Kolonialgeschichte Schädelstätten

In deutschen Museen liegen Gebeine von Verstorbenen aus den einstigen Kolonien. Manche Überreste wurde schon zurückgegeben. Es könnten viel mehr sein.

Von Anna Lea Berg

Ein seltsamer Anblick bot sich da vor einigen Wochen im Tieranatomischen Theater in Berlin. "Schädel X" hieß die Performance, es handelte sich um das Re-Enactment eines dunklen Kapitels deutscher Wissenschaftsgeschichte. Vor den Augen des Publikums sägte und bohrte Konradin Kunze vom Performance-Kollektiv Flinnworks an einer Schädelattrappe und erzählte dabei die Geschichte eines kolonialen "Rasseschädels" aus Namibia. Kunzes Performance knüpfte an eine aktuelle Debatte an: Tausende Gebeine wurden während der Kolonialzeit zu Forschungszwecken nach Deutschland gebracht. Seit Jahren fordern Herkunftsgemeinden und ...