Gefahr für Kinder
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In seiner Familie ist Ludik der einzige Veganer. Die anderen verzichten zwar ebenfalls auf Fisch und Fleisch, aber wenn Ludiks Freundin kocht, greift sie lieber zu Sahne und Butter als zu Sojamilch und Margarine.
Riskant ist vegane Ernährung für Schwangere und Kinder. "Kinder, die ohne tierische Nährstoffe großwerden, weisen deutliche geistige und körperliche Defizite auf. Ihnen fehlen wichtige Nährstoffe zur Entwicklung des Gehirns", warnt Ernährungswissenschaftlerin Schulz. Eine Unterversorgung mit Vitamin B12 führe außerdem zu Blutarmut.
Dennoch gibt es Menschen, für die eine rein pflanzliche Kost durchaus positive Auswirkungen haben kann. Bluthochdruck kommt unter Veganern so gut wie nie vor, weiß die Oecothrophologin. Zudem ist das Grün - im Gegensatz zu Fleisch - reich an Antioxidantien, die rheumatische Entzündungen hemmen können.
Militant grün
Wer nicht gerade drängende gesundheitliche Argumente vorbringen kann, bugsiert sich allerdings mitunter ins soziale Abseits. Eine Einladung zum Essen, sei es ins Restaurant oder privat, kann zum Problem werden. Frei von tierischen Eiweißen sind die wenigsten Speisen. Wenn Ludik seine "Sonderwünsche" formulieren muss, behilft er sich oft mit der Notlüge, er sei allergisch. "Dann sind die Leute plötzlich sehr zuvorkommend und es klappt mit dem veganen Essen, selbst im herkömmlichen Restaurant."
Sehr viel strenger mit sich und vor allem ihrer Umwelt sind Veganer, die aus rein ethischer Überzeugung auf Gemüse stehen. Sie würden ein Restaurant, das Fleisch, Fisch oder Eierspeisen auf der Karte hat, gar nicht erst betreten. Auf ihren Internetforen wird schnell deutlich: Keine Toleranz gegenüber Massentierhaltung und ebenso wenig für Fleischesser. Diese "Leichenfresser" würden ohne Gewissen für Tier und Umwelt leben; selbst Honig, der gemeinhin für ein reines Naturprodukt gehalten wird, stigmatisieren die strengen Vertreter als "Bienenerbrochenes".
Mit diesen mitunter militant anmutenden Gegnern der tierischen Kost kann Peter Ludik nicht viel anfangen. Er lächelt ob deren missionarischen Eifers: "Ach, so kommen die doch nie weiter. Ich bin zwar auch gegen Massentierhaltung. Aber wer unbedingt Fleisch essen will, soll das tun."
Generell gilt die Devise: Gewusst wie. "Man sollte sich vor einer Umstellung auf vegane Kost genau informieren", sagt Wissenschaftlerin Schulz. "Denn wer weiß, dass beispielsweise grünes Gemüse besonders viel Kalzium hat und Hülsenfrüchte wichtiges Eiweiß liefern, kann sich auch vegan vollkommen bedarfsdeckend ernähren."
Peter Ludik, der sich einst mit Beilagen und Körnern quälte, ist heute Profi. "Die Leute kommen zu mir, weil sie Hunger haben. Ich habe dafür zu sorgen, dass sie auf vernünftige Weise satt werden." Frische Ravioli, gefüllte Paprika oder Sushi serviert Ludik ihnen dann. Und, so versichert er: "Mein Gulasch, natürlich aus Tofu, haben einige Gäste schon für ein original Szegediner gehalten."
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- Vegetarier Fleischlos glücklich 18.02.2008
- Prominente Vegetarier Fleischlos glücklich 08.01.2010
(sueddeutsche.de/vs)
Wichtig ist ein umfassendes Ernährungswissen, um die richtige Kombination von Nahrungsmitteln sicherzustellen. Die American Dietetic Association (ADA) fasst in ihrem Positionspapier 2003 ihre Haltung zur veganen Kost zusammen: "Gut geplante vegane Ernährung oder andere Arten vegetarischer Ernährung sind für alle Phasen des Lebens geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Sillzeit, Säuglingsalter, Kindheit und Jugend."
"Riskant ist vegane Ernährung für Schwangere und Kinder. "Kinder, die ohne tierische Nährstoffe großwerden, weisen deutliche geistige und körperliche Defizite auf. Ihnen fehlen wichtige Nährstoffe zur Entwicklung des Gehirns", warnt Ernährungswissenschaftlerin Schulz. Eine Unterversorgung mit Vitamin B12 führe außerdem zu Blutarmut."
so. ist. das. punkt. keine gegenstimmen, bitte.
zu meinem bedauern hat sich die autotin des artikels scheinbar nur oberflächlich mit dem thema beschäftigt und statt gründlich zu recherchieren lediglich eine (!) ernährungsberaterin befragt.
entgegen dem gängigen volksglauben kommt beispielsweise eine erklärung der Amerian Diet Association, also einer anerkannten, nicht militanten/fundamentalistischen/... gesellschaft für ernährung, in eine erklärung von 2003 zu dem ergebnis, dass «Eine gut geplante vegane oder andere Art der vegetarischen Ernährung ist für jede Lebensphase geeignet, inklusive während der Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und in der Pubertät ...»
von vorherein davon auszugehen, dass vegane kinde grundätzlich schwerwiegende schäden davon tragen, ist, mit verlaub, blödsinn.
selbsterständlich ist, um kinder/erwachsene/schwangere gesund vegan zu ernähren, ein breiteres wissen über enährung nötig, als otto-normal-esser es hat.
fragt sich nur, wer am ende glücklicher und gesünder ist, der informierte veganer oder otto, mit seinen herz-kreislaufbeschwerden, dem dicken bauch, dem überhöhten cholesterinspiegel, der diabetes....
"13.05.2008 08:36:18
WillmaHorst: Deckmäntelchen
Wozu müssen Veganer eigentlich politische Argumente bemühen, um ihre Lebensweise zu begründen?"
Ob es will oder nicht: das zoon politikon, also das "gemeinschaftliche Wesen" kann stets nur politisch denken und handeln.
Allerdings müssen wir zwischen ethischem und moralischem Handeln unterscheiden. Der Ethos ist sozusagen gesellschaftlicher (Minimal-)Konsens, in den allermeisten Fällen werden die ethischen Regeln einer Gesellschaft durch Gesetze festgesetzt. Moralisches Handeln dagegen ist allein Sache des Individuums. D.h. hier: es ist in unserer Gesellschaft nicht unethisch, Tiere auszubeuten, ermorden zu lassen und zu essen. Nur wird sich mancher nachdenkliche und sensible Mensch fragen: Darf *ich* das? Habe *ich* das Recht, das zu tun, auch wenn mir kein Gesetz, auch keine "Ethikkommission") verbietet, es zu tun?
*Ich* bin Veganer, weil *ich* glaube, dass ich kein Recht dazu habe. BTW, Missionieren jeder Art ist mir widerlich
Der Artikel liest sich anfaenglich so, als ob der Autor vorurteilsfrei ueber veganes Essen berichten moechte. Aber ganz schnell wird klar, dass auch er nur die ueblichen Vorurteilen und Plattitüden bedient: wer aus ethischen Grunden auf tierische Nahrung verzichtet, fuer den gilt laut dem Autor:
- er würde ein Restaurant, das Fleisch, Fisch oder Eierspeisen auf der Karte hat, gar nicht erst betreten
- er zeigt keine Toleranz gegenüber Fleischessern
- er bezeichnet Fleischesser als "Leichenfresser"
- er unterstellt Fleischessern, sie würden ohne Gewissen für Tier und Umwelt leben
- er wuerde Honig als "Bienenerbrochenes" bezeichnen
- er ist von missionarischem Eifer beseelt.
Alles reine Unterstellungen, dazu geeignet, Veganer zu diskeditieren. Genauso koennte man beispielsweise behaupten, wer aus ethischen Gruenden Kinderarbeit ablehnt waere von missionarischem Eifer getrieben, wuerde keinen Moebelmarkt betreten und alle Moebelkauefer als Kinderschaender bezeichnen.
Und als Krone des schlechten Jopurnalismus dann noch der huldvolle Satz zum portraitierten Koch: "Er lächelt ob deren missionarischen Eifers."
Wirklich, lieber Autor und liebe SZ, ganz ganz unterste Schublade.
Uebrigens: seit der neue Koch im Zerwirk ist, ist das Essen dort deutlich schlechter geworden. Schade.
Wozu müssen Veganer eigentlich politische Argumente bemühen, um ihre Lebensweise zu begründen?
Es reicht doch völlig aus, dass die Lebensweise gesünder ist. Die geringere Umweltbelastung usw. sind doch nur Nebeneffekte. Toll zwar, aber seien wir doch einfach so egoistisch, uns selber besser zu versorgen - gegen alle Vorurteile irgendwelcher Oekotropho-Fuzzis, die die einfachsten Regeln des Lebens nicht begriffen haben.
Guten Appetit!
Paging