Vater Bauer hofft, dass die Verlagsmitarbeiter nun bereit sind, mit Tochter Yvonne zu kommunizieren - und dass "die Familie nicht vom eigenen Unternehmen isoliert wird und abgeschirmt in einer Scheinwelt lebt". Kerstin Artus, Chefin des Konzernbetriebsrats, glaubt nach internen Erzählungen nicht, dass sich das traditionelle Management by Gutsherr durch die jungen Verlegertöchter ändert. Im Spiegel bestätigt Verleger Bauer, die seit einem Vierteljahrhundert im Haus arbeitende Arbeitnehmervertreterin nie empfangen zu haben: "Ich wüsste auch nicht, worüber ich mit ihr ein konstruktives Gespräch führen sollte."
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Die Verleger-Familie Bauer bei der Verleihung des Medienpreises "Goldene Feder" in Hamburg: (l-r) Nicola, Gudrun, Miria, Heinz, Yvonne (© Foto: dpa)
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In seinem Töchter-Quartett hat Nicola, 36, bereits ebenfalls viel von sich reden gemacht. Die Tugenden des Boulevards bekam sie bei Bild mit, ehe sie im eigenen Verlag vor zwei Jahren Chefredakteurin des eilig unter die Leute gebrachten Klatschmagazins InTouch wurde. Später wechselte sie in gleicher Funktion zum Schwesterblatt Life&Style, das mit Auflagenproblemen kämpft.
Modernes Sklaventum
Bei Life&Style soll es munter zugehen. Im Dezember 2008 wurde das Amt für Arbeitsschutz mit einer anonymen Anzeige konfrontiert, weil in dem Wochenblatt oft bis Mitternacht gearbeitet werde. Deshalb musste der Verlag zwischenzeitlich die Arbeitszeit elektronisch erfassen. Der Betriebsrat hatte gut zu tun. Eine Fotoredakteurin sprach von "Angstregime" und "modernem Sklaventum". Mancher fühlt sich an den alten Branchenspruch erinnert: "Zu Bauer geht man nicht, von Bauer kommt man."
Als Herausgeberin von Life&Style wiederum wirkt Mirja - Bauers Älteste. Die 38-Jährige ist als einzige des Tochterkreises verheiratet. Ihr Mann Sven-Olof Reimers beaufsichtigt das Online-Geschäft des Hauses, das in der Vergangenheit durchaus Erfolge hatte - mit Bewegtbildern zu Sexblättern wie Coupé. Die zweifache Mutter galt lange als Favoritin auf den Verlegerjob, hat sich aber aus dem internen Wettbewerb verabschiedet. Saskia Bauer, der Jüngsten, werden allenfalls noch Außenseiterchancen attestiert; sie absolvierte ein Trainee-Programm und assistiert dem Vater bei Geschäften in Amerika und Westeuropa.
Die Bauer-Frauen treten gerne in der Gruppe auf. Interna aus dem Verlegerleben werden im Familienrat in der elterlichen Villa an der Hamburger Elbchaussee besprochen. Hier führt die temperamentvolle Verlegerin Gudrun Bauer das Wort. Die Matriarchin hält die Familie zusammen. Sie kocht schon mal Rezepte aus den verlagseigenen Blättern nach und bereitete früher Essen für Langstreckenflüge mit dem Firmenjet vor, einer Falcon 900 mit 14 Sitzen, die auf den Cayman Islands gemeldet ist. Im Jahr 2004, zum 125. Geburtstag der Firma, erklärte sie, wie wichtig "Bauchgefühl" sei.
Mag ja sein. Aber Bauchgefühl heißt für andere bei Bauer Magenweh. Reihenweise verschliss das Unternehmen in den letzten Monaten Top-Mitarbeiter, darunter den journalistischen Vorstand Thomas Schneider. Mit dem von Burda gekommenen Boulevardprofi waren große Hoffnungen verbunden gewesen. Es sei eben nicht einfach, Journalisten in ein kaufmännisches Gremium zu integrieren, kommentiert Verleger Bauer, sie würden sich "nicht gern dem Zwang zur ökonomischen Logik unterwerfen".
Leserschwund bei Bauer-Blättern
Zu dieser Logik gehört, dass viele der vertriebslastigen Bauer-Blätter unter Leserschwund leiden. Objekte wie Neue Post oder Das Neue Blatt sind in die Jahre gekommen, ein altes Flaggschiff wie Revue strandete. Geldidee wurde genauso eingestellt wie Matador oder Screenfun, ein Ableger der Bravo, die in einer Dekade 40 Prozent der Auflage eingebüßt hat. Es rächt sich, dass Bauer mit dem Gang in die Qualitätspresse glücklos blieb.
Da bleibt nur das Prinzip Pfennigfuchsen. Neue Mitarbeiter erhalten immer seltener Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Arbeitsverträge für neue Redakteure werden schon mal auf sechs Monate befristet. Insgesamt haben 2008 rund 100 Mitarbeiter ihren Schreibtisch räumen müssen. Verleger Bauer setzt auf "solides Wirtschaften", wie er sagt. Verkaufen wollte der gläubige Protestant nach eigenem Bekunden nie, dann müsse er ja stets darüber nachdenken, ob die Firma heute mehr wert sei als gestern. Da setzte er lieber auf die Töchter. Alle würden beteiligt bleiben, sicher aber nicht mit dem gleichen Anteil. Das ist anders als bei den zwei Schwestern von Heinz Bauer, die 1984 mit einem Mini-Anteil von je zwei Prozent getröstet wurden.
Wie aber kam der Altverleger jetzt zu drei Seiten Spiegel? Um eine unliebsame Geschichte zu verhindern? Sein Sprecher Fritzenkötter verneint dies. Die Idee eines Interviews habe schon vor dem 27. Mai bestanden, vor Pfingsten also. Es sei anlässlich der Inthronisierung von Yvonne Bauer geplant gewesen.
Spiegel-Chefredakteur Mascolo will zu Interna im Detail nichts sagen, nur so viel: "Der Spiegel berichtet, was er für berichtenswert und belegbar hält. Das gilt auch für den Bauer-Verlag. Es gilt also: Warten wir es ab." Egal, wie: Es ist nun dokumentiert, wie Heinz Bauer die Zukunft seiner Kinder einschätzt: "Ein leichtes Erbe treten sie sicherlich nicht an."
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(SZ vom 30.06.2009/bey)
Wettmanipulation im Fußball
Leider sind die Zustände genauso wie sie im Artikel und in Colloredos Kommentar beschrieben werden. Kenne selber auch mehrere Personen die entweder gemobbt, rausgeschmissen mit der Begründung , die Stelle sei nicht mehr zu halten (und das bei essentiellen Positionen wie Textchef, PA usw), oder sonst wie total ausgepowert wurden.
Traurig, dass diese ganzen Wald und Wiesen Titel den Markt so gedrückt und manipuliert haben, (Vertriebe erhalten Vorgaben für den Einzelhandel wo Bauertitel im Regal stehen zu haben usw) dass die Schafherde von Lesern gar nicht merkt wie die qualitativ hochwertigen Magazine einfach aus dem Regal verschwinden.
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Vollkommen richtig, justrelax. Nur Beweise im gerichtlich verwertbaren Sinne habe ich bislang nicht. Auch Zeugen werden sich dreimal überlegen, auszusagen. Denn die Macht des milliardenschweren Clans ist nicht zu unterschätzen. Und obwohl ich mittlerweile ganz woanders tätig bin, würde ich dennoch befürchten, den langen Arnm der Bauers zu spüren zu bekommen. Denn man kennt sich in den obersten Etagen, ganz gleich, welche Branche.
Aber das Unrecht wird einfach zu groß. Bin gerade in Kontakt mit einem Bauer-Mitarbeiter, der gezielt in den Wahnsinn getrieben wird. Dass diese Person noch bei Verstand ist, grenzt an ein Wunder. Ich könnte so viele Namen von Bauer(n)-Opfern nennen. Doch auch diese Leute haben Angst vor der Rache des Konzerns, wohl auch zu Recht.
Es gibt einfach zu viele Verdächtigungen/Vermutungen/Hinweise von ekelhaften Geschäftspraktiken, denen nachgegangen werden müsste. Aber beweisen kann ich nichts.
Sie sollten mit Ihrem Wissen wirklich an die Öffentlichkeit gehen, denn die Behauptungen, die Sie in Ihrem Kommenatr aufgestellt haben, sollten auch belegbar sein.
Bitte nicht falsch verstehen: ich kannte diesen Verleger bis eben nicht einmal, aber wer solche Ausagen tätigt, sollte das eben nicht anonym und ohne "Beweise" machen, sonst hinterläßt dieser Kommentar einen ziemlich faden Beigeschmack...
Ein Glück, dass die User dieses Forum hier anonym sind. Ich habe viele, viele Jahre Bauer-Verlag hinter mir (an verschiedenen Standorten) und kann die im Artikel erhobenen Vorwürfe nicht nur in vollem Umfang bestätigen, sondern sogar bezeugen, dass die Zustände im Bauer-Imperium noch viel haarsträubender sind. Wirklich fieses Mobbing bis hin zu Handgreiflichkeiten sind an der Tagesordnung, ebenso wie unmenschliche (und unbezahlte) Überstunden. Chefredakteure und Geschäftsführer bereichern sich in geradezu betrügerischer Absicht, wichtige Schlüsselpositionen werden mit beinahe grenz.debilen Ja-Sagern besetzt, Mitarbeiter werden gerne vor der gesamten Mannschaft bloßgestellt. Die Arbeitsverträge spotten jeder Beschreibung. Undundund.
Warum Bauer dennoch immer wieder Arbeitssklaven findet, ist offenbar: Weil seit Jahren die Medienbranche immer unsicherer wird, dient Bauer als Auffangbecken für woanders gefeuerte Medienleute.
Dieser Konzern arbeitet mit Duldung des Managements mit derart widerlichen Methoden, dass ich wirklich ernsthaft daran denke, an die Öffentlichkeit zu gehen.
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