Diesmal: Wie man unfallfrei eine Nassrasur übersteht, sorgenfaltenfrei ein Hemd bügelt und mit Würde eine Jeans trägt.

RASIEREN MIT DEM MESSER

nassrasur

In Deutschland nicht so verbreitet: die Nassrasur mit dem Rasiermesser. (© Foto: dpa)

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Die Rasur mit einem Messer ist in Osteuropa weiter verbreitet als in Mittel- und Westeuropa, wo heute die meisten Männer ihre Rasur mit Markengeräten vornehmen, die mit Schwingköpfen und mehreren Sicherheitsklingen ausgestattet sind. Auch Friseure rasieren, sofern sie das überhaupt noch tun, heute häufiger mit Rasierklingen als mit dem Messer. Das hat zum einen hygienische Gründe, zum anderen dauert die Messerrasur länger und ist komplizierter; auch die Verletzungsgefahr ist größer. Die Messerrasur hat jedoch den Vorteil, bei richtiger Technik gründlicher zu sein. Sie können sich damit besonders tief ausrasieren. Barthaare haben einen dickeren Schaft und sind starrer als das Kopfhaar. Das Messer greift sie tief, so dass es länger dauert, bis sie sichtbar nachwachsen.

Gut geschäumt Beginnen Sie die Prozedur, indem Sie die Haut aufweichen. Tragen Sie dafür eine Prä-Rasur-Gesichtscreme auf, nehmen Sie ein heißes Bad oder eine Dusche oder legen Sie eine Kompresse auf, also ein heißes Handtuch. Es genügt jedoch nicht, nur die Haut für die Rasur vorzubereiten. Ist die Haut zu nass, wird sie runzlig, und es ist schwieriger, runzlige Haut zu rasieren als glatte. Vor allem muss auch das Barthaar weich werden. Dafür wird Rasierschaum benutzt. Barbiere folgen der Regel "Gut geschäumt ist halb rasiert".

Das Haar des Dachses Benutzen Sie zum Einschäumen kein Gel, denn Gel enthält Schadstoffe. Besser ist Rasierseife. Tubenrasierseife hat dabei keinen funktionalen Nachteil gegenüber der Blockseife; diese wird jedoch aus nostalgischen, Gewohnheits- oder, bei Friseuren, auch aus Showgründen noch benutzt. Schneiden Sie kleine Bröckchen von der Seife ab, und schäumen Sie diese mit dem Rasierpinsel auf. Sparen Sie dabei nicht an Wasser. Geeignet sind Dachshaarpinsel aus echtem Dachshaar. Tierschützer hören das nicht gern, aber andere Pinsel taugen nichts. Schäumen Sie sich dann mit dem Pinsel intensiv ein. Wenn Sie eine Tubenseife benutzen, geben Sie sie an drei Gesichtsstellen in Klecksform auf und schäumen Sie das Gesicht von diesen Stellen aus mit dem Pinsel ein. Wichtig ist, den Schaum gut einzumassieren, denn dann wird das Barthaar besonders weich. Tun Sie das nicht, werden Sie beim Rasieren unter Umständen ein Zupfen verspüren, dem Gefühl vergleichbar, das die Rasur mit einer stumpfen Klinge auslöst.

Eine Frage des Winkels Nehmen Sie dann das Rasiermesser, klappen Sie es auf, und halten Sie es mit Daumen und drei Fingern so, dass die geöffnete Schale vom Gesicht weg weist. Rasiermesser haben nur auf einer Seite eine Schneide. Beginnen Sie mit den glatten Gesichtszonen. Straffen Sie mit der Hand, mit der Sie nicht das Messer halten, die Haut. Nicht nur zu Beginn, sondern die gesamte Rasur hindurch sind Sie beidhändig tätig. Mit einer Hand rasieren Sie, mit der anderen straffen Sie die Haut - die Haut muss immer unter Spannung sein; wenn Sie Falten haben, müssen Sie diese herausziehen. Jüngere Männer tun sich daher bei der Messerrasur im Prinzip leichter, ältere sind allerdings häufig erfahrener, was ein großer Vorteil sein kann: Denn diese Rasur erfordert Übung. Elementar ist die richtige Winkelstellung, die Sie trainieren müssen.

Ein Bart ist keine Zwiebel Bewegen Sie das Messer in einem Winkel von etwa 30 Grad zunächst mit dem Bartstrich. Wichtig: Ein Bart ist keine Zwiebel - rasieren Sie sich also nicht, wie Sie eine Zwiebel schneiden, nämlich schneidend, sondern schaben Sie! Die Verletzungsgefahr ist ansonsten außerordentlich groß. Führen Sie das Messer zu flach, reißen Sie an den Bartstoppeln, statt sie zu rasieren. Führen Sie es zu steil, schneiden Sie sich in die Haut. An Ecken, Grübchen und Oberlippe müssen Sie das Messer allerdings ein wenig steiler halten. Nach vier bis fünf Rasuren mit dem Messer kennen Sie Ihre Haut; Sie wissen um Hauterhebungen und kleine Warzen, die Sie vorsichtig behandeln, in einem anderen Winkel rasieren oder vollständig umschiffen sollten, um sie nicht aufzureißen.

20 bis 30 Minuten Eine Rasur besteht aus zwei Durchgängen, einem mit dem Bartstrich und einem zweiten gegen den Bartstrich. Nur so wird die Rasur wirklich tief und gründlich. Nach dem zweiten Durchgang ist die Haut gereizt. Alkoholhaltige Gesichtswasser trocknen sie aus, zudem brennen sie auf der Haut. Benutzen Sie lieber ein adstringierendes Gesichtswasser, das entzündungshemmend wirkt und dafür sorgt, dass sich die Haut wieder schließt. Direkt im Anschluss bietet es sich an, eine fetthaltige Tagescreme aufzutragen, um den Säureschutzmantel der Haut wiederherzustellen. Die gesamte Prozedur kann, falls Ihr Bartwuchs ausgeprägt ist oder Sie Anfänger sind, 20 bis 30 Minuten dauern.

Lesen Sie weiter, wie man Nasen- und Ohrenhaare ohne Verletzungen entfernt ...

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