival Prix Italia gewonnen (DKultur, Sonntag, 18.30 Uhr).

Lebenslieder

Françoise Cactus denkt sich in Autobigophonie ein Leben aus und erzählt davon in lustigen Liedern (Bayern 2, Freitag, 21.05 Uhr). Sehr musikalisch arbeiten auch Hermann Kretzschmar - Kuno Kohns Capriccio ist ebenfalls eine fiktive Biografie, von einem Mann in schweren Nöten (HR 2, Mittwoch, 21 Uhr) - und Felix Kubin. Er hat E. M. Forsters Dystopie Die Maschine steht still inszeniert (NDR Kultur, Mittwoch, 20 Uhr). sfi