Der Gruner + Jahr-Chef spricht über Führungsprinzipien beim Spiegel-Verlag - und über das Festhalten an Spiegel-Geschäftsführer Mario Frank.
SZ: Herr Kundrun, wann haben Sie das letzte Mal mit Geschäftsführern der Mitarbeiter KG des Spiegel-Verlages gesprochen?
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Bernd Kundrun: Wir hatten eine Gesellschafterversammlung (23.4.) zwei Tage bevor bekannt wurde, dass die Mitarbeiter KG nicht mehr hinter dem Spiegel-Geschäftsführer Mario Frank steht. Auf dieser Gesellschafterversammlung haben alle Gesellschafter einvernehmlich den Geschäftsführer entlastet.
SZ: Die KG-Geschäftsführung hat am Mittwoch dieser Woche in der Jahresversammlung der Stillen Gesellschafter des Spiegel-Verlages erklärt, dass Sie und Ihr G + J-Vorstandskollege Achim Twardy umgehend informiert worden seien über das Votum gegen Frank.
Kundrun: Das ist so nicht richtig. Das öffentlich gewordene Meinungsbild der Mitarbeiter KG war uns so nicht bekannt.
SZ: Die Mitarbeiter KG hält 50,5 Prozent, aber nur mit Gruner + Jahr (25,5 Prozent) können grundlegende Unternehmensentscheidungen wie die Absetzung eines Geschäftsführers getroffen werden. Wie definieren Sie die Gesellschafter-Rolle von G + J beim Spiegel?
Kundrun: Wir wollen die Unabhängigkeit und Autorität der Geschäftsführung garantieren. Wir wollen sicherstellen, dass ihr seitens der Gesellschafter verlässlich das Vertrauen und die notwendigen Entscheidungsfreiräume eingeräumt werden, damit sie ihre Aufgaben erfüllen kann. Um nichts anderes geht es. Es wurde letzte Woche geschrieben, dass sich jetzt eine Machtfrage stellte auf Gesellschafterebene. Das ist nicht der Fall. Die Machtverhältnisse auf der Gesellschafterebene sind eindeutig geklärt und zwar noch von Spiegel-Gründer Rudolf Augstein. Das heißt: Die Mitarbeiter KG und G + J müssen zusammenwirken, idealerweise mit Augsteins Erben (24 Prozent).
SZ: Sie haben sich schnell für Mario Frank stark gemacht. Sie finden, dass er Gutes leistet, dass der Spiegel-Verlag erfolgreich abgeschnitten hat 2007. Sie sehen keinen Grund, Frank abzulösen. Wissen Sie, was Frank vorgeworfen wird?
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