Zu diesem Verlagsgeschäft gehören bei Suhrkamp aufwendige Editionsprojekte, nicht zuletzt im neuen Verlag der Weltreligionen. Die großen Bestsellerzeiten Isabel Allendes sind Vergangenheit, Carlos Ruiz Zafón, der mit dem "Schatten des Windes" dem Insel Verlag einen Großerfolg bescherte, ist von S. Fischer abgeworben worden, und so gut sich der Roman "Der Turm" von Uwe Tellkamp verkauft - auch eine Handvoll Hardcover-Erfolge kann ein so tief gestaffeltes Verlagshaus nicht tragen, wenn es anderswo kriselt.

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Dieses kritische Anderswo lässt sich am Suhrkamp-Verlagsprogramm ablesen. Und zwar weder dort, wo von Dietmar Dath, der edition unseld oder vom neuen DVD-Programm die Rede ist. Noch dort, wo die beeindruckende Backlist von Adorno, Brecht, Beckett, Benjamin über Hermann Hesse bis hin zu Nelly Sachs und Robert Walser bewirtschaftet wird.

Es lässt sich vielmehr an der auffälligsten Innovation ablesen, die Suhrkamp in diesem Geschäftsjahr 2009 auf den Markt bringt: an der im Mai startenden Taschenbuchreihe mit Kriminalromanen, die mit dem Appetizer "Am Anfang war der Mord" beworben wird.

Wer die sechs Pilot-Bände auch nur von ferne betrachtet, kann dieser Reihe den Wunsch, aus dem sie entstanden ist, an der Nasenspitze ablesen: ein Taschenbuchprogramm aufzulegen, das dort zündet, wo Umsatz gemacht wird, auch in den Buchabteilungen der großen Kaufhäuser und an den Tankstellen. Die grelle Reihe signalisiert die Sehnsucht nach Erlösen jenseits der traditionellen Suhrkamp-Insel-Taschenbuch-Welt, jenseits der eigenen Backlist. Einer der Titel spielt noch in Frankfurt und heißt "Kalter Main".

Aber auch die Spree kann sehr kalt sein, manchmal sogar kälter als der Main.

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  1. Der Main wird kälter
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(SZ vom 07.02.2009/af)