Die Suche nach Impfstoffen gegen die Vogelgrippe beschäftigt seit Monaten die Wissenschaft in den USA und Europa. Es gibt Hoffnung.
Ruhig war es um die Vogelgrippe geworden, doch nun werfen tote Schwäne in Franken und Sachsen erneut die Frage auf, ob Deutschland ausreichend auf eine Grippe-Epidemie vorbereitet ist.
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Bisher haben sich gemäß Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 315 Menschen mit dem Vogelgrippe-Erreger infiziert. 191 von ihnen sind gestorben, die meisten in Indonesien und Vietnam. Obwohl fast nur Südostasien betroffen ist, wächst hierzulande die Angst, dass sich die Geflügelpest zu einer globalen Seuche entwickelt, bei der das Virus von Mensch zu Mensch überspringt.
Bisher hat nur Geflügel die Grippe auf Menschen übertragen, doch Experten fürchten, dass die H5N1-Viren einmal mutieren - woraus der Erreger für eine Pandemie unter Menschen entstehen könnte.
Weltweit suchen Konzerne daher nach einem Impfstoff. Nach Angaben des Weltpharmaverbandes IFPMA beteiligen sich 14 Firmen mit 31 Projekten an dem Wettlauf um das Vakzin. Die Hersteller forschen mit unterschiedlichen Virusstämmen und Methoden.
"Man muss zwei verschiedene Ansätze unterscheiden", sagt ein WHO-Sprecher. Einige Konzerne arbeiten an einem Musterimpfstoff, der dem Virus sehr nahe kommen soll. Problematisch dabei ist, dass dieser Impfstoff erst angepasst werden muss, wenn die Vogelgrippe auftritt und das Erreger-Virus identifiziert ist.
"Im Pandemie-Fall würde es maximal 20 bis 22 Wochen dauern, bis aus den Prototypen ein passender Impfstoff hergestellt ist", sagt Susanne Stöcker, Sprecherin des für Impfstoff-Zulassungen zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts. Die WHO ist pessimistischer: "Die Entwicklung eines pandemischen Impfstoffes könnte sechs bis sieben Monate dauern", sagt ein Sprecher.
Ein zweiter Ansatz der Arzneimittelhersteller besteht darin, einen Impfstoff zu entwickeln, der das mutierte Virus vor Ausbruch der Pandemie bekämpfen kann. Möglich wird dies durch zusätzliche Hilfsstoffe (Adjuvantien), die die Immunreaktion des Körpers verstärken und eine Art Breitbandschutz bewirken.
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Da hat doch etwa niemand an einer Schraube gedreht? Kein Vogelzug und doch an unterschiedlichsten Orten und Zeiten ist sie wieder pünktlich da
Massentötungen, Impfungen, »Stallpflicht« und andere Maßnahmen kratzen nur an der Oberfläche des Problems. Die Ursachen der immer häufiger werdenden Pandemien sind systemimmanent. Vor allem die südostasiatischen Länder mit ihren boomenden Massentierhaltungen und -märkten sind Ausbruchherde und Schmelztiegel für Epidemien aller Art. Weltweite Tiertransporte sowohl von »Nutz« -tieren als auch Wildtieren führen dazu, dass eine regional beschränkte Seuche innerhalb kurzer Zeit über den ganzen Erdball verbreitet wird. Noch so ausgeklügelte Maßnahmen können nicht davor schützen, dass es auch in Deutschland zu Tierseuchenausbrüchen kommt. Die Tiere eines betroffenen Betriebes werden dann alle getötet. In Asien werden oftmals sogar prophylaktisch ganze Regionen »gekeult«. So wurde 1997 in Hongkong innerhalb von drei Tagen die gesamte Geflügelpopulation von 1,5 Millionen Tieren umgebracht. Das H5N1-Virus hat bislang über 200 Millionen Tieren das Leben gekostet.
Das lebensgefährliche H5N1 Vogelgrippe-Virus wird auch in Deutschland auf die Menschen via Trinkwasser übertragen werden, wie bei den Vögeln. Jüngste Forschungsergebnisse müssen beunruhigen: Bisher musste das Virus die Bronchien und die Lunge der Menschen erreichen, um anzustecken. Jetzt infiziert es auch die oberen Atemwege (Schleimhäute des Rachens beim Trinken, Schleimhäute der Nase und vmtl. auch die Bindehaut der Augen z.B. beim Duschen). In einem Fall waren nur Magen und Darm durch das H5N1-Virus befallen, nicht jedoch die Bronchien und die Lunge. Das Virus muss also oral aufgenommen worden sein, z.B. beim Trinken von kontaminiertem Wasser.
Die Vireneliminationsleistung der Trinkwasseraufbereitung in Deutschland erfüllt regelmäßig nicht die Anforderungen der WHO und der USA. Die Flockung und Filtration von Oberflächenwasser erreicht eine Virenelimination von maximal 99,5%, die WHO fordert 99,9999% bis 99,999999%. Die Belüftung und Schnellfiltration von Grundwasser zur Enteisenung und Entmanganung bringt keine Virenelimination. Die USA verlangen 99,99%. Herkömmliche Desinfektionsverfahren wie Chlor bringen wenig, weil Viruspartikel chlortolerant sind und im Rohwasser nicht einzeln, sondern verklumpt vorkommen und deshalb vom Chlor nicht erreicht werden können.