Gabriele Altmann arbeitet seit 13 Jahren für Zeitarbeitsfirmen. Immer wieder wurde sie von einem Entleihunternehmen zum nächsten weitergereicht. Eine Übernahme kam für ihre Chefs meist nicht in Frage.
Immer wieder klingelt das Telefon von Gabriele Altmann: "Altmann, Deutsche Messe", meldet sich die 49-Jährige routiniert. In ihrer Stimme schwingt Stolz mit. Seit Mai ist sie bei der Deutschen Messe AG in Hannover angestellt, als Assistentin des internationalen Marketings. An ihrem Arbeitsplatz sitzt sie aber schon seit Oktober vergangenen Jahres - sie hat als Zeitarbeiterin angefangen.
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Zeitarbeit: Für Gewerkschafter immer noch Teufelszeug. (© Foto: dpa)
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Dass Altmann nun fest bei der Messe AG angestellt ist, liegt auch an Tina Voß. Sie leitet ein Zeitarbeitsunternehmen in Hannover. Fast zwei Jahre war Altmann bei der Tina Voß GmbH beschäftigt und wurde an verschiedene Firmen ausgeliehen. Recht schnell hat es dann mit der Übernahme geklappt.
Die "Arbeitnehmerüberlassung", wie die Zeitarbeit offiziell heißt, boomt. Nach einer Statistik des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin waren 2007 mehr als 700 000 Menschen bei den gewerblichen Zeitarbeitsunternehmen beschäftigt. Ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um ungefähr 18 Prozent.
Allein im BZA, dem größten Zeitarbeitsverband, sind etwa 2200 Unternehmen vertreten. Von kleinen regionalen Mittelständlern bis zu den großen Konzernen wie Marktführer Randstad. Die gesellschaftliche Diskussion über Zeitarbeit ist stark von Ideologie geprägt. Während sie von der Wirtschaft als Allheilmittel zur Flexibilisierung auf dem Arbeitsmarkt dargestellt wird, kritisieren die Gewerkschaften sie heftig.
Teufelszeug Zeitarbeit
Gabriele Altmann hat schon umfangreiche Erfahrungen in der Branche gesammelt. In ihrem Lebenslauf stehen mehrere Stationen bei Zeitarbeitsfirmen. Mit Unterbrechungen kommt sie auf etwa 13 Jahre. Dabei hat sie auch bei Branchenriesen wie Randstad und Manpower in Hannover und Frankfurt gearbeitet. Doch immer wieder wurde sie von einem Entleihunternehmen zum nächsten weitergereicht. Eine Übernahme kam für ihre Chefs meist nicht in Frage.
Das dürfte auch daran liegen, dass die meisten Zeitarbeitsfirmen eine Übernahmeprovision von bis zu drei Monatsgehältern von ihren Kunden verlangen. Ein Grund, warum für viele Gewerkschafter Zeitarbeit immer noch Teufelszeug ist.
"Die Zeitarbeitsunternehmen haben doch am Ende gar kein Interesse daran, den Mitarbeiter zu verlieren. Sie wollen ihn weiter verleihen und an ihm verdienen", sagt Reinhard Dombre, Leiter der Abteilung Tarifpolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund. Die gesetzliche Höchstdauer für Leiharbeit von zuletzt 24 Monaten ist weggefallen.
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Es scheint so zu sein, dass der Gesetzgeber von Anfang an gewisse Lücken im Zeitarbeitsgesetz gedacht hat. Vor allem dem ehemalige Superminister dürfte das sehr entgegengekommen sein, sitzt er doch im Aufsichtsrat eines solchen Unternehmens. Das man nachträgliche die Befristung von Zeitarbeit bei einem Unternehmen aufgehoben hat, ist ein weiteres Indiz auch dafür, dass sich die Lobby auch hier durchgesetzt hat, vermutlich in Gestalt eines Herrn Clement. Somit entsteht das Bewusstsein, dass dieses Gesetz fleißig unterlaufen und der eigentliche Sinn konterkariert wird. Clevere Unternehmen gründen Zeitarbeitsfirmen, in die sie dann Betriebsteile auslagern. Sie entgehen damit dem Flächentarifvertrag und beschäftigen ihre MA zu niedrigeren Löhnen. Dass MA bis zu 20 % weniger verdienen, als Ihre fest angestellten Kollegen, ist auch kein Geheimnis. Allerdings wird es in Branchen mittlerweile kritisch, die dringend Mitarbeiter suchen, aber keine bekommen, weil diese bei Leiharbeitsfirmen ebenfalls nicht zur Verfügung stehen. Hier zeigt sich dann, dass die Ausnutzung bestimmter Gesetze nicht unbedingt intelligent ist, nämlich dann, wenn man sich nicht um die zukünftige Entwicklung seines Unternehmens kümmert.
Sagen Sie das mal einem Arbeitsberater.
Da können Sie dann einen schönen langen Prozess vor dem Sozialgericht führen.
Mich würde interessieren, was die Zeitarbeitsfirmen in München und Bayern bezahlen, z.B. für einen Elektriker oder Kaufmannsgehilfen mit etwa 10 Jahren Berufserfahrung.
In meiner alten Firma wurden alle drei kaufmännischen Bürokräfte erst über die Zeitarbeit ins Haus geholt und dann übernommen - weil die Zeitarbeit für qualifizierte Kräfte auf Dauer zu teuer war. Sollte "man" natürlich bei VW oder anderen Volkseigenen Betrieben mit utopischen Haustarifen arbeiten, so kann Zeitarbeit trotz der Provision tatsächlich billiger sein. Ich halte dies aber aus meinen Erfahrungen für eine Ausnahme statt Regel.
Ansonsten wird gerne vergessen, dass Zeitarbeiter einen Aufschlag erwirtschaften müssen für alle Zeiten, in denen die nicht bei einem Kunden beschäftigt sind und zu Hause auf neue Aufträge warten. Zudem muss es einen Puffer für die unvermeidbaren, krankheitsbedingten Ausfälle geben.
Zeitarbeit hat den Vorteil, man kann es überschaun, Und sich darauf einstellen, Beide Seiten, Besser jedenfalls, als ständig einer Kündigung entgegen zu zittern,
Paging