Spazierstock, graue Schläfen und niemals ein Kurzarmhemd: Was muss man wissen, wenn man ein Gentleman sein will? 15 Statements im Überblick.
Der Autor Constantin von Hohenstein hat sich mit der Frage befasst: Was macht einen Mann zum Gentleman? In dem Buch "Abc eines modernen Gentleman" gibt er Antworten. Hier einige der interessantesten Statements:
Eine Zigarre wird von den Lippen gehalten - keinesfalls von den Zähnen. (© Foto: iStockphotos)
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Die richtige Kleidung, die richtigen Accessoires
"Der auf sein Äußeres bedachte Herr distanziert sich von der breiten Masse und deren Geschmacklosigkeiten. Dazu eignet sich etwa ein Spazierstock. Es bieten sich Stäbe mit Enten- und Keilerköpfen, Schlangen- und Wurzelformen an. Meist in Silber oder auch vergoldet. Der Favorit meiner Sammlung ist ein Exemplar mit eingebautem Trinkfläschchen - immer gefüllt mit meinem Lieblingsbrandy."
"Einem Gentleman können eine Menge Fauxpas unterlaufen, die Bandbreite ist grenzenlos. Ein besonders grober Verstoß gegen die guten Manieren? Ein Herr sollte wirklich niemals, unter keinen Umständen, eine Plastiktüte tragen."
"Pullunder sind herrlich altmodisch, sie werden von bedeutenden Männern (Genscher, Kohl) getragen. Meine Sekretärin ist der Ansicht, dass mein moosgrünes Exemplar in Kombination mit einem zartrosa Hemd den Rahmen des optisch Zumutbaren gesprengt hätte. Einem Gentleman ist das egal. Er ist nie unpassend angezogen, auch wenn das zuweilen so scheint ..."
"Im Kleiderschrank eines stilsicheren Herrn befindet sich kein einziges Kurzarmhemd. Er wird daher nicht in die Verlegenheit kommen, mit einem Piloten, Zugschaffner oder Versicherungsvertreter verwechselt zu werden. Im Hochsommer, ja selbst in den Tropen wird er zu einem Langarmhemd aus leichtem kühlenden Sommerstoff greifen. Gegebenenfalls wird er die Ärmel seines Hemdes elegant ankrempeln, jedoch maximal bis zur Ellenbeuge."
"Ein Gentleman wird in Würde ergrauen. Ihm sind daher Haar färbende Zeitgenossen ein Gräuel."
Charme, Höflichkeit und Familiensinn - wie ein Gentleman mit sich und Anderen umgeht, lesen Sie auf der nächsten Seite...
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...sammelt etwas Geld und kauft Euch davon einen "Knigge", von dem Ihr lernt, auch mit anderen Standpunkten, Lebensstilen und "Snobs" zurechtzukommen.
Wenn sich sog. Gentlemans nach dieser Vorschrift kleiden, dann sind sie nichts Anderes als Snobs. Nicht die Kleidung macht einen Gentleman, sondern das Benehmen. Benehmen und nicht die Etikette.
Was Sportarten angeht, muss ich sagen, dass so was wie Golf, Polo und Ähnliches spielen Leute, die sich nicht mehr richtig bewegen können oder welche an Arthrose leiden. Oder: Snobs, die nur Geld besitzen und meistens keinen CHARAKTER haben.
Bekleidungstipps richtet sieht man aus wie Karl Lagerfeld. Danke, ich werde lieber kein Gentleman.
scheinbar mit seinem "Spazierstock"
in ein Wespennest gestochen....
Wie wäre es zur Beruhigung der Gemüter mit einer Anekdote um G. B. Shaw:
Shaw war zu einem Galadinner in einen vornehmen englischen Club eingeladen.
Er wurde von einem eitlen Lord angesprochen:
Sagen Sie, Ihr Vater ist doch ein kleiner Schneider
gewesen?
Ja., nickte Shaw.
Der Lord wurde boshaft und fragte weiter: Warum sind Sie
eigentlich nicht auch einer geworden?
Shaw lächelte und erlaubte sich die Gegenfrage:
Ihr Vater ist doch ein Gentleman gewesen?
Ja, natürlich! war die stolze Antwort.
Und warum, fragte der Dichter gelassen, sind Sie nicht
auch einer geworden?
In diesem Sinne...
...das war mal wieder was. So eine gequirlte .....
Der Gentleman ändert sich auch mit der Zeit und ist nicht im letzten Jahrhundert hängengeblieben, weshalb Elogen über den Pullunder und Stöckchen einfach nur lächerlich wirken. Da bedient sich mal wieder jemand seines adligen Namens um bürgerliche Sehnsüchte nach Verbesserung zu befriedigen. Denn vom Gentleman lesen ist schon fast selber einer sein....Ein Gentleman heisst übrigens auf deutsch "ein Herr", das Gegenstück dazu "eine Dame".
Es zeugt immer wieder vom Minderwertigkeitsgefühl des Bürgertums, dass solche Bücher ein finanzieller Erfolg werden; nur deshalb werden sie ja geschrieben, denn lernen kann man davon nichts. Eher lernt man Schwimmen aus einem Buch.
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