Soviel Größenwahn, so viele Drogen, so viele Frauen: Ein verzückter Fan und Kulturforscher stellt in der Biographie über den Gitarrenzauberer Jimi Hendrix die Generationenfrage.
Einer wenig bekannten Legende zufolge drückte einmal jemand dem großen Torwart Petar "Radi" Radencovic die frisch erschienene Novelle "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" von Peter Handke in die Hand und bat den Fachmann um ein Schnellgutachten. Der "Radi", Hüter im Tor des TSV 1860 München, verstand naturgemäß nichts von dem, was er da las (schließlich war er Fußballer und kein Literaturkritiker), und erklärte, er jedenfalls habe beim Elfer noch nie Angst verspürt. Was die Fabel lehrt? Dass es schwer ist, über das Irrationale zu reden. Fußball, Literatur, Kunst, Musik und Gott sind nicht zu fassen.
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Nicht von dieser Welt: Jimi Hendrix. (© Foto: ap)
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Trotzdem gibt es Unentwegte, unerschrockene Abenteurer im Lande Pop beispielsweise, die ausgerechnet die flüchtigste Erscheinung auf Gottes weitem Erdboden zu beschreiben suchen, die lilalärmende Popmusik. Das kann geschehen in Form einer Liebeserklärung durch den verzückten Fan und entsprechend triefen, es kann aber auch - warum denn nicht? - musikwissenschaftlich und entsprechend dürr ausfallen. Die Musik überlebt alles, verabschiedet sich und weht unbeeindruckt fort übers schöne Land.
Klaus Theweleit, der über Jimi Hendrix schreibt, nein, schwärmt, phantasiert, deliriert, ist so ein Liebender, ein hemmungslos Ergriffener, aber ganz kann er den Wissenschaftler nicht verleugnen. "Ein dritter Körper entsteht auch da, wo die Schallwellen eines Lautsprechers mit den entgegenströmenden Wellen der eigenen Körperlichkeit intensiv zusammenstoßen und sich verbinden zu einer neuen Materialität im Raum." Ah ja. "Im Wechsel der vier Verzerrer: das Arbiter Fuzz Face und das Maestro Fuzz (nur live), das Axis Fuzz (in den Olympic-Studios und mit der Band of Gypsys), das Mosrite Fuzz (nur im Studio, 1969/70). Hinzu kam ein Vox-Wah-Wah...". Gut, dass das mal so deutlich ausgesprochen wurde, aber vielleicht ist diese Prospekt-Prosa ja dem Co-Autor Rainer Höltschl zu verdanken.
Chauffeur zwischen den Welten
Bei aller Liebe zur Musik kann der 66-jährige Kulturforscher Theweleit doch nicht anders, als die Generationenfrage zu stellen. "Für die nach 1940 Geborenen ist Hendrix ihr massivster Einschalter gewesen." Und weiter und noch mal: "Hendrix ist ein Chauffeur zwischen diesen Welten; unentwegt unterwegs auf seinem Gitarrenbesen, der right in time die richtigen Steckdosen fand; eine Art gitarristisch-galileischer Existenzbeweis dessen, woraus manche Menschenkörper gemacht sind, die in oder nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden...", assoziiert er frei vor sich hin und ist noch lang nicht zu Ende.
Er hätte natürlich einfach sagen können, dass in dem Lärm, den zu veranstalten Hendrix (nicht allein) gelang, endlich der Badenweiler Marsch und überhaupt das ganze Dschingderassabumm des Preußendeutschen unterging.
Erstaunlich deshalb, dass sich der große Körper- und Männerphantasien-Analytiker nichts aus der befleckten Empfängnis Hendrix' macht. Seine Großmutter nämlich war vergewaltigt und davon schwanger geworden und suchte per Anzeige einen Mann. Wenn es je einen Kleist'schen Unzulänglichkeitsverzweifler gab, dann war es James Marshall Hendrix, geboren 1942 im Ghetto in Seattle, verwahrlostes Kind aus dem schwarzen Proletariat, das von den Schwarzen nicht anerkannt wurde, ein indianischer Medizinmann, um den die Indianer sich nicht scherten, ein Gitarrenzauberer, von dem die Welt noch träumen wird bis zum Jüngsten Tag.
Kann so einer, der unzweifelhaft von den Himmeln war, überhaupt irdische Eltern haben? Hatte er: Lucille, die flatterhafte Tanzmaus, Al, der den Sohn nicht als eigen ansah, der seine Frau verprügelte und aus dem Haus trieb, der dann Jimis Erbe antrat und aus den lumpigsten Studioproben noch den letzten Pfennig juckelte. Aber was erklärt das schon?
Lesen Sie auf Seite 2, warum Jimi Hendrix' Tod ihn möglicherweise vor Schlimmem bewahrt hat.
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will wieder nicht konkreter werden, als so Abstraktes wie das Feiern eines Gottes für wenige grade eben zulässt.
Schön, das, danke sehr, wie Wolken schauen an Maientagen, die einen, die anderen, und auch die eine, ungeheuer obne, die dann fort ist als wir wieder suchen wollen...
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Auto ich vergass, die kleinen Stolperststeine der deutschen Sprache
Warum dann aber Auto? Ein etwas unpassendes Synonym
Die Biographie handelt "von" seinem Leben, jedoch schreibt er über Jimi Hendrix. Wenn sich jemanden Geschichten ausdenkt dann lästert man z.B über eine Person.
Also trifft die interpretierte Biographie eher das "über", weil sie eher einer Visionierung als der tasächlichen Geschichte entspricht.
Außerdem, er redet und schreibt über jemanden den er eigentlich nicht kennt
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... denn dann wäre es eine Autobiographie.
Weil er sie dann selber schreiben müßte
Paging