Dieselabgase Joggen? Ja! Abgase? Nein!

Wenn die tägliche Laufstrecke neben einer befahrenen Straße liegt, kann das böse Folgen haben: Denn Dieselabgase schädigen schnell die Herzkranzgefäße.

Von Andrea Wülker

Joggen ist gesund - allerdings ist eine Laufstrecke im Wald deutlich gesünder als am Straßenrand entlag. Nicholas L. Mills von der Universität Edinburgh und Kollegen berichten im New England Journal of Medicine, dass die Herzgefäße schlechter mit Sauerstoff versorgt werden, wenn Sport in der Nähe von Autoabgasen getrieben wird.

An der Studie beteiligten sich 20 Männer, die bereits einen Herzinfarkt erlitten hatten. Sie trainierten zweimal 15 Minuten lang auf einem Fahrradergometer. Dabei atmeten sie entweder gefilterte Luft ein oder Dieselabgase in einer Konzentration, die auch im Straßenverkehr vorkommt.

Schlechtere Sauerstoffversorgung

Während der sportlichen Betätigung zeichneten die Forscher kontinuierlich ein EKG der Teilnehmer auf und verfolgten die Sauerstoffversorgung des Gewebes. Zwar kam es bei allen Männern unter Anstrengung zu einer schlechteren Versorgung im Herzgewebe, doch der Mangelzustand war deutlicher ausgeprägt, wenn die Männer Dieselabgase einatmeten, so die britischen Wissenschaftler.

Die Ergebnisse können zumindest teilweise erklären, wie Luftverschmutzung zu Herz-Kreislaufproblemen führt, schreiben die Mediziner. Da die Studie jedoch an Männern durchgeführt wurde, deren Herzen bereits geschwächt waren, lassen sich die Resultate nicht direkt auf die gesunde Bevölkerung übertragen. Dennoch empfiehlt ein Experte aus Boston in einem Kommentar, nicht neben viel befahrenen Straßen Sport zu treiben.