Lady-Di-Biographie Ein Aschenputtel wird zum Star
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Vom pummeligen Landmädchen zur Prinzessin und zum internationalen Star: Die Biographin Tina Brown beschreibt die Karriere der Lady Di als großes Emanzipations-Epos.
In den letzten Wochen vor ihrem Tod hatte Lady Diana ein grundlegendes Problem - jedenfalls, wenn es nach der Autorin Tina Brown geht: "Ihr neuer Hof konnte zwar ihr Ego schützen, nicht aber ihre Person." Gemeint ist die Familie des Millionärs Mohammed al Fayed, dessen Sohn Dodi auf seinen Wink hin der neue Liebhaber der englischen Prinzessin geworden war. Diesen Dodi schildert Tina Brown in "Diana - die Biographie" als verkorksten Typen, als sprunghaften Playboy, der sich mit den Preziosen des Vaters schmückte.
Dieses Foto diente oft als Motiv auf den Devotionalien, die nach Dianas Tod den Souvenir-Markt überschwemmt haben.
(Foto: Foto: AP)So wie am Abend des 30. August 1997, als Diana und Dodi zusammen mit ihrer Entourage durchs abendliche Paris irren, um irgendwann im väterlichen Hotel Ritz zu landen - und schließlich, verfolgt von Paparazzi, zur Fahrt in den Tod starten. Um 0.23 Uhr fährt der betrunkene Fahrer die Limousine im Tunnel gegen die Leitplanke.
Weil sich der Todestag heuer zum zehnten Mal jährt, ist das Interesse der vielen Lady-Di-Fans groß, und Tina Brown bemüht sich, anders als die zahlreichen bereits existierenden Diana-Bücher, eine besondere Perspektive im Auge zu haben: die der "Women's Lib". Bei ihr geht es darum, den Werdegang eines schüchternen, romantischen Mädchens zu einem charismatischen, engagierten Star als Emanzipationsroman zu schreiben - in dem nur die Familie al Fayed als Fehlbesetzung zu bezeichnen ist.
Die Autorin hatte einst als Redakteurin des britischen Society-Magazins Tatler Bekanntschaft mit Diana gemacht, ehe sie nach New York verschwand, um dort nacheinander die Redaktion von Vanity Fair und des New Yorker zu leiten.
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Ein Märchenprinz muss her
Viel Mühe gibt sich die Lady-Di-Kennerin mit der Beschreibung der Familie Spencer auf Schloss Althorp. Die Eheprobleme des einst flamboyanten Earl Spencer und seiner ersten Frau Frances Fernoy werden in extenso analysiert, ebenso der Kampf der Kinder gegen die Schwiegermutter Raine - und geben so den Boden ab für all die psychologische Erklärungen, warum schon Jungfrau Diana Spencer beizeiten daran glaubte, Charles zu heiraten, den Sohn von Queen Elizabeth II., den Thronfolger von England: Bei so viel Unglück musste ein Märchenprinz her.
Diese Lady Diana Spencer schafft keinen Schulabschluss, ist früh schon auf romantische, vielleicht etwas pummelige Art schön, liebt das Landleben und zeigt ansonsten viel Mitgefühl bei sozialer Arbeit, zum Beispiel mit Kindern. Empathie bleibt Zeit ihres Lebens die Hauptstärke.
Dann zieht das Landei nach London und erledigt Aschenputtel-Jobs, zum Beispiel Putzen, ehe sie 1980 in das Leben des aktiven Junggesellen Charles einbricht. Viele Frauen umschwirren den Prinzen, der aber am liebsten Kontakt zu seiner inzwischen verheirateten Jugendliebe Camilla Parker Bowles hält, seiner heutigen Frau. In diesem Testosteron-Chaos erscheint Lady Diana Spencer der königlichen Familie als Naturerscheinung der Tugend - und geeignet, Prinzen zur Welt zu bringen.
Die Geschichte einer Ehe-Entfremdung beginnt ... auf der nächsten Seite