Filmtipp des Tages Zeugnis gegen die Unverbesserlichen

Sie sind Überlebende der Schoah, allesamt über 90 Jahre alt. Sie stammen aus dem heute polnischen Breslau (Wrocław), der vor Hitler drittgrößten jüdischen Gemeinde Deutschlands, die heute gerade noch 300 Mitglieder zählt. Zwölf Männer und Frauen erzählen Karin Kaper und Dirk Szuszies, was sie durchgemacht, wie und wo sie überlebt haben. Und erzählen damit die schändliche Geschichte ihrer Stadt, wo heute wieder Rechte aufmarschieren und das Gedenken an die Reichspogromnacht mit Parolen für ein "katholisches Polen"stören. Unter den Zeitzeugen des Dokumentarfilms "Wir sind die Juden aus Breslau" befinden sich auch die Historiker Walter Laqueur und der kürzlich gestorbene Fritz Stern. Und Anita Lasker-Wallfisch, die Cellistin des Mädchenorchesters in Auschwitz. Es wird alles gesagt, alles im Bild gezeigt. Geschont wird niemand. Und das ist gut so in diesem didaktischen Film.

Wir sind die Juden aus Breslau, Deutschland 2016, Regie: Karin Kaper und Dirk Szuszies, Premiere zu den 30. Jüdischen Kulturtagen am Montag, 21. November, 18 Uhr, im Theatiner, Theatinerstraße 32, in Anwesenheit von Dirk Szuszies.