Der Fall Bernd Lammel Geschichte eines Verdachts

Ein Journalistenvertreter soll für die Stasi gespitzelt haben. Klare Beweise fehlen. Sein Verband stützt ihn, wittert eine Kampagne. Die RBB-Autorin, die die Vorwürfe erhoben hat, widerspricht.

Von Jens Schneider

Der Verband reagierte aufgeschreckt: wieder ein Stasi-Verdacht. Schnell gab es den Wunsch nach Konsequenzen. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands forderte den Vorsitzenden des DJV Berlin, Bernd Lammel, auf, sein Amt ruhen zu lassen. Damit reagierte er auf einen Bericht der Abendschau des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), wonach Lammel jahrelang gespitzelt habe: "Diese Vorwürfe müssen lückenlos aufgeklärt werden."

Das war vor drei Monaten. Am Mittwoch traf sich der DJV Berlin zur Mitgliederversammlung. Ihr Vorsitzender heißt auch danach weiter Lammel. Es ist der ...