Viele Fakultäten sollen geschlossen oder zusammengelegt werden.
Den bayerischen Universitäten steht der gravierendste Umbau in der Nachkriegszeit bevor. Etliche Fakultäten sollen in den nächsten Jahren Allianzen schmieden. Einzelne Standorte will man zusammenlegen. Das schlagen die elf Hochschul-Rektoren in ihrem Papier "Vision UniBay2010" vor.
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Sie versprechen sich davon eine Bündelung der Kapazitäten, um mit weniger Geld international wettbewerbsfähig zu bleiben. Wissenschaftsminister Thomas Goppel begrüßte die Vorschläge als "exzellente Ausgangsbasis". Eine Kommission soll sie bewerten, dann wird die Politik entscheiden.
Weniger Standorte
Die elf bayerischen Universitäten haben bei ihrer Klausurtagung in Irsee ein "einzigartiges Richtungskonzept" für den Freistaat vorgelegt. "Es ist streng an Wissenschaft und Forschung orientiert", sagte der Sprecher der Rektoren, TU-Präsident Wolfgang Herrmann. Die 15 Eckpunkte dienten der Politik als Steilvorlage. Sie eröffneten einen "großen Handlungsspielraum". In nahezu allen Fächern - bis auf die Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften - wird vorgeschlagen, Ressourcen auf weniger Standorte zu konzentrieren, ohne jedoch einzelne Universitäten namentlich zu nennen. Das sei Sache der Politik, so Herrmann.
Ein "Effizienzproblem" gibt es nach Ansicht der Rektoren in den Naturwissenschaften. Sie empfehlen deshalb der Regierung die sechs Fakultäten für Chemie, die sieben für Physik und die sechs für Biologie "angesichts ihres hohen Resourcenbedarfs und der hohen Abbrecherquoten" zu reduzieren. Idee ist unter anderem, in Süd- und Nordbayern jeweils nur mehr eine Grundausbildung in jedem Fach anzubieten.
Kritik wird auch an den Geisteswissenschaften wegen ihrer "zersplitterten Struktur" geübt. Sie seien im internationalen Wettbewerb so nicht mehr überlebensfähig, sagte Herrmann. Um die Fortführung einzelner Orchideen-Fächer überhaupt noch zu gewährleisten, wird die Bildung kultur-, geistes- und sozialwissenschaftlicher Zentren vorgeschlagen.
Zur Theologie heißt es, sie dürfe "keinen Sonderstatus" einnehmen. Die Rektoren halten somit an ihrer Empfehlung des Frühjahrs fest, die Zahl der Fakultäten zu halbieren.
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