Von Violetta Simon

Manche bleiben souverän, andere greifen zur Farbe und ernten doch nur Spott. Der Grat zwischen "attraktivem älteren Herrn" und "altem Mann" ist schmal.

Es ist ein Einschnitt im Leben eines Mannes, ein Angriff auf seine Eitelkeit: das erste graue Haar.

george clooney

Hat keinen Grund, graue Schläfen zu fürchten: George Clooney sieht auch in silbergrau sexy aus. (© Foto: AP)

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Ursache ist das als Bleichmittel bekannte Wasserstoffperoxyd, wie deutsche und britische Forscher nun herausgefunden haben. Die Substanz bildet sich in den Haaren und blockiert allmählich die Produktion des Farbpigments Melanin. Wasserstoffperoxyd entsteht beim Stoffwechsel überall im menschlichen Körper. Im Alter steigt die Menge, weil der Körper mit dem Abbau nicht mehr nachkommt - das Haar ergraut.

Manche bleiben souverän und sehen dabei auch noch gut aus, andere greifen verzweifelt in den Farbtopf und ernten doch nur Spott.

Doch was macht ihn aus, den Unterschied zwischen einem attraktiven älteren Herrn und einem alten Mann? Es ist die Erscheinung, das Auftreten, vor allem die Würde. Man ist nicht einfach nur alt, man ist erfahren. Man hat viel erlebt, sieht die Dinge gelassener. Schon Milva besang sie, die "Männer mit den graumelierten Schläfen". Laut Wikipedia zeugt diese Haarpartie von einer gewissen Lebenserfahrung, wirkt "väterlich und beruhigend auf manche Menschen".

Eines steht fest: Frauen, die ergrauen, müssen sich über ihr Image nicht den Kopf zerbrechen - sie würden keinesfalls als attraktiv bezeichnet. Bestenfalls Anerkennung oder Verwunderung ernten für ihren Mut. So wie Nicole Kidman, deren Haupthaar kürzlich durch die Presse ging. Nicht, weil sie ergraut. Sondern weil sie wagt, es in der Öffentlichkeit zu tun.

Und so bleibt den Damen ohnehin nur der Griff zur Tönung. Oder: Farbe zu bekennen und in Würde zu altern.

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(sueddeutsche.de/bre)