Italien Filmemacher Ettore Scola ist tot

Ettore Scola im Jahr 2013.

(Foto: dpa)

Der überzeugte Linke galt als Altmeister des italienischen Films. Die Branche trauert um den "Meister in der Kunst des Beobachtens".

Scola stirbt im Alter von 84 Jahren

Der italienische Regisseur und Drehbuchautor Ettore Scola ist tot. Er starb am Dienstagabend im Alter von 84 Jahren in Rom, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der gebürtige Süditaliener hatte demnach bereits seit Sonntag im Koma gelegen.

Scola brachte während seiner langen Karriere Dutzende erfolgreiche Filme auf die Leinwand. 1976 gewann er die Goldene Palme in Cannes für die beste Regie, "Ein besonderer Tag" war 1977 für den Oscar nominiert. Italiens Regierungschef Matteo Renzi würdigt Scola als "Meister in der Kunst des Beobachtens" der italienischen Gesellschaft". Er hinterlasse "eine enorme Lücke in der italienischen Kultur".

Scola wurde 1931 als Sohn eines Arztes in Trevico bei Neapel geboren. Er studierte zunächst Medizin, wechselte dann zu Jura und begann später, beim Film zu arbeiten. Der Durchbruch gelang ihm 1970 mit der schwarzen Komödie "Eifersucht auf Italienisch" mit Marcello Mastroianni und Monica Vitti in den Hauptrollen. Scolas Markenzeichen war sein stilles, einfühlsames und sozialkritisches Kino.

Kulturminister im Schattenkabinett

Auch die italienische Film- und Kulturwelt trauert um Scola. "Ettore Scola hat uns verlassen", schreibt Kulturminister Dario Franceschini auf Twitter. "Ein großartiger Meister, ein außergewöhnlicher Mann, der bis zum letzten Tag seines Lebens jung geblieben ist." Der italienische Schauspieler Giancarlo Giannini bezeichnete Scola als "großartigen Menschen und großartigen Regisseur".

Der Filmkritiker der Zeitung "Corriere della Sera", Paolo Mereghetti, sagte im Fernsehsender Sky TF24, Scola sei der "politischste" Filmemacher der italienischen Filmbranche gewesen und habe außergewöhnliche Hellsichtigkeit bewiesen. Scola war lange Jahre Mitglied der Kommunistischen Partei Italiens und wurde 1989 von seiner Partei zum "Kulturminister" eines Schattenkabinetts berufen.