In Deutschland ist jedes fünfte bis zehnte Neugeborene ein Kuckuckskind. Simone Schmollack schildert in ihrem Buch, wie betrogene Väter, verzweifelte Mütter und verwirrte Kinder mit dem familiären Tabuthema umgehen.
Warum ist Adrian nur so anders? Diese Frage stellt sich Friedemann immer wieder. Als einziger seiner vier Söhne wird der Vierjährige in der Sonne richtig braun, im Kindergarten ist er ein Unruhestifter, dabei machen die anderen doch auch keine Probleme. Irgendwas kann da nicht stimmen. Nach Monaten des Zweifels macht Friedemann schließlich einen heimlichen Vaterschaftstest und erfährt die bittere Wahrheit: Adrian ist nicht sein Kind.
Das Buch "Kuckuckskinder, Kuckuckseltern" ist im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen, Preis: 9,90 Euro. (© Foto: Schwarzkopf & Schwarzkopf)
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Ein Kuckuckskind zu haben, ist immer noch eines der größten gesellschaftlichen und familiären Tabus. Für Väter wie Friedemann bricht eine Welt zusammen, wenn das von ihnen so sehr geliebte Kind plötzlich nicht mehr sein eigenes ist. Laut Schätzungen ist jedes fünfte bis zehnte Neugeborene ein Kuckuckskind, in Deutschland sind das 2008 zwischen 67.500 und 135.000 Kinder.
Friedemann ist eines der Schicksale, die Simone Schmollack in ihrem Buch "Kuckuckskinder, Kuckuckseltern" erzählt. Auf behutsame, einfühlsame und dadurch ergreifende Art schildert die Journalistin, wie nicht nur Väter, sondern auch Kuckucksmütter und -kinder mit dem gelüfteten Familiengeheimnis umgehen.
Erst der Schock, dann dieses Mir-kam-das-immer-seltsam-vor-Gefühl und schließlich die Frage, wie machen wir weiter. Der Autorin gelingt es, die schwierige und wirre Gefühlslage der Betroffenen in Worte zu fassen. Kein Moment der Länge. "Den meisten tat es gut, einer außenstehenden Person ihre Geschichte erzählen zu können. Es hat sie aber auch wahnsinnig aufgewühlt", sagt Schmollack.
Ein Jahr lang widmete sich die Autorin dem Manuskript: "Jedes Mal, wenn ich die Geschichte eines Mannes oder einer Frau hörte, dachte ich mir, das ist die schlimmste Geschichte von allen. Aber als ich sie hinterher gelesen habe, wurde mir klar, dass sie genauso schlimm wie alle anderen ist." Die einzelnen Episoden präsentiert sie mal in persönlicher Tagebuchform, mal als Erzählung. Die Distanz zu den Protagonisten verliert sie dennoch nie.
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Sehr geehrter "Vatermann",
Sie schreiben über Frauen: "durch ihre ewigen Forderungen nach mehr Macht, haben sie die Männer kriminalisiert, Kinder alleingelassen dei durch immer mehr Scheidungen vo den Eltern getrennt alleine leben müssen ... Die Alten ins Altersheim, die Kinder in die Krippe, und Mutter macht Karriere und nebenbei ein Kind "Kuckuck" (Fehler im Original).
Verstehe ich nicht. Warum müssen die Kinder und die Alten denn der Frauen wegen in die Krippe bzw. ins Altersheim? Männer wie Sie könnten sich doch um Kinder und Alte kümmern und die Welt wieder zu dem schönen Ort machen, die sie mal war. Was hat das mit den Frauen zu tun?
... erleichtert es vielleicht, ein Kuckuckskind anzunehmen. Aber der vorhergehende Vertrauensbruch (Ich meine nicht nur den Seitensprung, sondern vor allem die Lügen danach) würde es mir persönlich unmöglich machen, die Beziehung weiterzuführen. Man kann sich vorher auf eine 'offene' Beziehung einigen. Man kann auch einen Seitensprung gestehen und darauf hoffen, dass die Liebe des Partners gross genug und der Vertrauensverlust klein genug ist, um die Beziehung weiterführen zu können. Aber jemandem ein Kuckuckskind unterzujubeln und dann jahrelang zu lügen zeigt, dass die Offenheit und das Vertrauen in der Beziehung vorher schon zu gering war für eine gesunde, dauerhafte Beziehung.
Oder findet es jemand normal in einer guten Liebesbeziehung, dass der Partner sich nicht traut, über ein wirklich wichtiges Problem zu sprechen?
"/@Vatermann: das Thema hier eignet sich für Ihren Feldzug überhaupt nicht. Es sind u.a.Männer wie Sie, die vielen anderen Männern die offene Kommunikation mit den getrennt lebenden Müttern und Kindern verbauen, weil sie mit Ihnen in einen Topf geworfen werden./"
Ich denke das Thema " Geheimnis der Kuckuckskinder" eignet sich geradezu vorzüglich für einen "Feldzug"! ... den Menschen aufzuzeigen wie es mit der Menschenrechtslage für unehl. Kinder und deren Väter in Deutschland bestellt ist, kann hier sicherlich für uns nur förderlich sein, denn ich denke das viele diese Fakten nicht kennen!
Ich z.B. kannte diese vor der Geburt meines Kindes auch nicht!
Das die familiären Ungrechtigkeiten in Deutschland der Art ausgprägt sind, hätte ich mir Angesicht der Tatsache das wir ein liberaler Rechtsstaat sind, auch nicht Ansatzweise träumen lassen !
Ich dachte das ein Vater eben ein Vater ist und dies auch sein kann und nicht das es Väter zweiter und dritter Klasse gibt und ebenso auch dessen Kinder !!
Schließlich werden alle Mütter auch gleich behandelt !.. und genau hier fängt mein Unrechtsbewusstsein an ! ... das Frauen sich diesem Thema nicht annehmen .. hat wohl eher eigennützige Gründe...und eine Gleichstellungsbeauftragte ist das für diese Kinder /Väter wohl noch nie ins Feld gezogen...warum wohl?
.. und der Vergleich hinkt in keinster Weise, schließlich wird auch vielen ehl. Kindern nach der Scheidung der Vater vorenthalten.
Die gängige Praxis, bei unehl. Kindern ist es in Deutschland eben nicht dei Mutter auf dem Standesamt verpflichtend nach dem richtigen leibl.Vater zu fragen, wenn sie den aber nicht angibt, interessiert sich auch kein Mensch mehr dafür, obgleich Kindeswohl "allergrössten" Stellenwert in der BRD haben soll!
Diese diversen Auslegungen von Recht sollten ihnen eigentlich, ich denke sie sind Anwalt da sie ja aus ihrer Praxis berichten, ein Dorn im Auge ihres Rechts-empfindens sein !
.. noch Fragen?
.. guten Morgen.. ein Vater!!
vielen Dank für die Versachlichung Donata1 und tdr. Merantau hat es auch versucht.
Ich kenne aus meiner Praxis auch ein paar Fälle. Die waren zum Teil psychologisch noch viel dramatischer, weil z.B. in einem Fall die Mutter sich sicher war, dass ihr Sohn vom Ehemann war. Sie hat es sich wohl so stark gewünscht, dass sie daran geglaubt hat. Leider bekommt man als Anwalt die psychologische Aufarbeitung, die man stark empfohlen hat, dann nicht mehr mit.
Einmal bin ich erst in den Fall eingestiegen, als das Gutachten da war. Also Vater und Tochter (Nachbarn!) - die hätte ich anhand der Photos schon als solche identifiziert, trotzdem war das Mädel 11, als es "rauskam". Auch da war die psychologische Arbeit die wichtigere, nicht die juristische.
Ob die Zahl (10%) stimmt, kann ich nicht beurteilen. Dafür gehen nach meiner Erfahrung zu viele Gutachten, die Männer anstrengen so aus, dass der Vater auch der Vater ist.
@obi0033: Sie gehen nach meiner Auffasung etwas zu lässig über die Verletzung der Väter hinweg. Die sprengen das Haus selten mit Dynamit; das sprengt sich durch die Wahrheit von alleine. Das evtl. mögliche Wiederaufbauen ist die eigentliche Leistung und die schaffen einige emotionale Väter bewundernswert gut!
@Vatermann: das Thema hier eignet sich für Ihren Feldzug überhaupt nicht. Es sind u.a.Männer wie Sie, die vielen anderen Männern die offene Kommunikation mit den getrennt lebenden Müttern und Kindern verbauen, weil sie mit Ihnen in einen Topf geworfen werden.
gutem Menschenwillen - zu verstehen. Frauen, die einer Ehe oder Partnerschaft ein Kind zuführen, dass nicht aus der o.a. stammt, handeln ungut. Wie Männer diese Handlung im einzelnen bewerten, ist íhnen überlassen, zumal es in der Regel sie sind, die für das Familieneinkommen, besonders das nacheheliche einzustehen haben. Aber hierum geht es mir nicht.
Frauen sollten im Fall einer "aushäusigen" Schwangerschaft, dies sowohl dem Partner als auch allen anderen anzeigen. Männer können sich dann aussuchen, ob sie dies akzeptieren möchten oder nicht. Frauen, die "aushäusig" schwanger werden, haben allemal die Möglichkeit, ein Kind auch allein bzw. mit dem Zuständigen zusammen zu erziehen.
Wenn Männern das Thema, mir nachvollziehbar, ein Achilles ist, so möge man einfach jeder Eintragung in das Geburtsregister einen DNA-Test vorschalten. Sodann können sich alle Parteien einigen, wie sie es gerne halten möchten. Männer die nachträglich in Zweifel geraten, mögen ebenfalls den DNA Test durchführen und sich nach ihren Befindlichkeiten entscheiden. Den Rest sollte der übliche Anstand beiderseits entscheiden.
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