Mit Sönke Wortmann wird "Die Päpstin" fernsehtauglicher ausfallen, als sie mit dem von Constatin geschassten Volker Schlöndorff hätte sein können. Schlöndorff hatte in der SZ vor Kino-TV-Mischprojekten gewarnt.
Sönke Wortmann ist der neue Mann für die "Päpstin". Am Mittwoch verkündete die Produktionsfirma Constantin, dass er nächstes Jahr die Dreharbeiten an dem Film nach dem Roman von Donna Cross beginnen wird. Volker Schlöndorff hatte viele Jahre das Projekt vorbereitet, recherchiert, als Päpstin Franka Potente motiviert.
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Nach dem Zerwürfnis zwischen der Filmfirma Constantin und Volker Schlöndorff ist Sönke Wortmann nun der Auserwählte für "Die Päpstin". (© Foto: dpa)
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Nach einem Text in der SZ, in dem er vor einer Tendenz zu Kino-TV-Event-Mischprojekten warnte, für die verstärkt öffentliche Fördergelder beansprucht würden, hatte die Firma ihn gekündigt. Aber: "Wir sind mit Volker Schlöndorff nicht zerstritten", lässt sie nun erklären, "wir würden bei einem anderen passenden Projekt gerne mit ihm zusammenarbeiten."
Ja nun - welches Projekt sollte passender sein als die "Päpstin"! Zwischen dem alten und dem neuen/jungen Regisseur herrscht offenbar kollegiales Einvernehmen - Schlöndorff wollte die Geschichte nicht weiter kommentieren. Sönke Wortmann ist wohl den Constantin-Leuten - vor allem Martin Moszkowicz, der entschieden pro Mischfilm, contra Schlöndorff aufgetreten war - genehmer, er hat in den Neunzigern einige große Constantin-Stücke gedreht, "Das Superweib" und "Der Campus".
Mit ihm wird die "Päpstin" fernsehtauglicher ausfallen als mit Schlöndorff, seinen internationalen Erfahrungen, seinem Widerspruchsgeist, seiner kraftvollen Liebe zum Kino.
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(SZ vom 31.8.2007)
Anonymous-Enthüllungsflop
Oh Du mein Göttler, auch Du unter der Knute der Donna C.! Der Gockel Constantin kräht und schlägt mit den Flügeln - sicherlich mit beiden, mit dem einen für das massentaugliche Spektakel einer saftigen Mittelalter-Fiktion um die Potente-Päpstin, mit dem anderen für eine "dokumentarische Variante" zur angeblich unterdrückten Wahrheit über eine Frau auf dem päpstlichen Gebär- oder Kackstühlchen (ganz nach Gusto!). Anders bei der "Rom"-Seriensalami um die Legionäre Vorenus und Pullo, in der wenigstens die historischen Quellen um Cäsars Machtgelüste und Ermordung stellenweise penibel befragt und ausgewertet wurden, ist bei Johanna der Papstwahnsinnigen überhaupt nichts historisch im Lot. Man lese nur den eifernden Epilog der Autorin Cross - ist es auch Schaumschlägerei, so hat es doch Methode, nämlich grundsätzlich die Legenden seit dem 13. Jh. für bare Münze zu nehmen und alle Quellen des 9. Jh. systematisch zu verschütten. Der reisige Volker Schl. hätte daraus eine mehrschichtige Parabel um die Macht des Legendären stricken können. Beim ballerigen Sönke W. steht aber wohl der wonnige Kamerablick auf die Duschgewohnheiten einer religiösen Aufsteigerin zu befürchten. Wenn S.W. etwas vom Mittelalter verstanden haben sollte, trete ich der Spvgg. Oer-Erkenschwick bei und werde linker Ballabputzer. Absolution bekommt S.W. bei mir nur, wenn er es schafft, den Nachkommen einer Oma aus Erkenschwick, Leonardo Wilhelm di Caprio, als Frankas Lover einzufangen. (Ich bin aber Agnostiker und kein Katholik!!!)
Herr Worthmann ist nur einem gegenüber solidarisch, dem Mann voin der Constantin mit dem Geldkoffer. Das hat ihm schon einmal Karriere und Ansehen für einige Jahre gekostet. Kann aber auch sein, dass er von Kunst&Kultur keine Ahnung hat und er deshalb bei seinem neuen-alten Herren besonders gut aufgehoben ist.
Hallo Herr Worthmann, wo bleibt die Solidarität? Die Constantin schasst einen kritischen Regisseur - und Sie haben nichts anderes zu tun, als den Job zu übernehmen! Blamabel ohne Ende!