In der Presse reitet der Augsburger Bischof Attacke um Attacke auf die Familienpolitik der Bundesregierung. Im ZDF wurde aus dem Wortkrieger Gottes ein Beschwichtiger.
Da saß er also im geistlichen Gewand - jener Mann, der vor dem offensiven Krippenkonzept der Familienministerin Ursula von der Leyen mit dem Argument gewarnt hat, damit würden Frauen zu "Gebärmaschinen" degradiert. Später hatte er noch nachgeschoben, die Würde der Frau werde verletzt und es sei "inhuman", wenn sie ihre Kinder früh aus dem Haus gebe.
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Als der Augsburger Bischof Walter Mixa nun am Donnerstagabend im ZDF Stargast bei Maybrit Illner war, gab er sich freilich nicht als Wortkrieger Gottes, sondern als Beschwichtiger. Es war, als habe einer seiner vielen Medienberater dem Geistlichen geraten, vor großem Publikum im Fernsehen nur ja keine Angriffsflächen zu bieten.
Mixas dialektische Drechselei
Krippenplätze? Kein Problem, das biete die Diözese Augsburg auch. Arbeitsplätze für Frauen? Ja, auch das gebe es in der Diözese, meist als Teilzeitarbeit, zum Beispiel in der "EDV". Wahlfreiheit? Natürlich, die Frauen sollen frei entscheiden können - und Mütter, die keinen Krippenplatz haben wollen, für ihre Kleinen das Geld bekommen, das der Staat investiert.
Was der Bischof so freundlich daher plauderte, war in Wahrheit dialektische Drechselei himmlischen Ausmaßes. Die Milliarden-Last, die mit solchen Mütterhilfswerken verbunden wäre, würde den Staat nun einmal garantiert überfordern - zu den in Mixas Ideologie bekämpften Krippenplätzen käme es gar nicht erst.
Eine geordnete Diskussionsführung zum Thema "Werden die Kinder verstaatlicht", die argumentativ Näheres beiträgt, gelang Moderatorin Illner nicht. Sie verdankt ihr gutes Image womöglich auch der Tatsache, dass die gut dotierte ARD-Konkurrenz Sabine Christiansen so viele Schwächen zeigt.
Der zornige Ulrich Wickert von der ARD, der Auskunft über die ganz andere Lage in Frankreich geben sollte, drang mit seinen Einwürfen zu Mixa nicht richtig durch. Einzig die ehemalige Familienministerin Renate Schmidt (SPD) nahm sich mit Nachdruck des Augsburger Provokateurs in der Runde an, der gleichwohl seine Leitlinie nicht aufgab, Kreide gefressen zu haben.
Sie kenne ihn gut, sagte die Fränkin, habe sich dann aber gefragt, "was ist in den Typ gefahren?" Mixa sei nicht der Würde eines Bischofs gerecht geworden. Beifall! Renate Schmidt beklagte das Verhalten der Männer, die nicht genug auf die Frauen und ihre Berufswünsche eingingen und meinte, davon könne der Bischof ja vielleicht nicht so viel wissen.
Geradezu unerträglich war die Lobbyistin Beatrix Selk-Schnoor vom "Familiennetzwerk", deren Stimme ins Hysterische umzuschlagen drohte und die permanent Diskriminierung der Nur-Mütter beklagte. Sie beschrieb den Wunsch der vielen, zuhause zu bleiben, was sie aus Umfragen wusste.
Wiederkehr der Unfehlbarkeit
Diese Litanei wurde zuweilen so penetrant, dass man sich fragen konnte, wie glücklich wohl ihre vier Kinder bei einem solchen Debatten-Stil werden. Brigitte-Chefredakteur Andreas Lebert hatte in diesem Talk vor allem eines beizusteuern: Promotion für sein aktuelles Buch zur Befindlichkeit der Männer.
Bischof Mixa blieb der Fels in der Brandung. Alles floss ab. Im TV-Studio wiederholte er keinen seiner Angriffe, führte aber gleichwohl aus, bei seinen früher gewählten Vokabeln zu bleiben. Er sei nicht richtig verstanden worden.
Irgendwann gegen Schluss seiner pseudo-liberalen Thesen gab Bischof Mixa dann doch zum Besten, dass es ihm darum ginge, normale Frauen zu fördern - Frauen, die eben ihre Kinder zuhause lange erziehen wollen. Da war es wieder, die Unfehlbarkeit. Und der Anspruch, die Frauen in "normale" und - folglich - "unnormale" einteilen zu wollen. "Wir brauchen frauenfreundliche Politik", formulierte der medienbewusste Geistliche noch und platzierte so einen Satz, den jeder Politiker in Berlin auch gesagt haben könnte.
Dann war die Sendezeit schon zu Ende und die Moderatorin verwies eilig auf den nachfolgenden Kollegen Johannes B. Kerner, der mit Dieter Bohlen spreche. Erst Mixa, dann Bohlen! "Bleiben Sie heiter", war ihre Empfehlung - auch das nicht ganz falsch. Manchmal aber gefriert das Lächeln, wenn man sieht, wie erwachsene Menschen eine Stunde lang ums Thema herumreden können.
(sueddeutsche.de)
Bundespräsident Gauck in Israel
Immer wieder behauptet Frau Renate Schmidt, dass das Ehegattensplitting in besonderer Weise die traditionelle Familie fördere, bei der der Vater berufstätig sei und sich die Mutter um die Kinder kümmere. Das hat sie auch bei Maybrit Illner wiederholt. Das stimmt aber nicht und wird auch durch ständiges Wiederholen nicht wahr. Denn das Ehegattensplitting knüpft in keiner Weise an den Unterhalt, die Betreuung und Erziehung von Kindern an. Es steht auch kinderlosen verheirateten Doppelverdienern ohne jede Einschränkung zu. Würde man das Ehegattensplitting für Familien abschaffen, dann würde die ungerechte Situation entstehen, dass bei gleichem Einkommen ein Ehepaar mit Kindern, in der sich der eine Ehegatte auf die Erwerbstätigkeit konzentriert und der andere um die Kinder kümmert, wesentlich höhere Steuern zu bezahlen hätte als ein Ehepaar mit Kindern, in der beide Ehegatten in Teilzeit arbeiten. Verschärft würde dieses Unrecht noch dadurch, dass der Anspruch auf einen Krippenplatz nur erwerbstätigen Eltern zustehen soll, nicht aber auch solchen, die ihre Kinder selbst betreuen und erziehen.
Die Familie ist ein Lebensbereich, in dem sich der Staat möglichst nicht einmischen sollte: Ob Eltern zu Hause bei ihren Kindern bleiben, oder die Betreuung mit Verwandten, Freunden und Nachbarn organisieren, die Großeltern einspannen oder eine Kinderkrippe in Anspruch nehmen, muss ihnen selbst überlassen werden. Ein Staat, der öffentlich geförderte oder gar kostenlose Kinderkrippen anbietet, verhält sich in der Frage nach dem Familienmodell aber nicht neutral. Wer sich entscheidet, sein Baby selbst oder mit Hilfe seines Familienverbandes zu pflegen und zu betreuen, wird gegenüber dem, der eine staatlich subventionierte Kinderkrippe in Anspruch nimmt, diskriminiert. Und zwar, weil die Kosten der Entscheidung im einen Fall alleine vom Betroffenen selbst zu tragen sind, im anderen Fall aber sozialisiert werden. So soll es es einer Familie zwar grundsätzlich frei stehen, dass ein Elternteil zu Hause bei den Kindern bleibt. Allerdings wird sie dann nicht nur durch den Verdienstausfall belastet, sondern darüber hinaus auch noch gezwungen, über höhere Abgaben die Betreuung fremder Kinder, die in staatlich subventionierten Krippen betreut werden, mitzubezahlen. Und das soll gerecht sein?
Also, wer hier meckert sollte erstmal Fakten studieren, die NICHD-Studie im Original lesen, die Umfragen genau anschauen.
Ohne Fachwissen disskutieren finde ich schlecht und inkompetent.
Dann stelle ich noch die Frage, ob die mehrmaligen Aufforderungen von R. Schmidt an Bischof Mixa weniger emotional (oder in den Worten des Kommentators "hysterisch") waren also die von Frau Schnoor?
Die Wahrheit um die Ungerechtigkeit durch einseitige Krippenförderung und Nicht-Föderung von zu Hause betreuenden Eltern ist so klar und deutlich wie dass 1+1=2 ist.
Die Diskussion war nicht ergiebig, aber das lag an den eingeladenen Gästen.
Diese Beatrix Selk-Schnoor war ja wohl das Beste - immer reingequatscht, offensichtlich völlig überfordert und dazu noch hysterisch.
Und was überhaupt nicht klar wurde, war Wickerts eigenlich sehr vernünftige Position.
Nur Renate Schmidt hat überzeugt und sie konnte die durchgesenkte Frau Schnoor auch gut zur Ruhe bringen. Es gibt - nachweislich - keinen anderen Weg, den Frauen Berufstätigkeit und Familie zu ermöglichen. Das kommt eigentlich bei jeder Debatte heraus.
Illner sollte sich kompetente Gäste einladen - aber offensichtlich gibt es niemanden von Intellekt, der eine ernsthafte Gegenposition beziehen würde.
Überall sitzt stets der alte Mixa und verbreitet seine alten Zöpfe. Wenn ich in der katholischen Kirche etwas zu sagen hätte, würde ich ihn zurechtrücken. Er bring viel Schaden ein.
Hey cool. es gilt den Staat zu plündern. Und Mixa macht den Rädelsführer. Alle holen Geld ab, keiner zahlt ein. Ist wie in Berlin bei der CDU unter Landowski. Leoder hat dieses Sytsem einen Mangel und ist im Falle Landowski vor Gericht geendet.
Klingt wie in den siebzigern bei den Sozis: Schwimmbad für jede Kommune. Egal, wer die Schulden nachher zahlt. Auf jeden Fall nicht die Mütter mit den gutbezahlten Jobs, weil die nageln wir ja zu Hause fest.
1. Bischof Mixa spricht für 80 % der Familien (siehe die zitierte Umfrage von ipsos, die man auf der webseite www.familie-ist-zukunft.de finden kann und die sehr interessant ist
2. Frau Schnoor war die erste Person, die ich seit Monaten der Diskussionen um Familienpolitik erlebt habe, die erhlich war. Kein smarter TV-Profi, sondern engagierte Mutter- was soll da die Häme im Kommentar??? Sind ehrliche menschen nicht o.k.?
3. Dieser Typ von "Brigitte" war ja wohl der Flopp: wieder so ein Möchtegern-besserwisser, der gerne den mainstream beeinflussen möchte...
Ich frage mich, und wir werden es ja bei den nächsten Wahlen sehen, wie blöd oder blind die Politiker sind, wenn eindeutig belegt ist (durch eine repräsentative Umfrage), was Familien wirklich wollen und was Wahlfreheit wirklich ist.
Geld für alle Familien und nicht nur für Krippen-Familien!
Paging