Die Deutschen werden immer dicker: Verbraucherschützer verlangen deshalb, Lebensmittel endlich besser zu kennzeichnen.
Angesichts des Übergewichts vieler Deutscher haben Verbraucherschützer die Bundesregierung aufgefordert, endlich eine Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel vorzuschreiben. Dies sei die Voraussetzung, damit Verbraucher einen hohen Zucker-, Fett- oder Salzgehalt auf den ersten Blick erkennen könnten, sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, in Berlin.
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Ein Mann hält zwei Tabellen in Scheckkartenform in der Hand. Die Farben rot, gelb und grün stehen für einen hohen, mittleren oder niedrigen Anteil an Zucker, Salz oder Fett. (© Foto: dpa)
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"Wenn die Ampel draufsteht, ist die Mogelpackung schnell entzaubert", argumentierte auch der Geschäftsführer der Organisation Foodwatch, Thilo Bode.
Nach Angaben der der größten deutschen Krankenkasse, der AOK, haben in Deutschland etwa 50 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen Übergewicht. Auch immer mehr Kinder und Jugendliche bringen deutlich zu viel auf die Waage. Es gehe allerdings nicht darum, die Lebensmittel in gute und schlechte Waren einzuteilen, sagte Jürgen Graalmann vom AOK-Bundesvorstand.
Entscheidend sei vielmehr eine ausgewogene Ernährung. Auch Olivenöl würde wegen seines hohen Fettgehalts eine rote Kennzeichnung erhalten, erklärte Bode. Dennoch würde niemand vom Verzehr abraten. Wenn ein Verbraucher allerdings allzu viele rote Waren in seinem Einkaufswagen habe, sollte er sich darüber Gedanken machen.
Studien in Großbritannien zeigen nach Angaben der Verbraucherschützer, dass die Kunden die Ampel-Kennzeichen dort tatsächlich nutzen. Auch zwei Drittel der deutschen Kunden wünschten sich die Ampel, die aber von Bundesregierung und Lebensmittel-Industrie in Deutschland und Europa blockiert werde, erklärten die Verbraucherschützer.
Sie lobten die Entscheidung des Herstellers Frosta, der als erstes deutsches Unternehmen einen Teil seiner Produkte mit der Ampel auszeichnen will. Von August an wird auf der Verpackungsvorderseite der vier meistverkauften Produkte der Firma der Fettanteil, Zucker- und Salzgehalt ausgewiesen und nach gesundheitlicher Bedenklichkeit grün, gelb oder rot gekennzeichnet, wie Frosta-Vorstand Felix Ahlers in Berlin ankündigte.
Einheitliche Regelung für alle
Die Essgewohnheiten hätten sich in den vergangenen Jahren stark verändert, so Ahlers. 80 Prozent der Lebensmittel seien inzwischen industriell vorverarbeitet, sodass der Verbraucher die Zutaten nicht mehr ohne weiteres erkennen könne. Mit der Ampel könne der Kunde nun selbst entscheiden, was er kaufen wolle.
Damit die Verbraucher alle Produkte auch vergleichen könnten, müsse allerdings eine gesetzlich verpflichtende Regelung für alle Hersteller gelten, forderte er zusammen mit Verbraucherschützern in Berlin. Unausgewogene Ernährung führe erwiesenermaßen zu großen gesundheitlichen Problemen und hohen gesellschaftlichen Kosten.
Ein am Donnerstag geplanter Runder Tisch zur Nährwertkennzeichnung bei Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) wurde aus Termingründen abgesagt. Bei einem Treffen mit Aigner im Februar hatten sich die Teilnehmer nicht einigen können.
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(AFP/Reuters/gdo/bre)
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Jedenfalls stehen sie bei meinen Schmacki Ravioli nur unter Inhaltsstoffen, aber nicht unter Mengenangaben. Daraufhin hab ich mal eine Dose von "FrassCo" (Name vom Autor geändert) kontroliert - da steht zwar Zuckergehalt, aber statt Salz nur Natrium. Soll man jetzt die alten Chemiebücher rausholen und damit den Salzgehalt berechnen?
Also, ob nun Ampel oder nicht, ich denke, wir sind uns einig, daß hier auf jeden Fall Bedarf nach einer grundsätzlichen Regelung durch den Gesetzgeber besteht. Daß die Hersteller sich aussuchen können, was sie angeben, ist doch ein Unding! Ohne Informationen bleibt der Verbraucher ratlos, egal wie es um seine geistige Leistungsfähigkeit aussieht. Das darf ja wohl nicht sein!
Zucker schon, aber Süßstoff wird bei der Ampel nicht berücksichtigt.
Übrigens auch keine Geschmacksverstärker, Farbstoffe und Sonstiges, was so beigemischt wird.
Also, wenn es interessiert, der wird weiterhin das Kleingedruckte lesen müssen...
Zitat von Ihnen: "Was gibt's bei Ihnen zu Mittag? "
Käsebrot, -aber heute abend gibts gegrillte Gambas mit Salaten. :-)
...und Salz auch, das würde mir helfen (bei Rot besser nicht nachsalzen). Eiweiß steht interessanterweise nicht drauf. Na gut, ich esse sonst keine Eier, und nicht übertrieben viel Fleisch, also betrifft mich selbst das nicht so sehr. Aber trotzdem etwas merkwürdig...
Ich habe die Werte auch nicht alle im Kopf, ich achte halt auf ausgewogen. Um zu wissen, dass täglich 5 Eier Probleme machen können, muß ich keine Tabellen im Kopf haben.
Sie sagen von sich, Sie kaufen viele fertige Sachen. Die meisten Fertiggerichte werden, was den Zuckergehalt angeht eher rot, oder zumindest gelb bekommen. Zucker ist ja fast überall drin.
Die Industrie wird reagieren und den Zucker noch weiter durch Süßstoffe (z.B. Saccharin E954, Sucralose E955) ersetzen. Das Produkt hat dann zwar beim Zucker einen grünen Punkt und suggeriert hier Unbedenklichkeit.
Allerdings, Süßstoffe in großen Mengen zu sich genommen, sind sicher auch nicht gesund, allerdings gibt es da bisher nur wenig gesicherte Erkenntnisse, aber man vermutet sie als Auslöser für Blasenkrebs.
Also müßte eigentlich auch noch ein Punkt für Süßstoffe drauf.
Also doch irgendwie geistige Verflachung, weil dem Kunden durch die Ampel auch eine Menge suggeriert werden kann.
Und, nein, ich esse zum Glück nicht jeden Tag Ravioli. Gibt auch andere Sachen, oft Gemüsesuppe, die ich mir mit Tiefkühlgemüse zaubere - meiner Meinung nach eine praktische und vertretbare Alternative zu Frischkost. Dabei sollte ich mir allerdings mal über Salzgehalt Gedanken machen, ich mag's nicht gern zu "nüchtern"...
Also, wir werden uns über die Ampel wohl nicht einigen. Politisch lehne ich Ampeln ja auch ab. Aber auf Fertiggerichten fände ich's eben praktisch. Und wer's genauer wissen möchte, kann ja immer noch nachrechnen.
Na schön, kein Streit deswegen. Was gibt's bei Ihnen zu Mittag?
:-)
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