Unter den Karmakonsum-Lesern löste die Studie heftige Proteste aus. Sie könnten nicht nachvollziehen, warum &EQUITY sie als unpolitisch, ich-bezogen und konservativ darstelle, sagt Christoph Harrach. "Der Lifestyle of Health and Sustainability ist ein ständiger Prozess und kein Status quo." Fast jeder Haushalt habe schließlich schon mal Bio-Produkte gekauft, das alleine mache aber noch keinen nachhaltigen Konsumenten aus.
Täglich besuchen rund 1000 potentielle Lohasianer Christoph Harrachs Seite Karmakonsum. Hier wird versucht, durch nachhaltigen Konsum zum Umweltschutz beizutragen. (© Screenshot: karmakonsum.de)
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Einstieg aus egoistischen Motiven
"Der Einstieg ist immer egoistisch motiviert. Entscheidend ist doch, dass ein Anfang gemacht wird!" Sobald man sich aber damit beschäftige, wie die Konsumgüter hergestellt würden, unter welchen Arbeitsbedingungen zum Beispiel Baumwolle geerntet werde und durch welche Hände die Kleidungsstücke gingen, die daraus hergestellt werden, sei der Grundstein für nachhaltigen Konsum gelegt.
Von diesem Moment an habe der Kunde die Möglichkeit, auf den Kauf zu verzichten oder eben nicht. "Öko-Strom-Anbieter melden Kunden-Zuwächse, dabei ist es derselbe Strom, der aus der Steckdose kommt. Wo ist da der hedonistische Ansatz, frage ich mich", entrüstet sich der überzeugte Lohasianer Harrach.
Um die Gemeinde zu erweitern, verantstaltete Christoph Harrach bereits zwei Tagungen seines Internet-Portals. An drei heißen Tagen im Juni kamen 350 Teilnehmer im nichtklimatisierten, ökologischen Zentrum in Frankfurt zusammen, um sich über Umwelt-Innovationen zu informieren. Auf Jagd nach Konsumguerilleros, geht er auch mit dem Karmakonsum-Rap, der Liedzeilen enthält wie: "Wir verlangen heute Transparenz und Offenheit" oder "Wir sind eine neue Weltmacht und wollen einfach wissen, wer mit uns sein Geld macht".
Verarschungsresistente Zielgruppe
Der Vorteil an Online-Publikationen sei, dass man sich unmittelbar über wirtschaftliche Tendenzen austauschen könne, sagt Christoph Harrach. Zumindest dahingehend, dass Vertriebswege und Produktionsabläufe transparenter werden. So könne man Unternehmen boykottieren, die nicht fair handeln und dadurch Druck auf die Wirtschaft ausüben. Solche Informationen verleihen Macht, und allzu gerne klopfen sich die Lohasianer auf die Schultern und beglückwünschen sich zu ihrem Status der "verarschungsresistentesten Zielgruppe".
Für Unternehmensberaterin Dr. Cordula Krüger ist das blanker Hohn. Sie sagt: "Die wollen doch verarscht werden!" Der gesamte Lifestyle sei eine einzige harmoniebedürftige Inszenierung. Die Zielgruppe wolle gar nicht aufgeklärt werden. "Mit einer radikal empfängerorientierten Kommunikation, die sagt: 'Tu was! Mach was!' sind sie glücklich und fühlen sich einbezogen." Das beste Beispiel sei die Krombacher-Werbung zur Rettung des Regenwaldes: Ein Kasten Bier für einen Hektar Regenwald und einen glücklichen Günther Jauch. Tiefenpsychologisch sei das eine wunderbare Kampagne. Der Lohasianer wolle schließlich Gutes tun, wenn man es ihm leichtmacht. "Die Chance als Gutmensch zu agieren, soll ihm wie eine gebratene Taube ins Maul fliegen."
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Im einst stabilen und friedlichen Staat Mali errichten Islamisten, Separatisten und Terroristen das Afghanistan Afrikas. Seite 3 Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de/age/bre/jüsc)
Studie zur Beliebtheit der Deutschen
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Das 11. Gebot, gilt nur für Deutsche: Macht es euch schwer.
Deutschland verblödet offensichtlich in atemberaubender Geschwindigkeit. Scheint mir kein sonderlich weiterführender Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu sein!
[Ohjemine, was da Studierte so von sich geben. Wir haben da wahrlich ein Problem im Bildungsbereich! Die da nach oben rausfallen, scheinen sich nur in der Position von denen zu unterscheiden, die schon einige Jahre vorher ausgesiebt wurden. Die einen langweilen im deutschen Hip-Hop, die anderen bei Tagungen! ;-) ]
Und das ist vermutlich auch das Motiv dieser Kampagne. Für große Konzerne ist eine Zielgruppe wie die LOHAS einfach nicht zu erreichen, es sei denn sie krempeln ihre gesamte Firmenpolitik und -moral um. Nur mit ein paar lustigen Werbespots kann man LOHAS nicht gewinnen. "Greenwashing" wird von LOHAS schnell enttarnt und gar bestraft. Deswegen verstehe ich nicht, was die Krombacher Werbung mit den LOHAS zu tun haben soll!?
Ich stimme nur insofern zu, dass Konsum immer etwas egoistisch ist. Mal mehr und mal weniger. In diesem Fall ist es weniger egoistisch als der übliche Konsum. Nachhaltiger und fairer Konsum erfordert meistens Recherchen und der Einkauf kann nicht auf die schnelle erledigt werden. Oft zahlt man auch mehr, als beim normalen Einkauf. Dafür schont es die Umwelt und/oder es unterstützt die Arbeiter in der Dritten Welt. Wenn das egoisitisch ist, dann wünsche ich mir mehr solcher Egoisten!
Die Neo-Ökos unterscheiden sich von den frühen Ökos nur in einer Sache: Sie akzeptieren, dass das wirtschaftliche System auf Konsum basiert. Wenn sie schon konsumieren, dann wollen sie es aber wenigstens fair und nachhaltig tun.
Mein Respekt.
Liebe Süddeutsche Redaktion,
kommen Artikel, die es nicht wert sind gedruckt zu werden in die kostenlose Onlineausgabe?
So scheint es, denn dieser Artikel ist ein Lästerartikel ohne Fakten.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Ihre Online Redaktion etwas ernster nehmen würden, denn dies ist ja wohl eher das Medium der Zukunft als eine gedruckte Zeitung.
Für investigativen Journalismus bezahle ich auch gerne online.
Beste Grüße
Karlimops
Paging