Aus der Mutterpause wieder zurück: TV-Talkerin Sandra Maischberger. Sie ließ über Glucken und Babyblues diskutieren - und informierte sich aus erster Hand.
Sandra Maischberger ist zurück aus der Mutterschaftspause. Zufällig steht die 150. Sendung an, und außerdem hat sich die ARD zu einer Kinderthemenwoche entschlossen. Ihr erstes Thema nach der Geburt ihres Kindes heißt "Mythos Mutter?" - und dafür kann sie noch nicht einmal was, sagt sie.
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(© Foto: dpa)
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Die Wiederkehrerin entschuldigt sich in ihrer Sendung "Menschen bei Maischberger" am Dienstagabend also gleich einmal beim Publikum: Das Thema habe sie sich nicht ausgesucht, und: "Schön, dass wir uns wiedersehen!"
Das Thema: "Mythos Mutter?" passt trotzdem, ist doch Mutter Maischberger an diesem Abend nicht nur Moderatorin, sondern auch Expertin. Sandra ist nicht allein. Mit ihr sitzen noch ein paar Mamis und ein Quotenpapi auf den gelben Sofas. Allesamt Elternexperten und Experteneltern. Und so diskutieren sie ausgiebig und schnell erschöpfend über Babyblues und einen möglichen Mutterkomplex in Deutschland.
Es geht friedlich zu in Sandras Sendung, ein wenig betulich, wie Eltern eben so sind. Sie verstehen einander, sind kaum unterschiedlicher Meinung. Es wäre nicht verwunderlich, wenn sich alle mal zum Freundschaftskreis an den Händen halten würden.
"Die Mutter hat`s ja so leicht"
Selbst Maria Steuer bekommt kaum Gegenwind. Die Kinderärztin und Familientherapeutin soll offensichtlich - sanft und versöhnlich - die Gluckenverteidigerin Eva Herman vertreten. Steuer sagt: "Die Mutter hat's ja so leicht, sie ist ja so verliebt in das Kind." Maischberger ergänzt: "Aus meiner Beobachtung sind das die Väter auch!"
Die junge Mutter Maischberger ("Wann ist die Trotzphase?") informiert sich in der Sendung bei den Experten und gibt wichtige Erfahrungen weiter: Sie habe das Gefühl gehabt, das Kind schreie "doch automatisch". Maischberger klagt, dass es so viele Babybücher gibt, woaufhin die Urgroßmutter dem Sofa bedächtig nickt. Ruth Hess musste auch ganz neu lernen, wie das alles funktioniert, als sie mit 76 Jahren ihre Urenkelin Julia zu sich holte.
Christian Nürnberger, der Quotenmann der Republik und Gatte der ZDF-Moderatorin Petra Gerster, spricht von Elternversagen. Zwischendurch geht es noch um Urvölker, die Wochenbettdepressionen nicht kennen, und um das Wort "Rabenmutter". Marianne Koch regt sich über Bischof Walter Mixa auf. Da weiss Nürnberger, dass der Bischof aus einer Institution komme, die Hexenverbrennung erlaubt und gefördert habe.
Gefühle sind an diesem Abend gefragt. Die Statistiken sind ohnehin alle nicht tauglich. "Ich bin verwirrt", sagt Maischberger und zitiert aus ein paar Studien. Außerdem mache ihr die Debatte um Kindererziehung Angst: "Man sieht nur noch, was man alles falsch machen kann". Das mache doch nichts, tröstet Marianne Koch: "Mütter machen immer alles falsch." SOS-Kinderdorfmutter Hiltrud Hartwig zählt schnell auf, wer Mama zu ihr sagt und wer Hiltrud.
Am Schluß sind sich alle wieder einig: Die Liebe zählt, wenn`s ums Kleinkind geht. Da fehlte in der netten Kuschelrunde eigentlich nur noch einer: Herzensjunge Kai Pflaume.
(sueddeutsche.de)
Abholzungen im Amazonas-Gebiet
Falls es Sie abschließend interessiert, ich bin nicht ausschließlich Hausfrau und mein Mann versüßt mir auch nicht mein "Nichtstun". Er hat eine Firma und ich nehme ihm einige Arbeiten ab. Wir arbeiten also zusammen familienfreundlich. Ihre Ansicht entspringt mehr dem Bildungsbürgertum, in dem man sich nur über Karriere und Ansehen definiert und bei dem man sich für gewisse Arbeiten wie putzen, etc. zu schade ist, für die man dann andere bezahlt. Was aber, wenn es alle so sehen würden? Dann gäbe es auch keine Menschen mehr, die den Dreck für andere wegmachen.
Wenn nur noch die Menschen zählen, die einer Erwerbsarbeit nachgehen, was sagen Sie dann den unverschuldet in die Arbeitslosigkeit geratenen Menschen, die keine Arbeit finden, weil keine da ist oder sie "zu alt" sind für den Arbeitsmarkt? Ihren Kommentar zu den Hausfrauen, die sich ihr "süßes Nichtstun" finanzieren lassen finde ich mehr als chauvinistisch. Als Lehrer, der seit Jahren vom Staat "finanziert" wird, sitzen Sie im Glashaus und werfen mit Steinen. Ich gehöre übrigens zur Generation derjenigen, die sich mit Hilfsverträgen über Wasser halten mussten. Wie viele Lehrer im Gegensatz zu Hausfrauen lassen sich ihr Nichtstun vom Staat finanzieren? Bestimmt mehr als 50 %. Es sind nicht alle extrem engagiert. Viele ruhen sich auf dem Beamtenjob aus, es kann ihnen ja so leicht nichts passieren. Dass sie das Hausfrauendasein als Nichtstun bezeichnen, dass finde ich von einem Pädagogen geschmacklos. Wurden sie nicht evtl. selbst von einer Mutter großgezogen, die zu Hause war? Sie würden auch ihre eigene Mutter abqualifizieren. Ihren Standpunkt kann ich nur Ihrer als Pädagoge eingeschränkten Weltsicht zuordnen. Schule ist ja nicht das wirkliche Leben. Es ist extrem arrogant, die Lebenserfüllung nur auf den Austausch mit Kollegen zu reduzieren. Dann wären alle Menschen, die diesen Austausch nicht pflegen könnten, weil sie zu jung, zu alt, arbeitslos, krank sind nichts mehr wert. Ihre äußerungen hören sich nicht wirklich durchdacht an. Ihrer Familie wünsche ich, dass Sie Ihren Standpunkt lebenstauglich machen.
Sie haben Recht, wir haben völlig unterschiedliche Standpunkte. Wenn Ihrer aber uneingeschränkt der "richtige" wäre, warum konnte die Menschheit jahrtausende lang überleben, als es die Erwerbsgesellschaft noch nicht gab? Und wenn Sie allein selig machen würde, warum haben wir dann heute so viele Stressgeplagte, abgeschobene alte Menschen, die lieblos in Altenheimen im Minutentakt zu Tode gepflegt werden, eine Zunahme von Gewalt unter Kindern und Jugendlichen, zahllose Verhaltensstörungen, wie sie früher in dem Maße nicht auftraten? Warum wohl haben wir auch immer mehr kaputte Familien? Weil die moderne Selbstverwirklichungsgesellschaft kein befriedigendes Familienleben mehr zulässt. Wie soll z. B. eine Kassiererin bei öffnungszeiten bis 22.00 Uhr noch ein Familienleben pflegen können und ihr Ehemann, der ebenso eingespannt ist? Psychologen wissen seit langem, dass die Abwesenheit der Mutter im Leben eines Menschen gravierende Probleme auslösen kann. Manche haben noch im Erwachsenenalter damit zu kämpfen. Und was Ihre Fortschrittsgläubigkeit angeht, glauben Sie wirklich, dass man von Erfolg sprechen kann, wenn unsere Gesellschaft so viele seelisch kaputte Menschen hervorbringt? Für mich ist das eher ein Beweis, dass das soziale Denken verloren gegangen ist. Ich plädiere nicht vollkommen gegen Berufstätigkeit beider Partner, aber ich bin für wirkliche Vereinbarkeit, dass man sein Berufsleben am Wohl des Kindes orientiert, wie das auch viele tun und nicht dass die Kinder abgeschoben werden in Kinderkrippen und Kinderhorte. Haben Sie mal Kinder gefragt, ob sie es gut finden, wenn sie ihre Schulferien, die der Erholung dienen sollen, im Hort verbringen müssen, weil niemand zu Hause ist? Sie denken offenbar nur aus der Sicht der beruflichen Erfüllung von Erwachsenen. Was würden Sie mit Ihren alten Eltern machen, wenn sie ihre Hilfe bräuchten? Würden Sie sie in ein Altenheim geben, wohl wissend, dass es ihnen dort an menschlicher Fürsorge mangeln würde oder würden Sie beruflich zurückstecken und sich intensiver kümmern?
Liebe Frau Kollegin, ich denke, wir haben das Thema breit genug gewalzt. Nun reichts. -
Die sehr unterschiedlichen Standpunkte liegen auf der Hand und sind in unseren Kommen-taren ausreichend erörtert, denke ich. Wenn Sie nicht in der Arbeit, sondern in der Erziehung ihres fünfzehnjährigen Sohnes Ihr Heil sehen - wer sollte, wer kann, wer will Sie daran hindern? Nur zu ! Ich jedenfalls sehe die Welt mit ein wenig anderen Augen - und meine Erfahrungen bestätigen meine Sicht auf diese gesellschaftliche Wirklichkeit. Erst die sinnvolle Tätigkeit, die anregt, inspiriert, zu Höchstleistungen herausfordert, die Möglichkeiten bietet, sein eigenes Wissen, und Können, seine eigenen schöpferischen Fähigkeiten mit anderen im Arbeitsprozeß zu messen, schaft jene Befriedigung, die den Menschen glücklich macht. Daß dabei auch das Geldverdienen heutzutage keine unter-geordnete Rolle mehr spielt, muß wohl nicht besonders betont werden. Ihre Lebensvor-stellungen kommen m.E. nur deshalb zustande, weil an ihrer Seite ein Partner steht, der das Seine tut, die Familie finanziell unabhängig zu stellen und die Wünsche und Bedürf-nisse sowohl ihres Sohnes als dann, wenn sie die Schultasche in die Ecke stellen, auch die Ihren zu befriedigen. Nun, dann. - Auch so kann man natürlich die Welt sehen und sein Leben gestalten. Daß Sie allerdings von der Gesellscdhaft dieses süße "Nichts-Tun" auch noch vergütet bekommen wollen - das wird's ganz sicher nicht mal im Kommunis-mus geben, schon gar nicht in diesere auf Leistung orientierten kapitalistischen Gesell-schaft. Viel Glück Ihnen, Ihrem Sohn und der Familie wünscht
ruebmar
In welcher Schulstufe unterrichten Sie? Wenn Sie in höheren Klassen unterrichten oder unterrichtet haben, dann bekommen Sie die Probleme vielleicht nicht so mit. In der Grundschule bekommt man aber sehr viel mit. Das fängt damit an, dass die Kinder auf den letzten Drücker geweckt werden und ohne Frühstück in die Schule kommen, mittags nicht in den Familien zusammen gegessen wird, nicht warten können, keine Rücksicht auf andere nehmen können... Egal wie wir es drehen und wenden, es ist eine Tatsache, dass Kinder nicht mehr erzogen werden. Das, was früher die Eltern vorgelebt haben, geht den Bach runter, wenn alles sich nur noch der Erwerbsarbeit unterordnen muss. Da werden Kinder in den Kindergarten oder die Schule geschickt, wenn sie krank sind, das ist doch grausam. Ich nehme an, dass Sie eventuell noch behütet aufgewachsen sind. Sicher lief da auch nicht immer alles wie am Schnürchen. Aber man hatte ein Zuhause, eine Anlaufstelle. Es war jemand zu Hause, wenn man aus der Schule kam. Dass die Verhaltensstörungen unter Kindern und Jugendlichen zugenommen haben, kann man nicht wegdiskutieren. Ich bin ganz bestimmt auch nicht generell dagegen, dass beide Partner arbeiten. Aber man muss doch auch auf die Kinder Rücksicht nehmen. Mein Sohn ist fast fünfzehn, aber ich käme nicht auf die Idee, mein ganzes Leben nur dem Beruf zu widmen. Nach einem 6-stündigen Schultag haben Kinder und Jugendliche auch Hunger. Warum wohl sitzen so viele Kinder vor dem Fernseher, der heute für alles verantwortlich gemacht wird? Weil sich niemand richtig kümmert, es fehlt an Geborgenheit. Und die kann Schule nicht geben, das müssen die Eltern tun. Der Staat kann ihnen nicht die Verantwortung abnehmen. Eltern müssen sich wieder mehr für das Wohlergehen ihrer Kinder verantwortlich fühlen. Ich bin dafür, dass die Betreuung nicht vom Staat, sondern von den Eltern geregelt wird. Was nützt es uns, dass der Staat immer mehr Betreuungseinrichtungen etc. finanzieren muss, die uns dann über die Steuern wieder treffen. Früher konnte eine Familie auch von einem Gehalt leben, heute manchmal knapp von zwei, da stimmt doch etwas nicht. Und die Leidtragenden sind die Kinder. Ich würde mich durchaus als moderne Frau bezeichnen, aber der Begriff "Emanzipation" ist für mich langsam zum Albtraum geworden. Das hat mit Frausein nichts mehr zu tun. Wenn Mütter f&
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