Trauer um Schauspieler Maximilian Schell ist tot

Maximilian Schell im Jahr 2010: Der Schauspieler verstarb in der Nacht zum Samstag.

Er war einer der bekanntesten deutschsprachigen Schauspieler weltweit. Nun ist der Oscar-Preisträger Maximilian Schell in der Nacht auf Samstag in Innsbruck gestorben. Er wurde 83 Jahre alt.

Der Oscar-Preisträger Maximilian Schell ist tot. Der weltbekannte schweizerisch-österreichische Schauspieler starb in der Nacht auf Samstag im Alter von 83 Jahren. "Voller Trauer müssen wir bestätigen, dass Maximilian Schell im Klinikum Innsbruck an der Folge einer plötzlichen und schweren Erkrankung verstorben ist", sagte seine Sprecherin Patricia Baumbauer.

"Seine Frau Iva war bis zuletzt bei ihm." Schell hatte die heute 35-jährige Sopranistin Iva Mihanovic im vergangenen Jahr geheiratet. Nach Angaben seiner Wiener Agentur ist Schell "nach langwierigen Problemen mit seinem Rücken an den Folgen einer für ihn wichtigen Operation unglücklicherweise verstorben". Nähere Angaben zur Erkrankung Schells und zu seinem Tod wolle die Familie nicht machen, teilte seine Sprecherin in einer E-Mail mit.

Erst vor wenigen Tagen war Schell aus einem Krankenhaus in Kitzbühel entlassen worden. Dort war er wegen einer Lungenentzündung behandelt worden. Es sei "alles bestens", hatte seine Sprecherin bei der Entlassung mitgeteilt. Schell war für ZDF-Dreharbeiten in Kitzbühel. Seine Frau, die 35-jährige Sopranistin Iva Mihanovic, war während dieser Zeit an seiner Seite.

Der gebürtige Wiener gehört zu den bekanntesten deutschsprachigen Schauspielern weltweit. 1962 wurde er als bester Hauptdarsteller in "Das Urteil von Nürnberg" mit dem Oscar ausgezeichnet. Er war der erste deutschsprachige Schauspieler nach dem Zweiten Weltkrieg, dem diese Ehre zuteil wurde.

Persönliche Filmporträts

Dem Welterfolg folgten zahlreiche Filme, unter anderem "Topkapi" (1964), "The Deadly Affair" (Anruf für einen Toten, 1967) und "Counterpoint" (Der Befehl, 1967). 1998 stand er für den Hollywoodstreifen "Deep Impact" vor der Kamera. Doch Schell war mehr als der Oscar-prämierte, in Hollywood erfolgreiche Schauspieler. Am Theater arbeitete er mit Regisseurgrößen wie Gustaf Gründgens zusammen. Schell war Opern- und Filmregisseur, Dokumentarfilmer, Musiker, Maler, Bühnenautor.

Der Dokumentarfilm "Marlene", in dem Schell 1983 ein 17-stündiges Interview mit der damals 82-jährigen Marlene Dietrich verarbeitete, ohne sie je zu zeigen, gilt vielen Cineasten als sein faszinierendstes Werk. Für Aufsehen sorgte Schell im Jahr 2002 auch mit der Dokumentation "Meine Schwester Maria", einem sehr persönlichen Porträt seiner Schwester Maria Schell, die in den 1950er und 1960er Jahren zu den größten Stars des deutschsprachigen Films zählte und in deren Schatten er lange stand.

Schell wurde am 8. Dezember 1930 als Sohn des Schweizer Schriftstellers Hermann Ferdinand Schell und der österreichischen Schauspielerin Margarete Noé von Nordberg geboren. Zuletzt lebte er auf seinem Berghof in Preitenegg in Kärnten. Neben seiner Ehefrau Iva hinterlässt er Tochter Nastassja.