Frankreich: Luxusfrau Dati Die Ministerin mit den teuren Strumpfhosen

Sie gibt weitaus mehr Geld für Schönheit und Dior aus, als der französische Staatshaushalt vorsieht: Justizministerin Rachida Dati. Die Freundschaft mit Präsident Sarkozy kann das nicht stören.

Sie ist das schöne Gesicht der Regierung von Nicolas Sarkozy. Sie tritt extravagant auf und zeigte kürzlich bei einem Staatsbankett im Elysee-Palast viel Bein: Ihr Kleid war schenkelhoch geschlitzt , zu sehen war eine verführerisch blaue Strumpfhose.

Frankreichs Justizministerin Rachida Dati auf dem Weg zum königlichen Diner in Schloss Windsor

(Foto: Foto: AFP)

Rachida Dati, 42, die französische Justizministerin, hat Sinn für den großen Effekt. Aber hat sie auch Sinn für die gebotene finanzielle Zurückhaltung eines Regierungsmitglieds? Jedenfalls gibt Dati für Repräsentationszwecke mehr Geld aus, als der Etat vorsieht. Im Jahr 2007 habe sie ihn um 30 Prozent überzogen, verkündet das französische Internetportal Mediapart.

Offenbar kommt die schöne Dame nicht mit jenen 200.000 Euro zurecht, die die Sarkozy-Regierung jährlich für Reisen, Essenskosten und persönliche Auslagen vorsieht. Im ersten Vierteljahr 2008 hat sie bereits 112.356 Euro ausgegeben, räumt ihr Pressesprecher ein - das sind mehr als die Hälfte.

Von dem staatlichen Budget seien 2007 zum Beispiel "Nylonstrumpfhosen und Make-up-Sitzungen vor TV-Auftritten" bezahlt worden. Rachida Dati will eben immer schön sein und lässt sich das etwas kosten. Mit einer Sonderzuweisung von 100.000 Euro wurden die Bedürfnisse der Justizministerin im Jahr 2007 erfüllt. Ein Sprecher ihres Ministeriums bestätigte dies - und nannte als Grund, dass Dati schließlich am Vorabend des Nationalfeiertags einen großen Empfang gegeben habe. Die Stellung der französischen Justiz in Europa müsse gestärkt werden.

Als Rachida Dati jüngst 230 Frauen aus der Justiz in ihr Ministerium am Pariser Place Vendôme einlud, gab es auch wieder Ärger: Die Besucher wurden mit Zugtickets erster Klasse ausgestattet und zum Essen gebeten. Alles sei jedoch "sehr einfach gehalten" gewesen, so der Ministeriumssprecher.

Frau aus einfachen Verhältnissen

Auffällig ist, dass die dunkelhaarige, grazile Ministerin eine Vorliebe für Dior pflegt. Im vorigen Herbst ließ sie sich in Dior-Kleidern für die Zeitschrift Paris Match fotografieren - das regte viele in der französischen Justiz auf. Von ihrem Arbeitsplatz aus kann sich die 42-Jährige leicht sich über neue Luxustrends informieren: das Hotel Ritz und viele Haute-Couture-Geschäfte liegen ganz in der Nähre.

Dati, das Kind von Einwanderern aus Marokko, kam aus einfachen Verhältnissen in die Elite des Landes. Sie wuchs in einer tristen Vorstadt in Burgund auf und überzeugte als Mitarbeiterin im Büro des damaligen Innenministers Sarkozy. Seit Längerem gehört sie zum engsten Freundeskreis des Staatspräsidenten. Der wiederum nimmt seine schöne Ministerin gern auf Auslandsreisen mit. In der vergangenen Woche war Dati mit dabei beim Bankett mit der britischen Königin Elizabeth II.

Die Sarkozy-Connection wird ihr auch weiterhin helfen - egal, ob sich die Medien über ihre Verschwendungssucht und die Vorliebe für teure Roben mokieren. An diesem Wochenende zieht die Ministerin beispielsweise ins Rathaus des wohlhabenden VII. Pariser Arrondissements ein. Es war Sarkozy, der ihr hier bei den Kommunalwahlen den ersten Listenplatz verschaffte.

Auch in diesem Amt wird die Ministerin lächeln, Glamour verbreiten und viel Bein zeigen.