Es ist der Albtraum aller Eltern: Ein netter Erzieher kommt in die Kita, die Kinder lieben ihn - doch dann stellt sich heraus, dass er pädophile Neigungen hat. Ein neues Führungszeugnis soll Kinder besser schützen.
Das ist der Albtraum aller Eltern: Ein netter Erzieher bekommt einen Job in einer Kindertagesstätte; alle kleinen Mädchen und Jungen finden ihn sympathisch - doch nach wenigen Monaten stellt sich heraus, dass der Mann im Internet mit kinderpornographischen Bildern handelt. In Eschborn, einer Kleinstadt bei Frankfurt am Main, geschah genau das: Ein 44-Jähriger erhielt im Januar 2008 in einem kommunalen Kindergarten eine Halbtagsstelle; sechs Monate später wurde er verhaftet, weil er im Internet Kinderpornographie angeboten hatte. Die Eltern waren entsetzt; nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt fanden sich bisher allerdings keine Hinweise, dass der Mann auch Kinder aus der Kita missbraucht hätte.
Schaukelndes Kind: Das "erweiterte Führungszeugnis" soll vor Missbrauch schützen. (© Foto: ddp)
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Fälle wie diesen hat Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) vor Augen, wenn sie sich für ein "erweitertes Führungszeugnis" einsetzt. Es soll ermöglichen, diejenigen genauer zu überprüfen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Denn bisher "können sich Menschen mit pädophilen Neigungen ganz gezielt Arbeitsfelder mit Kontakten zu Kindern und Jugendlichen suchen", kritisierte Zypries am Dienstag in Berlin.
Zeugnis für Sporttrainer und Bademeister
Das derzeit übliche Führungszeugnis, das jeder Arbeitgeber von einem Bewerber verlangen kann, listet nur Freiheitsstrafen von mehr als drei Monaten oder Geldstrafen von mehr als 90 Tagessätzen auf. Weniger schwere Delikte werden nicht erwähnt. Zwar gilt schon seit 1998 eine Ergänzung: Seitdem werden schwere Sexualdelikte wie sexueller Missbrauch oder Vergewaltigung auch dann ausgewiesen, wenn die vom Gericht verhängten Strafen niedriger sind. Doch der Handel mit kinderpornographischen Bildern, der in den letzten Jahren zu Hunderten Strafverfahren und Schuldsprüchen geführt hat, zählt bisher nicht dazu. Das "erweiterte Führungszeugnis" soll dies ändern.
Das neue Zeugnis wird nur an Menschen ausgegeben, die beruflich häufig mit Kindern zu tun haben. Dazu zählen nach Plänen des Justizministeriums Erzieher und Mitarbeiter der Jugendämter, aber auch Sporttrainer und Bademeister. Schon im Januar soll das Bundeskabinett den Gesetzentwurf beraten; auch die Länder sind mit dem Vorschlag einverstanden: Der Vorsitzende der Länder-Justizministerkonferenz, der Niedersachse Bernd Busemann (CDU), hatte kürzlich Ähnliches angekündigt.
Unruhe in der Szene
Der Journalist Manfred Karremann, der ein Jahr lang verdeckt in der Szene der Pädophilen recherchiert hat, geht davon aus, dass das neue Gesetz für Unruhe sorgen wird: "Die Pädophilen diskutieren jede Gesetzesänderung akribisch." Er könne sich vorstellen, sagt Karremann, dass Einzelne klar erkennen, dass sie mit einem "erweiterten Führungszeugnis" keine Chance auf manche Jobs in der Nähe von Kindern hätten und sich deshalb gar nicht bewerben würden.
Den Fall von Eschborn hätte freilich auch das neue Gesetz nicht verhindert. Denn der Täter hatte, als er seinen Job antrat, ein "blankes Führungszeugnis", wie eine Staatsanwältin sagt: Er war in keinem Fall rechtskräftig verurteilt, also hätte auch ein "erweitertes Führungszeugnis" keinen Hinweis auf Pädophilie gegeben. Zwar hatten die Ermittler den Computer des Mannes schon im Sommer 2006 beschlagnahmt, doch bis die Fahnder das Gerät analysiert hatten, vergingen anderthalb Jahre. Allerdings: Wenn der Mann demnächst von einem Frankfurter Gericht verurteilt wird, kann dies jeder Arbeitgeber in seinem Führungszeugnis nachlesen.
(SZ vom 27.11.2008/bön)
65. Filmfestspiele Cannes
und was ist mit den Erzieherinnen und Lehererinnen??
die sind wesentlich gefährlicher weil wesdentlich häufiger anzutreffen, zumal ja neue Erkenntnisse davon ausgehen, dass 20 bis 35% der Täter weiblich sind also Täterinnen
http://tinyurl.com/caugc6
... mit ihren Pauschal-Verunglimpfungen werden immer unerträglicher.
Natürlich müssen die Führungszeugnisse nur für einen Personenkreis gelten die tagtäglich mit Kindern zu tun hat.
Ist ja Schwachsinn wenn ich lese, wenn dann für alle. Mädels fahrt mal ein paar Gänge runter.
Es stimmt schon, mit kleinen Kindern und Tieren und S.ex kann man wunderbar Emotionen auslösen. Das kocht man dann schön weiter hoch und kurz vor dem Überkochen sind alle bereit wieder ein Bürgerrecht dem Überwachungsstaat vor die Füße zu werfen.
Und warum? Weil uns weiß gemacht wird, wir würden sicherer und glücklicher leben, wenn wir uns nur maximal überwachen und kontrollieren lassen.
Heute fangen wir mit den Erziehern an, dann stellen wir sicher, dass der Busfahrer nicht evtl. Amok fahren kann oder der Programmierer nicht schon illegale Musikstücke auf seinem PC gespeichert hat oder die Kassiererin eine Toilette ohne Bezahlung verließ. Apropos Verlassen: Jeder zukünftige Ehepartner hat natürlich ein größtes Interesse an Informationen über das Vorleben seines (zukünftigen) Partners - vor einer Eheschließung muss unbedingt ein gaaaaanz weit erweitertes Führungszeugnis her, nicht war Herr Seehofer, Fischer, Weigel ... Ach nee, für die ist die Heirat eh nicht so wichtig...
Totale Hilflosigkeit! Unsere Politiker sind der spezialisierte, diversifizierten Welt seit langem nicht mehr gewachsen. Ein Pfarrer wird Verkehrsminister etc. Noch nicht einmal die Ministerien besetzten sie mit Fachleuten.
Hier gehört ein unabhängiger Beraterstab in jedes Ministerium, damit die Sache rund läuft.
Pädophilie ist ein Problem quer durch alle Bereiche. Ich gehe mal davon aus, dass Pädophile eher die Berufe mit Kindern meiden. Zu groß die Möglichkeit entdeckt zu werden, zumal im Umfeld stark sensibilisierter Eltern. Die Gefahr der Entdeckung, wenn man sich gerade an diesen Kindern vergreift, ist viel zu groß.
Abgesehen davon, dass ich bei schweren Fällen für die Kastration bin, wären Führungszeugnisse dieser Art für ALLE notwendig.
Für:
- Eltern, denn gerade in der Familie geschehen oft schlechte Dinge
- Schwiegereltern und Großeltern, da vergreift sich manchen an den Kleinen
- Pfarrer (besonders zölibatisch-katholische). Die haben öfters was mit Chorknaben
- Trainer, immer wieder mit Nachwuchs in der Kabine
- Asienreisende, besonders nach Kambodscha oder Thailand
- Richter, manch einer hat Kinderpornos zu Hause
- Verkäufer im Kaufhaus die probieren ob den Kleinen die Hosen passen
usw. usw.
Anstelle sich ernsthaft und konsequent mit diesem Problem zu befassen, kommt wieder solch ein Unsinn. Dabei werden wie gewöhnlich noch nicht einmal die bestehenden Gesetze angewandt. Wer Kinder dieses antut, hat die harte Hand zu spüren, wer geistig krank ist siehe oben.
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