Sie haben ihr Abi oder Diplom in der Tasche und wollen weg von zu Hause: Wie sich junge Deutsche mehrere Monate ins Ausland fortmachen.
Es gibt Berufe, die wohl nur die wenigsten als Traumjob bezeichnen würden: Erntehelfer und Restaurantaushilfe beispielsweise. Die einen müssen bereits früh morgens aus den Federn und krümmen den ganzen Tag in der prallen Sonne ihren Buckel, die anderen waschen bis spätabends schmutzige Teller.
Mal locker, mal mühsam: Work&Travel-Reisende finden nicht überall sofort einen Job. (© Foto: photodisc)
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Und dennoch: Einige junge Erwachsene reißen sich geradezu um diese Tätigkeiten. Zwar wollen sie diese Arbeit nicht ein Leben lang verrichten, und schon gar nicht beim Bauern oder Gastwirt um die Ecke - aber weit weg von der Heimat, beispielsweise in Australien, Neuseeland oder Südafrika, da sieht das schon ganz anders aus.
"Work & Travel", "Working Holiday" oder "Ferienarbeitsaufenthalt" nennt sich das, wovon sich vor allem frischgebackene Abiturienten Freiheit und Abenteuer versprechen. Sie wagen den großen Schritt und erkunden meist für ein Jahr lang ein fremdes Land. Oft ziehen sie dabei von Ort zu Ort, und um die Reisekasse aufzubessern, nehmen sie die verschiedensten Gelegenheitsjobs an.
Wer sich durch die zahlreichen Internetforen zum Thema klickt, findet ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte. So schreibt eine Australien-Reisende unter dem Nickname "37", sie könne jeden, der auch nach "Down Under" will, zu diesem Schritt nur ermutigen. "Australien ist ein wundervolles Land." Bertram, der in Neuseeland war, meint, alles sei "total locker" gewesen und nichts finde sich leichter als Arbeit.
Es gibt aber auch Stimmen, die gar nicht begeistert klingen: "Ich habe mir das vor meiner Reise wesentlich einfacher vorgestellt", schreibt Corinna. Für sie seien die meisten angebotenen Jobs "mehr oder weniger Ausbeutung."
Schnell weg
Ganz einfach sind die Work&Travel-Programme tatsächlich nicht. Schon im vorhinein gibt es viel zu organisieren. Wobei es einen großen Unterschied macht, ob man innerhalb der Europäischen Union (EU) oder lieber nach Übersee verreisen möchte.
In der EU ist ein Auslandsjahr kein Problem. Jeder kann in jedes EU-Land einreisen und einen Arbeitsvertrag unterschreiben, ohne vorher eine Behörde um Erlaubnis gefragt zu haben. Wenn die Reise allerdings mehr als drei Monate dauern soll, muss eine Aufenthaltsgenehmigung beantragt werden. In einigen der neu beigetretenen EU-Länder gibt es zudem gewisse Einschränkungen, was das Arbeiten anbelangt. Am besten man erkundigt sich bei der Botschaft des Wunschlandes über die genauen Bestimmungen.
Das gilt ganz besonders für all diejenigen, die es nach Übersee zieht. Länder wie Australien, Japan, Neuseeland, die USA und Kanada bieten inzwischen spezielle Visa für "Work & Travel"-Touristen an. Oft gibt es sie aber nur in begrenzter Anzahl. Da die Eintrittskarten für die entfernten Weltregionen heiß begehrt sind, gilt es möglichst früh ein solches Visum zu beantragen.
Vor allem Kanada-Fans sollten schnell sein: Vom 1. Dezember an nimmt die Botschaft Anträge für ein "Working Holiday" im nächsten Jahr an, und erfahrungsgemäß sind oft schon nach wenigen Wochen alle Visa vergeben.
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