Design für Zuhause Neues Lebensgefühl für 300 Euro

Jürgen Grabowski verrückt Tische, Schränke und Stühle bei Menschen, die mit ihrer Einrichtung unzufrieden sind.

Von Stefan Weber

Möbelhersteller und Einrichtungshäuser können von Glück sagen, dass es nicht mehr Menschen gibt wie Jürgen Grabowski. Denn dann liefen ihre Geschäfte womöglich noch schleppender.

Der 52-jährige gelernte Werbekaufmann war lange Zeit in der Modebranche tätig, bis er eine ausgefallene Geschäftsidee hatte: Er verspricht Menschen, die mit der Einrichtung ihrer eigenen vier Wände unzufrieden sind, ein "neues Wohngefühl", in dem er die Möblierung der Zimmer ändert. Und das nicht etwa mit Hilfe umfangreicher Neuanschaffungen aus dem nächsten Möbelhaus, sondern allein unter Nutzung des vorhandenen Hab und Gut.

Ob Keller, Garage oder Speicher: "Ich sichte zunächst das gesamte Mobiliar, höre mir an, was die Kunden für ein Problem haben und entwickle dann Ideen, wie die Räume anders eingerichtet werden können", sagt Grabowski. Knapp sechs Jahre ist der Mann, der sich "Möbelflüsterer" nennt, bereits in seinem Job quer durch Deutschland unterwegs. Mehr als 1000 Wohnungen hat er in dieser Zeit umgestaltet.

Fremd in den eigenen vier Wänden

Darunter auch das Haus von Barbara Freiwald-Kuckartz und ihrem Mann in Würselen, nahe Aachen. Zwei Jahre wohnte das Paar in dem schmucken Altbau, ohne sich dort jemals richtig wohl zu fühlen. "Aufteilung und Einrichtung der Räume gefielen uns nicht.

Aber wir hatten keine Idee, wie wir es besser machen könnten", erzählt die selbständige Kosmetikerin, die im Wohnhaus auch ein Studio zur Schönheitspflege betreibt. Schon gab es Pläne umzuziehen, aber Barbara Freiwald-Kuckartz konnte sich vom alten Zuhause doch nicht trennen.

Über private Kontakte lernte das Paar im Herbst vergangenen Jahres den "Möbelflüsterer" kennen und ließ ihm bei der Umgestaltung von Wohnung und Studio freie Hand. So viel Vertrauen ist wichtig, denn Grabowski entwickelt kein Konzept, das er mit den Auftraggebern bespricht, sondern legt gleich los.

Verrückt Schränke, stellt Sitzecken um, hängt Bilder ab, und so manches Möbelstück, das zuvor im Keller oder auf dem Speicher schlummerte, findet plötzlich in der Wohnung einen neuen Platz. So wie ein alter Esstisch mit mehreren Stühlen, der im Haushalt von Freiwald-Kuckartz im Keller stand und nun ein Blickfang im Wohnzimmer ist.

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