Von diesem Montag an soll das Abendblatt nach SZ-Informationen nicht mehr als Zeitung geführt werden, die einen Online-Auftritt bietet, sondern als Online-Angebot, das auch eine Zeitung im Portfolio hat.
Mitte Oktober 2008 übernahm Claus Strunz das Hamburger Abendblatt. Der Springer-Journalist, der zuvor Bild am Sonntag geführt hatte, entwarf sehr schnell eine neue Architektur seines Blattes. Den Ressortleitern schlug er bald Online-Verantwortung zu. Von diesem Montag an soll das Abendblatt nach SZ-Informationen nicht mehr als Zeitung geführt werden, die einen Online-Auftritt bietet, sondern als Online-Angebot, das auch eine Zeitung im Portfolio hat.
Lernen von den Großen: Das Online-Angebot des "Hamburger Abendblatts" soll ganz groß werden. (© Screenshot: abendblatt.de)
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Freitag vergangener Woche stellte Strunz, 42, sein Konzept "Abendblatt 3.0" in der Redaktion vor. Für die Ressorts Hamburg/Nord, Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Vermischtes wurden "Channel Manager" ernannt, die sich ausschließlich darum kümmern sollen, dass alles, was die weit mehr als 100 festangestellten Mitarbeiter täglich an Informationen zusammentragen, zunächst online verbreitet wird.
Online first
Intern hat Strunz offenbar angeordnet, dass jeder Redakteur für Online tätig werden müsse und sich erst dann an die weitere Verwertung im Print machen dürfe. Die Homepage des Abendblattes soll künftig zwischen neun und 17 Uhr alle 30 Minuten eine neue Aufmachung erhalten. Noch für das erste Halbjahr 2009 ist ein Relaunch der Website geplant. Der Editorial Designer Dirk Merbach, der sich zuletzt um eine Auffrischung der Zeit kümmerte, arbeitet parallel an einem Re-Design des Blattes.
Ziel von Strunz ist es, mit einer voll integrierten Multimediaredaktion vor allem die bundesweite Bedeutung seiner Redaktion zu steigern. Das Hamburger Abendblatt wird für das 4. Quartal 2008 eine Auflage von circa 243 000 Exemplaren melden (mehr als 200 000 Abos). Die Online-Seite liegt derzeit bei ungefähr einer Million Klicks täglich oder 4,3 Millionen Visits beziehungsweise 1,06 Millionen Unique Users monatlich.
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(SZ vom 12.1.2009/rus)
Trotz Kälte genug Strom
Das ist die aufregendste Meldung seit langem zum Thema "Zukunft der Zeitung". Ist das der Weg, den bald auch die SZ gehen muss?
Schön ist ja nicht, dass ein Springer-Blatt vorangeht. Aber nicht verwunderlich.
Natürlich habe ich gleich das heutige HA angeklickt. Auf die Schnelle kann ich mir kein Urteil bilden. Auf den ersten Blick: nicht so sehr "neu". Sicher mehr Inhalt, übersichtlichere, schnellere und bessere Verlinkung als bei süddeutsche.de. Aber die ist ja nur Stiefstkind des Verlags.
Die bekannte Tendenz des Springer-Verlags ist erkennbar, aber nicht deutlich. Und Mißtrauen ist natürlich angebracht.
Aufregend auf jeden Fall.
Aufregend auch, dass die Annoncen besser integriert scheinen.
Völkchen am östlichen Stadtrand Münchens: Höre die Signale!