Veronica Ferres Ausgeküsst

Veronica Ferres und Martin Krug trennen sich. Keine bösen Worte, schon gar kein Rosenkrieg. Das Paar bleibt sich auch in der Trennung treu.

Von Jürgen Schmieder

Es steht natürlich auf der Titelseite. Nein, es ist sogar der Aufmacher der Bild-Zeitung. Wenn jemand wie Veronica Ferres sich vom Lebenspartner trennt, dann wird das nicht in der "Leute"-Spalte abgetrauert, sondern hat die Nation zu beschäftigen. Die überdimensionale Schlagzeile: "Veronica Ferres - Traum-Ehe kaputt!" Nach sieben Jahren Ehe trennen sich die Schauspielerin und der Werbeunternehmer Martin J. Krug.

"Nach langen Überlegungen, nach vielen Gesprächen und auch nach vielen Stunden gemeinsamen Schweigens sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir ein Paar, aber kein Ehepaar mehr sind", sagte Ferres in Bild. "Vielleicht waren wir zu viel für andere da und hatten zu wenig Zeit für uns selbst."

Geheiratet hatten die beiden heimlich auf dem Salzburger Schloss Mirabell - die Trennung ist nun öffentlich. Es bricht nicht nur eine vorbildliche Ehe auseinander, sondern auch ein erfolgreiches Geschäftsmodell.

Würde einem nichts Besseres einfalles als ein abgedroschener Vergleich, dann läge der Schluss nahe, dass Veronica Ferres ein Produkt ihrer selbst ist, bei dem alles perfekt ausgeleuchtet sein muss. Sie selbst sagte einmal in einem Interview, dass sie zwischen Leben und Schauspiel keine absolut klare Grenze ziehen könne.

Zu diesem Leben gehören 50 Rollen in Film und Fernsehen, gefühlt ebenso viele Preise wie Bambi und Goldene Kamera. Bei Boxkämpfen sitzt sie in der ersten Reihe neben den Kämpferfrauen, ihr Büro ist am Münchner Odeonsplatz - das Siegestor in Sichtweite -, sie kämpft aufopfernd gegen sexuellen Missbrauch von Kindern.

Veronica Ferres ist vor allem eins: perfekt. Und dazu gehört ein Mann, mit dem man eine perfekte Ehe führen kann. Im Jahr 2000 war sie es leid, das dralle Anhängsel des Regisseurs Helmut Dietl zu sein und verwandelte sich in eine dünne Diva. In dieser Zeit lernte sie bei einem Formel-1-Rennen Martin Krug kennen, einen Mann, der sich auskennt im Erstellen von Ikonen. Er ist Werbefachmann, hatte zuvor im Merchandising von Mercedes gearbeitet.

Schon kurz nach der Hochzeit dürfte Krug klargeworden sein, dass sich bei Veronica Ferres Berufliches und Privates nicht trennen lassen, weil es nur die eine Veronica Ferres gibt, die sowohl beruflich als auch privat ist.

Veronica Ferres ist einfach, und sie ist immer und überall. Sie war das "Superweib" und spielte in "Die Manns" mit. Wenn ein Sender einen TV-Eventfilm plant, denkt er schon mal an die gebürtige Solingerin, die auch in Werbefilmen bella figura machte.

Ehemann Krug arrangierte sich damit, ja, er profitierte davon. Seine Frima Krug Mediapool kümmert sich vor allem um Events, Werbung und Auftritte von La Ferres. Die gemeinsame Produktionsfirma Bella Vita wiederum arbeitet gerade an der Verfilmung des Amelie-Fried-Bestsellers "Rosannas Tochter". Die Noch-Eheleute sind zudem im Verein "Power-Child" organisiert, der Gegenstand manche Berichterstattung war - Ferres als Schirmherrin, während Krug vom Vorstand in den Beirat wechselt.

In jedem Jahr gibt es eine große glänzende "Power-Child"-Gala ganz nach dem Motto: Tu Gutes und lass dich dafür kräftig feiern.

Wenn man es gut mit den beiden meinte, dann konnte man sagen, dass sich da zwei gesucht und gefunden haben. Veronica Ferres durfte weiter an der Perfektion der Firma Ferres arbeiten - und Krug hatte seine vermarkterische Sixtinische Kapelle gefunden. Gemeinsam konnten sie den perfekten Star erschaffen, dessen Bekanntheitsgrad auf einer Stufe mit Thomas Gottschalk und dem jeweiligen deutschen Staatsoberhaupt stehen sollte.

Wenn man es nicht so gut mit den beiden meinte, dann konnte man behaupten, dass die Firma Ferres allzu perfekt arbeitete. Es gibt Journalisten, die der Meinung sind, Ferres und Krug pflegten Bekanntschaften vor allem aus Geschäftssinn. Jede Begegnung und jeder Small-talk diene einem bestimmten Ziel - nämlich dem Ziel, die Marke Ferres noch ein wenig mächtiger zu machen. Das Ehepaar jedoch dementiert solche Vermutungen.

Ein wenig Pathos, keine bösen Worte

Nun haben sich Veronica Ferres und Martin Krug privat getrennt, beruflich werden sie weiter zusammenarbeiten. Wie das bei der Figur Veronica Ferres, die sowohl beruflich als auch privat ist, funktionieren soll, ist noch unklar.

"Nein, es gibt keinen Schuldigen für das Scheitern dieser Ehe", heißt es aus dem Umfeld. Das Sorgerecht für das gemeinsame Kind wollen sie gemeinsam tragen. "Unsere Tochter ist unser beider Ein und Alles. Mit dieser schönsten Verbundenheit, die es gibt, werden wir unser ganzes Leben freundschaftlich und verantwortungsvoll handeln", sagten beide in Bild.

Ein wenig Pathos, keine bösen Worte und schon gar kein Rosenkrieg. Das Paar Ferres/Krug bleibt auch in der Trennung das, was es sieben Jahre in der Beziehung war: perfekt, sehr perfekt.

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