Alles eklig Körpersäfte, genau betrachtet

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Blut

Vergossenes Blut und Ekelgefühle gehören zusammen. Denn Blut wird nur dann als eklig empfunden, wenn es statt unter der Haut als Zeichen einer Verletzung sichtbar ist oder in Unterhosen, auf dem Ärmel, in einer Binde oder auf einem Verband Flecken hinterlässt. So ersetzt in der Werbung - und zwar bei allen Herstellern gleichermaßen - eine hellblaue, klare Flüssigkeit das dunkelrote Menstruationsblut, wenn es gilt, das Fassungsvermögen von Binden oder Tampons sichtbar zu machen.

Wird es in geordnete Bahnen kanalisiert, gilt Blut außerhalb des Körpers nicht mehr als unangenehm. Der Blutstropfen, den sich der Diabetiker nach einem Stich mit der Lanzette aus der Fingerkuppe presst und mit einem Teststreifen auffängt, wird nicht als eklig empfunden. Ähnliches gilt für das Blut, das aus der Vene in die Spritze abgenommen wird, in Dialyseschläuchen zirkuliert oder sich in anderen medizinischen Gefäßen befindet. Dann wirkt es sauber, geradezu steril - der Plastikbehälter schützt ja vor direktem Kontakt.

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