Sie wohnen in verbarrikadierten Häusern, fliegen im Privatjet - und Steuern zahlen immer die anderen. Superreiche sind nicht mehr von dieser Welt.
Will man die jüngsten Steuerskandale diskutieren, dann stößt man schnell an rhetorische Grenzen. Denn in den Stammtischargumenten und Schlagzeilen der Boulevardpresse findet sich immer noch das antiquierte Bild vom "ihr da oben, wir da unten". Das aber geht davon aus, dass die Reichen und Mächtigen in der selben Welt leben wie die Normalverdiener und Durchschnittsbürger.
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Schöpfen aus dem Vollen: Glamour-Lady Xenia Merz und ihr reicher Ehemann in Moskau. Phoenix widmet ihnen am 2. März, 18.45 Uhr, eine Sendung. (© Foto: Phoenix/ZDF/Dietmar Schumann)
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Und das tun sie schon lange nicht mehr. Denn es geht nicht mehr um oben und unten oder links und rechts. Der neue Gegensatz ist vielmehr zwischen wir hier drinnen, ihr da draußen. Da reicht schon ein Blick auf die Entwicklung von Design und Architektur in den letzten anderthalb Jahrzehnten, in jener Zeit also, in der sich eine ganz neue Klasse des superreichen Weltbürgers etablieren konnte.
Die nicht nur anders leben, sondern auch anders denken. Das Lebensmotto dieser neuen Elite formulierte die milliardenschwere New Yorker Hotelbesitzerin Leona Helmsley zu Beginn dieser Ära, im Jahre 1989, als sie sagte: "Wir zahlen keine Steuern. Nur die kleinen Leute zahlen Steuern."
Nimmt man die Entwicklung der Luxusautomobile seit Mitte des 20. Jahrhunderts, kann man die Entfremdung der Reichen von der Welt bildlich darstellen. In den fünfziger Jahren war der Inbegriff des Luxus eine Limousine. Mercedes und Cadillac bauten jene Wagen, die als Straßenkreuzer das prunkvolle Bild von der Luxusyacht zu Lande beschwörten, Porsche und Ferrari die Sportwagen, die Überlegenheit durch Geschwindigkeit bewiesen.
Hinter Mauern und Fassaden
Die neue Klasse der Luxuswagen aber basiert auf dem Grundmuster von Nutzfahrzeugen. Allerdings haben so genannte Sport Utility Vehicles nur noch in der Anmutung etwas mit den Geländewagen der Vergangenheit zu tun. Viele Luxusgeländewagen haben kaum noch die Bodenfreiheit, um einen Bordstein zu überwinden, geschweige denn einen geländegängigen Vierradantrieb.
Die eigentliche Funktion dieser Fahrzeuge ist es, ihre Fahrer und Passagiere von der Außenwelt abzuschirmen. Da sitzen sie weit über dem automobilen Proletariat in luftiger Höhe, die verdunkelten Scheiben schützen weniger vor Sonne als vor neugierigen Blicken, und ihre Geräumigkeit dient vor allem dazu, eine Inneneinrichtung unterzubringen, die mit mächtigen Ledersitzen und üppigen Konsolen das Interieur eines Salons beschwören.
Ähnliche Entwicklungen kann man auch in der Architektur beobachten. Dienten die Villen des 19. und 20. Jahrhunderts noch dazu, Ehrfurcht vor dem Reichtum zu erzeugen, so verstecken die Bewohner modernistischer Luxushäuser in Hollywood und Grünwald ihren Status hinter Mauern und Fassaden, die von außen eher an eine Lagerhalle oder einen Werkhof erinnern denn an die Kreation eines teuren Architekten wie Rem Koolhaas und Frank Gehry.
Auf der nächsten Seite: Warum jene, die sich über Regeln hinwegsetzen, reich belohnt werden.
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In seinem Roman „Canale Mussolini“ erzählt Antonio Pennachi von der Trockenlegung der pontinischen Sümpfe im italienischen Faschismus. Jetzt lesen ...
Urteil am Bundesverfassungsgericht
Carl Eugen, Herzog von Württemberg von 1737 bis 1793, der ab einem gewissen Zeitpunkt allzu sehr als berüchtigter Prasser im Lande verspottet war, hatte sich für private Vergnügungen eine Hütte bauen lassen, die außen 'pfui' innen jedoch mit Seidentapeten verkleidet war.
... noch der Satz : "Unser Vermögen beruht auf Leistung !"
Und unter Eingeweihten des Inneren Kreises muß ein Satz garnicht erst ausgesprochen werden , nämlich : " Und wir kaufen uns die Regierung ."
hat grundsätzlich nichts mit Stil zu tun.
Als Analogie zum Neo-Kapitalismus, wie er sich in schillerndsten Farben gerade in Russland zeigt, dient das oben gezeigte Bild sehr gut. Zudem muss gesagt werden, das der Russe ein anderes Verhältnis zu Geld, Luxus und Macht hat, als der in sich verzogene Multimillionär aus dem Schwarzwald.
In Russland wird die finanzielle Situation offen und provokativ zur Schau gestellt (Lebe heute, mein Freund...) - entsprechend reich fallen die Klischees auch in dieser seriösen Tageszeitung aus.
Stil ist ein Ausdruck von Würde, Respekt, Courage und Anspruch.
Die Gewöhnlichkeit beginnt meistens mit der belang- und wahllosen Anschaffung sinnloser und falsch interpretierter Statussymbole, die der Ablenkung vom eigenen, nicht zu überwindenden Mittelmaß dienen...
Jenseits jeglicher Neiddebatte (mich interessieren diese Leute nicht, ginge es nur darum, ihnen dieses Bedürfnis zu gönnen, würde ich sagen "herzlich gerne"), ofenbart sich in dieser Abschottung einerseits eine primitive Fixierung auf das Materielle, andererseits eine gehörige Portion Angst.
Wir können diese Angst steigern und sie dazu veranlassen, wieder in die Normalität zurück zu kommen: Wir ignorieren sie einfach, es wird nicht mehr über sie geschrieben, berichtet usw. Denn noch mehr als vor dem Verlust ihres Reichtums fürchten sie sich davor, gar nicht mehr wahrgenommen zu werden. Aber da gibt es noch zu viele, die zu ihnen aufsehen, auch unter den Journalisten.
Herrn Kreye, scheint entweder die Feder aus einer Cloaca maxima entsprungen zu sein oder aber er sieht zuviel fern.
Dem Herrn Eiermeier zu H Kirch: Herr Kirch ist schwerkrank, fast blind. - soviel zu "wer sein Leben lang nicht schwer gearbeitet hat"
the-egg: weiter so.
Paging