Liebesroman Die Kunst der Fuge

Die Heldin legt sich eine Theorie zurecht, um das eigentlich Unerträgliche - die vielen Liebschaften des Geliebten - in eine Romanze umzuformatieren.

(Foto: Boris Roessler/dpa)

Hohe Töne, tiefes Leid: Johanna Adorján schickt in ihrem Roman "Geteiltes Vergnügen" eine welterfahrene Journalistin in die Abwärtsspiralen der Selbstaufgabe.

Von Hilmar Klute

In den Achtzigerjahren, die von der Zeit, in der Johanna Adorjáns Roman spielt, ähnlich weit entfernt liegen wie New York von München, damals also lasen viele in Deutschland Christoph Meckels Erzählung "Licht". Es war die Geschichte eines Mannes, der aus einem zufällig ins Herbstlaub gewehten Brief erfährt, dass seine Freundin eine Liebschaft zu einem anderen Mann unterhält. Und dann folgte ein irrsinnig schöner und schrecklicher Monolog, der um die große Frage kreiste, wie viel Freiheit man einem geliebten Menschen zubilligen ...