...wunderbar, Berlin", sagt sich die Medienwelt und hat die Hauptstadt als neuen europäischen Hotspot der Mode für sich entdeckt. Doch was ist dran an dem Hype der Haupstadt?
Berlin wurde als Modestadt wiedergeboren. Seit letztem Sommer ist Berlin Gastgeber der "Mercedes Benz Fashion Week". Und Berlin bietet den Nährboden für die Kreativität unzähliger Jungdesigner. Berlin ist bunt, billig und: ach ja, "arm, aber sexy". Was viele nicht wissen: Schon in den 20er Jahren war sie die "Stadt der Konfektion" und gehörte zu den großen Modemetropolen Europas. Doch der Glanz war lange Zeit verblichen.
Journalisten belagern Johanna Kühl, Designerin von Kaviar Gauche (© Foto: Getty Images)
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Nun rühmt man sich aufs Neue, in Sachen Mode etwas ganz Besonderes zu sein. Doch was ist dran an dieser Behauptung? Und wie sehen die Modeschaffenden vor Ort den neu geborenen Hype? Sind die Branchen-Insider ebenso überzeugt von dieser Entwicklung, oder bleibt es beim leeren Gerücht, das die Medien schürten?
"Wir brauchen Mode in Berlin"
Tatsächlich gibt es die Optimisten, die sagen, Berlin wäre eine Modestadt. Häufig sind das diejenigen, die von dem Trend profitieren. Dazu gehört in erster Linie natürlich die Stadt selbst: "Wir brauchen Mode in Berlin. Die Mode ist nicht nur ein Kultur-, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor", meint Nadja Clarus von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technik und Frauen. Sie ist seitens der Stadt zuständig für Berlins Modebranche.
Sie argumentiert weiter: "Da hätten wir zum einen das tatsächlich vorhandene kreative Potential, nämlich die rund 800 ansässigen Designer und die Hochschulen mit ebenso vielen kreativen Studenten." Um sich nach der Ausbildung selbstständig zu machen, bleiben die Absolventen gerne in der Stadt: "Berlin ist als Standort gerade für junge Designer sehr gut geeignet. Vor allem die Kostenstruktur ist häufig ein Argument, sich hier anzusiedeln", so erklärt Clarus den wachsenden Zulauf.
Die Tatsache, dass sich in der Stadt mit Mode Geld verdienen lässt, hat sich inzwischen auch bei den großen kommerziellen Bekleidungsunternehmen herumgesprochen. Sichtbar wird dies für jeden, der mit offenen Augen durch Mitte schlendert: bereits angesiedelt haben sich Flagshipstores von Diesel, G-Star, Puma, Adidas und Fred Perry. Und sie werden bestimmt nicht alleine bleiben.
Lesen Sie weiter: Gemischte Gefühle nach der ersten Fashion Week.
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