Der U2-Sänger Bono soll beim Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel depressiv geworden sein. Der Grund: Merkel habe Afrika lediglich Hilfe in Höhe von 700 Millionen Euro in Aussicht gestellt.
U2-Sänger Bono ist über Kanzlerin Angela Merkel verärgert. Nach dem Gespräch mit Merkel am Mittwochabend zum Auftakt des G-8-Gipfels habe er erst gedacht, das Handtuch werfen zu müssen, sagte Bono am Donnerstag vor dem Konzert "Deine Stimme gegen Armut" in Rostock.
(© Foto: dpa)
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Dies sei ein "sehr hartes Treffen" gewesen. Der ebenfalls prominente Afrika-Aktivist Bob Geldof bestätigte, Bono sei während des Gesprächs depressiv geworden.
Merkel habe Afrika lediglich Hilfe in Höhe von 700 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Benötigt würden aber 1,5 Milliarden Euro. Nur so könnten die beim G-8-Gipfel in Gleneagles vor zwei Jahren gemachten Versprechungen erreicht werden, sagte Geldof. Die Industrie- und Regierungschefs hatten Afrika höhere Entwicklungshilfe und Schuldenerlass versprochen.
Nach den so genannten Millenniumszielen soll zudem die Armut bis 2015 weltweit halbiert werden. Merkel hatte nach dem Gespräch gesagt, sie lege Wert auf konstruktive Kritik und schenke den Hilfsorganisationen, mit denen Bono und Geldof zusammenarbeiten, Gehör. Bono und Geldof, die beide seit fast zwei Jahrzehnten gegen Armut und Aids in Afrika kämpfen, sind bereits mehrfach mit Merkel zusammengetroffen.
Zu dem sechsstündigen Konzert waren am Nachmittag rund 80.000 Menschen geströmt. Geplant waren bis 20.00 Uhr unter anderem Auftritte von Grönemeyer, Bono, Die Toten Hosen, Die Fantastischen Vier und Sportfreunde Stiller. Jede Band sollte zwei Songs spielen. Dazwischen wurden Filmbeiträge über die ärmsten Länder gezeigt und es sprachen Redner wie Friedensnobelpreisträger Mohammed Yunus zum Publikum.
Grönemeyer betonte, mit dem Konzert solle Druck auf die Regierungschefs in Heiligendamm ausgeübt werden. Merkel könne nicht sagen, sie schmeiße mal 700 Millionen Euro auf den Tisch und dann sei alles vergessen. Die G-8-Staaten dürften ihre Versprechen nicht brechen. Merkel sei aber berühmt für ihre Taschenspielertricks.
"Wir Musiker sind die Trommler", erklärte er. Sie nutzten ihre Publizität, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Es müsse ein Bewusstsein geschaffen werden, "dass wir von unseren Standard runtermüssen. Wir werden nicht umhin kommen, zu teilen. Das gibt einen Sinn für das nächste Jahrhundert."
Bono sagte, es gehe bei diesem G-8-Gipfel weniger um Afrika als vielmehr "um unser Wertesystem". Es gehe darum, ob es in Ordnung sei, Versprechen zu brechen, die gegenüber der Welt gegeben worden seien, sagte der irische Rockstar. Bei Geschäften sei es so, dass man ins Gefängnis komme, wenn man die Verträge breche. Wenn man ein Haus baue, müssten zudem erst die Grundmauern stehen.
In den nächsten 24 Stunden entschieden die Staats- und Regierungschefs, ob es darüber auch Mauern und einen Rahmen geben werde. "Wir werden heute mit dem Konzert Druck ausüben, Lärm machen."
Geldof sagte, dass in jedem Moment Jungen und Mädchen in Afrika versuchten, in Europa ein besseres Leben zu finden. Häufig würden sie tot an die Strände geschwemmt. "Ich möchte keine toten Afrikaner mehr an den Stränden sehen", sagte Geldof. Er setze seine Hoffnung auf Merkel. "Es ist ein langer, langer Weg, bis die Armen auf der Welt Gerechtigkeit erfahren."
Schließlich wurde Bono noch versöhnlich: Merkel sei eine "niedlich aussehende" sehr geschickte Frau, wenn es darum gehe, die Iren zu beruhigen, sagte Bono lachend. "Sie hat einen anziehenden Charakter." Und auch Geldof meinte,Merkel sei eine elegante und sehr kluge Frau.
www.Deine-stimme-gegen-armut.de
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(AP)
Entspannter Vierbeiner
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Ohne Zweifel ist AIDS sehr schlimm. Mindestens genauso schlimm ist die Armut in Afrika. Noch viel schlimmer werden wahrscheinlich die Folgen des Klimawandels.
Es gibt aber etwas, was noch viel schlimmer ist, als AIDS, die Armut in Afrika und der Klimawandel zusammen, und das ist Grönemeier!
So ist der Deutsche - wo der Amerikaner bei der Beurteilung von Handlungen nur auf die Wirkung schaut, will der Deutsche immer auch die hinterlegten Motive und die Konsistenz des Handelns der agierenden Person mit in den Blick nehmen.
Das bleibt zwar mehr oder weniger spekulativ. Es ist aber trotzdem richtig - es geht ganz schlicht um Glaubwürdigkeit.
Aber natürlich gilt: egal wie verlogen ein Engagement ist - wird damit auch nur ein Leben gerettet, war es schon sinnvoll.
Ach wissen Sie, was Musik anbetrifft hat ja jeder seinen eigenen Geschmack und Sie, nur Sie haben den absoluten Durchblick. Das versteht sich doch von selbst.
"Der Bono sollte sich lieber auf das konzentrieren was, ihn groß gemacht hat, die letzten Alben von U2 sind nur noch mittelmäßig."
Hier kann ich nur Dieter Nuhr zitieren: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten.
Chrx.
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